Folge 158: Wenn aus dem Podcast eine Show wird – zu Gast beim Universalcode Podcast mit Christian Jakubetz
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00:00:00: Hallo, ich bin's Lukas Schöne, der Haust dieses Podcasts und heute melde ich mich zum
00:00:17: letzten Mal vor der Sommerpause mal in etwas anderer Form, denn diese Folge ist anders als
00:00:24: andere, weil ich nämlich selbst zu Gast bin. Nee, keine Sorge, ich interview mich jetzt nicht
00:00:30: selbst, soweit ist es zum Glück mit mir noch nicht gekommen. Ich durfte zu Gast sein im Universal
00:00:36: Code Podcast mit dem großartigen Christian Jakobetz. Vielen Dank für die Einladung an dieser
00:00:41: Stelle nochmal. Mit ihm habe ich gesprochen über die Entwicklung im Podcastmarkt und darüber,
00:00:47: warum wir dabei immer mehr von Shows sprechen als von Podcasts und warum ich das durchaus auch
00:00:53: kritisch sehe. Ursprünglich hatten wir mal geplant, so ja, 20 Minuten über das Thema zu
00:00:58: sprechen. Na ja, was soll ich sagen? Sind dann ein paar Minuten mehr geworden, weil wir uns noch so
00:01:04: ein bisschen insgesamt Gedanken gemacht haben, wie die Medienwelt in Zukunft aussehen könnte und
00:01:10: warum Formate dabei vielleicht immer unwichtiger werden. Vielen Dank an Christian, wie gesagt,
00:01:15: für das sehr gute und herzliche Gespräch und auch dafür, dass ich mir die Audiodateil für
00:01:21: This Is Media Now jetzt einfach so ganz dreist klauen durfte. Und ganz gemäß der neuen
00:01:27: Entwicklungen im Podcastbereich gibt es sogar ein Video zufolge. Erste Mal im Videopodcast für
00:01:34: mich. Wer jetzt gedacht, dass das auch so schnell jetzt passiert? Na ja, so ist es halt. Und dieses
00:01:38: Video, das findet ihr im YouTube-Kanal von Hybrid1, verlinke ich natürlich in den Show notes. Und
00:01:45: jetzt viel Spaß mit dem Universal Code This Is Media Now Crossover mit Christian Jakobetz
00:01:51: als Host und mir, Lukas Schöne, als Gast. Habt einen schönen Sommer und dann hören
00:01:57: wir uns im September wieder. Macht's gut, bleibt stabil und bis zum nächsten Mal. Und jetzt der
00:02:03: Podcast über Podcasts. Lukas, noch bis vor Kurzem, hätte ich gesagt, wir beide, wir nehmen
00:02:14: jetzt ein Podcast auf. Wenn ich dir richtig gefolgt habe, dem, was du in letzter Zeit auch so
00:02:19: gepostet und erzählt hast, dann müsste ich jetzt eigentlich richtigerweise sagen, Welcome to the
00:02:25: Show. Ja, Welcome to the Show. Vielen Dank für die Einladung zu deiner Show erstmal,
00:02:30: lieber Christian. Ja, im Prinzip müssten wir das vielleicht jetzt sagen, wenn wir einigen ja
00:02:37: durchaus auch führenden Stimmen dieser Podcastwelt so zuhören, dass wir demnächst nicht mehr von
00:02:43: Podcasts sprechen und nicht mehr allzu lange von Podcasts sprechen, sondern von Shows. Du hast
00:02:48: ja richtig angesprochen, dass ich dazu auch schon ein bisschen was geschrieben habe auf LinkedIn
00:02:51: und so. Da hast du dann vielleicht auch gelesen, dass ich da durchaus auch so teilweise etwas kritisch
00:02:56: drauf schaue auf diesen Shift hin zu Show, weil ich glaube, dieser Shift hin Podcast Show, da
00:03:06: steckt auch ganz viel Risiko drin für den Markkörmer. Später sicherlich auch nochmal drüber sprechen,
00:03:11: was für Risiko und was für Nachteile das auch mit sich bringen könnte für den Podcastmarkt.
00:03:14: Aber grundsätzlich glaube ich, was dahinter steckt, das hat ja zum Beispiel ein gewisser Max
00:03:20: Cutler bei der Podcast Week in London, bei der Podcast Show in London ja auch schon angesprochen,
00:03:26: ist diese fundamentalen Änderungen, die es so im Podcast gerade gibt, die wir alle ja auch
00:03:32: sehen im wahrsten Sinne des Wortes sehen. Wir sehen immer mehr Videos im Podcastbereich. Alles ist
00:03:37: irgendwie auf Hochglanz vor Kameras getrimmt. Wir sehen immer mehr live Auftritte, Podcast live
00:03:43: nimmt sehr, sehr zu wachsender Markt auf jeden Fall. Und ich glaube, das sind alles Hinweise
00:03:49: darauf, dass sich das Medium einfach weiterentwickelt, was ja erst mal nichts Schlechtes ist,
00:03:53: sondern einfach in der Natur der Sache liegt, dass Dinge sich weiterentwickeln und zu diesem
00:03:57: Audio-Format, was es ursprünglicher war, entstanden Podcasts. Wir hören ja auch Podcasts nicht
00:04:02: mehr nur auf iPods und laden RSS-Feeds hoch, sondern das hat sich ja auch schon alles weiterentwickelt.
00:04:07: Und das ist jetzt gerade vielleicht einfach die nächste Evolutionstufe, die wir sehen im Podcast,
00:04:14: dass wir einfach weg vom reinen Audio-Medium hin zu so einem Cross-Multimedialen-Angebot kommen.
00:04:21: Und da kann ich schon verstehen, dass der eine oder andere da vielleicht auch nach neuen Begrifflichkeiten
00:04:25: sucht, einfach wie man das Ganze dann am besten bezeichnen kann, weil es ja nicht mehr nur Audio
00:04:30: ist. Das stimmt schon. Dann verzeihen wir bitte eine ganz banale Frage. Ich würde Sie trotzdem gerne
00:04:35: stellen. Warum schauen sich Menschen oder warum haben Menschen überhaupt irgendwann mal begonnen,
00:04:40: sich ein Audio-Format anschauen zu wollen? Also mir, ich sage dir ganz ehrlich, mir ist es relativ
00:04:47: lange fremd gewesen von der Idee und ich mache es auch bis heute eigentlich nicht. Also Podcast ist
00:04:52: für mich immer noch, ich will es mir anhören. Also wann ging das los und hast du eine Erklärung für?
00:04:57: Warum? Wann das genau losgehen, kann ich die tatsächlich gar nicht sagen, aber ich habe
00:05:02: eine Erklärung dafür. Ich glaube, das ist ein bisschen ein Henne-Eye-Problem, weil ich
00:05:08: vertrete so ein bisschen die These und da bin ich auch nicht der Einzige im Markt, dass diese
00:05:12: Entwicklung hinzu immer mehr Videos im Podcast gar nicht von den Usern getrieben ist, sondern von
00:05:18: den Plattformen selber. Also das YouTube und Spotify irgendwann angefangen haben zu erkennen oder
00:05:23: für sich zu erkennen, dass irgendwie der Werbemarkt mit Videos immer noch mehr anfangen kann als
00:05:28: mit Audios, dass man mit visueller Werbung einfach mehr Geld verdienen kann als mit reiner
00:05:32: auditiver Werbung, dass da einfach viel mehr Dynamik in diesem Markt halt drin ist und deswegen
00:05:38: gerade YouTube und Spotify sich dann auch gegenseitig in so einem Überbietungswettbewerb
00:05:42: irgendwie dann angefangen haben, Videos zu pushen, selber Format jetzt auch gerade im Fall von Spotify,
00:05:48: ihre eigenen Formate, die Spotify hat auch auf Video zu trimmen. Berühmtes Beispiel in Deutschland
00:05:53: war glaube ich das vorher ja auch inzwischen fast einem Jahr oder über einem Jahr gemischtes Hack.
00:05:58: Eine der größten Podcasts der Welt mit Video plötzlich da war und dann halt diese Entwicklung
00:06:04: so ihren Lauf genommen hat eher Plattform getrieben als User getrieben und dadurch,
00:06:09: dass die Algorithmen auf den Plattformen, man sieht das ja auch, inzwischen wenn man seine Spotify-App
00:06:12: zum Beispiel öffnet, da sind diese ganzen Videoschnipsel, Snippels von den Shows, auch da heißen
00:06:18: sie schon Shows. Hier ist der nächste Show, steht in meiner Spotify-App und das einfach dann so
00:06:26: ein Videohype kreiert worden ist, weil wenn man sich anschaut, was Leute eigentlich sagen,
00:06:33: warum sie Podcasts hören, widerspricht das dem eigentlich ein bisschen, weil wenn man den
00:06:37: Online-Audio-Monitor sich zum Beispiel anschaut, eine der größten Erhebungen in Deutschland,
00:06:41: die die Leute fragen, wann und in welchen Situationen sie Podcast hören, ist es eigentlich eher, ich
00:06:46: höre es beim Kochen, ich höre es, wenn ich es unterwegs bin, wenn ich die Hausarbeit mache,
00:06:49: das sind alles Nutzungssituationen, die jetzt nicht für Video-Konsum gemacht sind, würde ich sagen
00:06:55: und das bringt mich zu der Annahme, dass dieses Phänomen Video kein User getriebenes Phänomen
00:07:03: ist, sondern ein Plattform getrieben ist. Ist das dann das Ende von dem Podcast oder von der Idee,
00:07:08: die wir irgendwann vor vielen, vielen Jahren mal von der Idee des Podcasts hatten, also zu sagen,
00:07:15: es ist ein demokratisiertes Medium, du kannst dich im Prinzip ganz einfach hinsetzen, nimm dir
00:07:20: Mikro, erzähle irgendwas, such den Gesprächspartnerwort, aber guck vielleicht noch, dass es sich nicht
00:07:25: allzu grässlich anhört, ich meine, da haben wir ja eh in den letzten Jahren viel Professionalisierung
00:07:29: erlebt, aber das ist ja jetzt noch mal nächstes Level, würde ja bedeuten im Schritt, dass der
00:07:36: Podcast, der vielleicht von einem Jahr noch gesagt hat, mal gut, ich habe ein passables Mikro und
00:07:41: ich rede ganz gerne mit Leuten, da fast ein bisschen draußen ist, weil er den Aufwand einer
00:07:47: Videoproduktion gar nicht mehr leisten kann. Es ist so ein bisschen die Gretchenfrage, also was ist
00:07:52: eigentlich überhaupt noch ein Podcast dann? Ich glaube, das ist so ein bisschen der Kern bei der
00:07:56: ganzen Geschichte und ich finde, was interessant ist bei dieser Entwicklung mit den Videopodcast,
00:08:03: so als der Podcast gerade anfing, ich sag mal so ein bisschen erwachsen zu werden, da waren ja viele
00:08:09: auch, die sich dann so ein bisschen beschwert haben oder gesagt haben, wir müssen jetzt mal weg
00:08:14: davon, dass Podcast nur, wir stellen zwar Mikros auf den Tisch und reden miteinander ist, hin zu
00:08:19: den berühmten Storytelling-Podcast, die dann ja auch wahnsinnig erfolgreich teilweise waren. In
00:08:24: Deutschland müssen wir uns zum Beispiel Kui Bono anschauen, das war ja also der Start für Storytelling
00:08:29: Podcast so in Deutschland und jetzt erleben wir durch diese Videos eigentlich wieder den Schiff
00:08:34: zurück, was so das reine Format angeht. Also weil das natürlich jetzt, wir stellen eine Kamera auf
00:08:40: und filmen Menschen beim Talken, ist natürlich dann der einfachste Weg das Video zu produzieren,
00:08:45: weil da habe ich ein schadlesches Studio, da kann ich zwei oder drei verschiedene Kameraengel je nach
00:08:50: Budget irgendwie aufbauen und dann kann ich da ein Gespräch mit filmen. Also wir erleben so ein
00:08:55: bisschen, so auch so ein bisschen so gegenteilige Bewegungen dadurch auch gerade wieder und ich
00:09:02: finde das ehrlicherweise ein bisschen schade, weil ich glaube, dass gerade auch in so Storytelling-Formaten,
00:09:07: dass in Formaten, die jetzt jetzt nicht daraus bestehen, hier unterhalten sich zwei oder drei
00:09:11: berühmte Menschen, da auch ganz viel Potenzial noch drinsteckt, neue Geschichten zu erzählen,
00:09:17: neue Themen aus anderen Perspektiven zu erzählen, auch mal mit Menschen zu sprechen, die vielleicht
00:09:21: nicht ständig vor Mikrofonen und Kameras sitzen und da ist die Hürde, also es haben sehr viele
00:09:28: Menschen sehr viel zu erzählen, aber Tugends vielleicht nicht ständig. Da ist die Hürde,
00:09:32: wenn eine Kamera irgendwo steht, halt noch so viel größer als wenn da nur ein Mikrofon steht,
00:09:37: um dann mal was zu erzählen, was sich das eigene Erfahrung als Journalist auch ganz gut weiß,
00:09:40: was das mit Menschen macht, sobald eine Kamera irgendwo noch läuft. Und ich glaube, wir müssen
00:09:45: da aufpassen, dass wir diesen Videoschiften nicht so als das Allheilmittel und das Alleinige,
00:09:51: das ist jetzt das neue Ding im Podcast begreifen, sondern als ein zusätzliches Tool für bestimmte
00:09:56: Formate, da macht es total Sinn auch für Vermarktungen auf Social Media, für Instagram Reels und so
00:10:01: weiter natürlich voll, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es auch Formate gibt, die ohne
00:10:06: Video einfach nach wie vor besser funktionieren. Kann sein, dass sich der Markt einfach segmentiert,
00:10:12: also dass es eine klare Unterscheidung gibt zwischen dem Ryan Talk Podcast, dem Ding,
00:10:18: das vielleicht wirklich eher in Richtung Show geht, das ein ist mehr unterhalten, das andere ist
00:10:22: mehr, weiß ich nicht, eher ernsthaft, die einen professionell, produzieren professionell, die
00:10:28: anderen dann nach wie vor mit relativ einfachen Mitteln. Also kann es schlicht und ergreifend sein,
00:10:34: dass wir unter diesem Begriff Podcast jetzt ganz, ganz viele Subarten sehen. Das kann sein und das
00:10:42: wäre für mich eigentlich der beste Outcome. Also wie gesagt, man gerät ja ein bisschen schnell und
00:10:49: da verdacht, wenn man so ein bisschen kritisch auf neue Entwicklungen schaut, dass man so ein
00:10:52: Tradizionalist ist, der sagt so, bloah, geh mir bloß weg mit den Videos, ich will das alles gar nicht.
00:10:57: Darum geht es mir überhaupt nicht. Wie gesagt, es gibt total Sinn, bei vielen Formaten damit Videos
00:11:03: zu experimentieren, zu arbeiten, dass er gibt auf Vermarktungsebene Sinn und so weiter,
00:11:07: aber wo wir halt aufpassen müssen und da bin ich eigentlich fast mehr Plattformkritiker als
00:11:13: Fortschrittskritiker, weil ich sage, wir dürfen halt nicht zulassen, dass diese Logiken,
00:11:18: die die Plattformen uns irgendwie aufdrücken wollen, auch so ein bisschen natürlich. Stichwort
00:11:22: Aufmerksamkeit, die man mit den Videos sagen, die Plattformen oder sie machen da ja auch technologisch,
00:11:28: arbeiten sie ja selber auch daran mit, dass es so ist, durch Videos einfach mehr Aufmerksamkeit zu
00:11:32: generieren, dass sich nicht ein kompletter Markt halt jetzt einfach nur darauf stürzt und sagt jetzt
00:11:37: Video, Video, Show, Show, Show und dadurch die anderen Formate, du hast sie gerade angesprochen,
00:11:42: die mit Tiefgang, die vielleicht auch mal ein bisschen länger dauern, die mit Leuten, ja, die
00:11:49: mit Leuten gemacht werden, die jetzt dann nicht ständig vor Kameras sitzen. Also diese Ausdifferenzierung
00:11:54: wäre für mich so der Ideale Outcome, dass wir haben das Genre Podcast als Übergenre und
00:11:59: darunter passiert ganz viel verschiedenes, was alles sich so seinen Platz sucht, seine Nische
00:12:03: findet, seine neuen Zielgruppen findet. Ich glaube nämlich auch, dass in vielen, also vielen
00:12:09: Potenzialen im Podcast auch ohne Video noch da ist, da müssen wir nochmal auch die Zielgruppen
00:12:13: schauen, die Podcast erreichen. Also ich glaube, da gibt es noch ganz viel Potenzial in lokalen
00:12:17: Angeboten zum Beispiel. Wir erleben ja auch gerade, das hat pro sieben, seit eins in der Studie
00:12:23: herausgefunden, so ein bisschen auch da, die Veränderung Podcast war mal ein sehr männliches
00:12:27: Medium für eine eher männliche Zielgruppe, das ändert sich gerade auch die Zielgruppe
00:12:31: für die jüngere, weibliche. Ich glaube, dass da auch in reinen Audioformaten immer noch sehr
00:12:36: viel Zielgruppen stecken, die noch nicht mit Podcast erreicht worden sind. Und ich glaube
00:12:40: so, diese Ausdifferenzierung wäre was, nur wir müssen halt aufpassen, dass wir nicht
00:12:45: so den Plattformen wieder zu sehr auf den Leim gehen damit, glaube ich, und alle nur Video
00:12:50: und alle nur Talk und alle nur noch Show machen.
00:12:53: Kleiner thematischer Schlenke hat jetzt nicht nur was mit Podcast zu tun, aber du hast
00:12:56: ja gerade auch gesagt, wir sind so ein bisschen Plattform und Technologie getrieben. Ich habe
00:13:01: immer so ein bisschen den Eindruck, das ist überhaupt in den letzten Jahren zu einem
00:13:06: Merkmal von Medien, Journalismus und Kommunikation geworden, dass uns die Technologien und die
00:13:11: Plattformen treiben und wir müssen dann gucken, dass wir darauf passende Antworten, im Sinne
00:13:17: von Formaten teilweise auch von komplett neuen Geschäftsmodellen finden. Also, ganz
00:13:23: simples Beispiel, wie gesagt, jetzt gab mir Podcasts nicht zu tun. Ich kenne ganze Geschäftsmodelle
00:13:28: und du kennst die wahrscheinlich auch. Du weißt, wenn ich meine, die darauf basiert
00:13:32: haben, dass man Webseiten SEO optimiert. Also irgendwelche Click-Farmen baut und es dann
00:13:38: halt einfach nur um Reichweite geht. Wenn du mich fragst, ist das SEO-Modell in spätestens
00:13:42: zwei Jahren tot, weil jetzt haben wir diese KI-generierten Zusammenfassungen, d.h. der Link, der Blaue hat
00:13:50: eigentlich zunehmend weniger Wert. Und da kommt es mir ähnlich vor, so wie du es gerade gesagt
00:13:55: hast. Also irgendwie die Plattform treiben uns und jetzt sagen wir, okay, wir brauchen
00:14:00: unbedingt Video, weil die Plattform Video wollen. Lass uns mal eine kurze Definition versuchen,
00:14:06: Lukas, was wir beide hier da gerade machen. Ist das jetzt ein Podcast oder ist es ein
00:14:11: Show? Also man muss denen, die es jetzt hören, dazu sagen, wir zeigen dann auch ein Video
00:14:14: dazu auf. Es wird auch ein Video dazu geben, aber wir sitzen jetzt nicht in einem ausgeleuchteten
00:14:19: Studio mit drei tollen Cams, die uns aus den verschiedensten Engels aufnehmen, sondern wir
00:14:24: machen es remote trotzdem. KI macht es möglich. Das Video ist dann geschnitten mit vielen Umschnitten.
00:14:33: Das sieht dann schon relativ professionell aus. Also was würdest du sagen? Was machen wir
00:14:38: hier in Podcast mit Video oder ist es schon ein Show oder ist es nur ein Podcast? Ich
00:14:42: kenne mich nicht mehr aus. Ja, vielleicht würde ich das in drei Monaten sogar auch schon
00:14:48: anders beantworten, weil ich finde, wir machen Podcast Christian, wir beide. Und ich werde
00:14:53: das auch noch so lange wie möglich sagen, dass wir ein Podcast machen. Ich glaube, es
00:14:58: gibt ja auch da Leute, die das so rein technisch definieren, die sagen Podcast. Das war mal
00:15:03: das, was wir an den RSS-Field gegeben haben und dann wird das ausgespielt. Das ist halt
00:15:08: so basic Podcast gewesen, als das damals aufkam. Aber Technologie entwickelt sich ja immer
00:15:15: weiter. Also ich weiß nicht, so auch Radio verändert sich ja zum Beispiel. Klar, man kann sagen,
00:15:21: das sind immer noch digitale Radiowellen, wenn wir jetzt bei DHB+ sprechen, zum Beispiel
00:15:25: Digital Radio. Aber das sind ja auch nicht mehr die klassischen Radiowellen, von denen
00:15:29: wir damals besprochen haben. Also Technologie entwickelt sich immer weiter. Aber ich glaube,
00:15:33: der Begriff Podcast ist ja inzwischen auch bei ganz vielen so sehr angekommen und verankert
00:15:38: im Alltag, ist einfach fester Teil von ganz vielen Menschen. Tagesprägen für viele,
00:15:45: also ich werde da mal tiefer einsteigen möchte, denn empfehle ich immer den Newsletter Sounds
00:15:50: Profitable von Tom Webster und kolleg*innen, der das immer sehr schön aufschlüsselt, wie
00:15:55: engagiert Podcast-Hörer mit ihrem Medium sind. Das finde ich immer total faszinierend,
00:16:00: was der da so rausfindet. Also hier mal Newsletter, Abo-Empfehlung an der Stelle. Und ich glaube,
00:16:06: dass wir nicht vor schnell diesen Begriff und dieses Medium so kaputt machen sollten,
00:16:11: nur weil wir da jetzt irgendwie technologische Weiterentwicklungen haben. Deswegen machen
00:16:15: wir ein Podcast, finde ich. Und ich glaube auch dieses zum Thema Show vielleicht noch,
00:16:20: das ist natürlich auch so ein bisschen so ein kulturell geprägtes Thema, weil ich glaube,
00:16:24: weil in den USA Show zu sagen hat, glaube ich, so einen ganz anderen Klang, als wenn wir
00:16:29: das hier in Deutschland halt sagen. Weil in den USA ist das viel gelernter zu Fernsehshows,
00:16:35: zu Radio-Shows. Da sind wir nicht so einfach Show zu sagen, als das hier bei uns ist.
00:16:40: Show hat bei uns sofort so den Anklang in Deutschland, glaube ich, immer noch so Wetten das oder
00:16:45: Samstagabendunterhaltung. Und Show unter Show verstehen wir, glaube ich, so mit unserem
00:16:51: kulturellen Hintergrund, mit unserem sparen Hintergrund, wenig so tiefgründigere Sachen
00:16:55: oder auch so, wenn wir über, wie zum Beispiel heute, wir sind ja ein Fachpodcast, über
00:16:59: fachliche Dinge sprechen und so weiter, dann ist, dann, dann tu ich mich zumindest schwer
00:17:04: über, über Shows zu reden in den Zusammenhang.
00:17:07: Ja, stimmt. Man assoziiert was anderes damit. Also zumindest würde ich jetzt nicht bei
00:17:11: einem Talk über Podcast oder Medien sagen, hey, das ist eine geile Show, sondern würde
00:17:16: ich sagen, gut verwahrt.
00:17:17: Wenn wir, wenn wir darüber sprechen, wenn wir uns mal anschauen, welche Storytelling-Podcast,
00:17:21: zum Beispiel in den vergangenen Jahren, erfolgreich waren in Deutschland über Machmesbrauch in
00:17:25: der Musikindustrie, über marginalisierte Gruppen, über Diskriminierungserfahrung, also wollen
00:17:31: wir da wirklich über Shows sprechen am Ende. Also da würde ich, da würde ich mich doch
00:17:35: irgendwie verwähren dagegen und deswegen finde ich, wir haben mit dem Gefäß-Podcast
00:17:39: ja etwas gefunden vor ein paar Jahren, finde ich, wo man wirklich solche Dinge so gut erzählen
00:17:45: kann, auch ausführlicher erzählen kann. Wir haben einen Trend umgekehrt, den die Medienbranche
00:17:51: irgendwie ja auch ganz lange hinterhergelaufen ist, macht es immer kürzer, macht es immer
00:17:55: einfacher, das haben wir im Radio gesehen, das haben wir auf Social Media Plattformen gesehen,
00:17:59: das haben wir im Fernsehen gesehen und der Podcast hat das so wunderschön umgedreht.
00:18:02: Er hat bewiesen, die Leute können schon noch zuhören, die haben auch Bock zuzuhören,
00:18:06: wenn du Sachen gut erzählst und einfach ein Thema hast, was die Leute interessiert, hat
00:18:11: der Podcast glaube ich irgendwie allen gezeigt, man kann auch noch längere Formate machen,
00:18:16: man kann auch den Leuten zuhören, zumuten und die wollen das auch, man muss ihnen halt
00:18:20: nur das richtige Angebot machen und deswegen finde ich, der Podcast hat es nicht verdient,
00:18:24: dass wir ihn jetzt dann vor schnell so dann irgendwie totreden wie das. Manche ums mal
00:18:29: sozusagen ja schon einfach ein bisschen versuchen gerade und man muss da auch immer sich immer
00:18:33: fragen, wer steckt denn hinter solchen Aussagen, im Fall von denen habe ich gerade schon angesprochen,
00:18:38: Max Kattler zum Beispiel, der war halt bis vor kurzem noch Head of Creator Content bei Spotify
00:18:44: und der hat natürlich und hat jetzt ein eigenes Studio aufgebaut, wo er dann auch Videopodcast
00:18:48: und Talk-Formate macht, die haben natürlich auch ein Interesse, solche Leute, daran an diesem
00:18:54: Shift aktiv mitzuarbeiten, sag ich mal, das ist vielleicht noch am Randeherweg. Wobei, was
00:18:58: ich interessant finde, weil du gerade so den Vergleich gezogen hast oder beziehungsweise
00:19:02: gesagt hast, Podcasts sind ja auch der Beleg dafür, dass tatsächlich Menschen in der Lage
00:19:06: sind mehr aufzunehmen als 130. Ich habe ja auch, das ist zwar lange her, aber ich habe
00:19:11: eine Radio-Vergangenheit und du auch und dann kennst du ja das Spiel, wie Sachen immer so
00:19:18: brutal hart aneinander geschnitten worden sind, also gerade bei, weiß ich nicht, jetzt
00:19:23: zu Gast bei uns im Studio und du wusstest, es ist ja gar nicht und der hat die Antwort
00:19:26: schon gegeben, wo die Frage noch gar nicht zu Ende war, wo du wusstest, es kann eigentlich
00:19:30: nicht sein. Das finde ich auch im Podcast interessanter, dass man die Leute wieder,
00:19:34: wie ich sage, immer mehr leben lässt, also du hast sie vorher tot geschnitten und jetzt
00:19:40: sagst du, okay, da kannst du auch mal einen Am sagen oder einen Hustler reinbringen oder
00:19:43: einen Satz ein bisschen umständlich bauen, also es ist nicht mehr dieses auf Perfektion
00:19:47: getrimmte, aber ich finde, es ist viel, viel echter als das, was oft in Radios rauskommt.
00:19:53: Tota und die Leute, die wertschätzen das, also wenn man sich mit Podcastern unterhält,
00:19:58: auch mit Podcastern, die vielleicht tatsächlich sehr viel Reichweite haben, sehr große Community
00:20:03: haben, man hört von fast allen, also ich habe zum Beispiel vor kurzem noch mit der Lage
00:20:06: der Nation mal gesprochen, die sagen das ganz oft, andere aber auch, die so der Austausch
00:20:12: mit der Community im Podcast Bereich ist so viel angenehmer als bei vielen anderen Medienformen,
00:20:19: also die sind höflicher, die sind respektvoller, man merkt, die haben sich mit dem Thema wirklich
00:20:23: beschäftigt, um das es ging, das ist eine ganz andere Umgangsform auch im Austausch mit
00:20:28: dieser, mit der berühmten Community als bei vielen anderen Medienformaten und ich glaube,
00:20:34: dass die Leute, dass das unter anderem daran liegt, dass der Podcast halt so, ich glaube,
00:20:38: so nah an Menschen rankommt, wie das lange kein Medium vorher mal geschafft hat und
00:20:43: das sollten wir uns nicht kaputt machen, finde ich, dadurch, dass wir nur noch so Video und
00:20:50: Technologie getrieben denken, sondern halt Community getrieben denken und wenn die Community sagt,
00:20:55: ich möchte jetzt aber auch im Fall von Gemisch des Hack, keine Ahnung, Felix und Tommy jetzt
00:20:59: aber auch mal sehen, wenn die reden, dann ist das ja auch okay und dann kann man da ja auch
00:21:03: ihnen ein Angebot machen, aber genauso gut muss es nach wie vor möglich sein, Formate ohne Video
00:21:09: auch erfolgreich werden zu lassen oder auch da, da eine Berechtigung zu haben und ein Markt dafür
00:21:14: zu finden und ich glaube, diese Märkte gibt es auf jeden Fall. Stichwort nochmal, warum hören
00:21:19: oder in welchen Situationen hören Menschen Podcast überhaupt? Ich glaube, da ist diese
00:21:24: Differenzierung finde ich halt was super wichtig und die sollten wir, dann sollten wir als Branche auf
00:21:29: jeden Fall immer auch mit daran mitarbeiten. Da gibt es ja auch verschiedene Initiativen. Ich
00:21:33: habe ProSieben seit 1/1 auch schon angesprochen, die ja im Podcastbereich auch stark sich engagieren,
00:21:38: die da sich mit verschiedenen Playern von ein paar Monaten, Anfang des Jahres war es,
00:21:42: zusammengeschlossen haben mit vielen Größen des deutschen Podcast Markts, auch mit den
00:21:46: großen Produktionsstudios zum Beispiel und durchaus auch da ein zahlenunterlegtes Plädoyer
00:21:51: für die reine Audiformate gemacht haben und ich finde solche Initiativen durchaus wichtig,
00:21:56: um auch den Markt halt zu bewahren und auch da den potenziellen Werbekunden zu zeigen.
00:22:01: Auch in Audiformaten steckt viel drin, auch da kann man sich konzentrieren. Die Akzeptanz von
00:22:07: Werbung in Audipodcast ist unglaublich hoch. Also da sollte man sich das nicht kleinreden lassen,
00:22:13: diese Stärke, die reine Audiformate nach wie vor.
00:22:15: du davon abgesehen habe ich auch von der TV-Vergangenheit, das liegt alles an meinem hohen Alter, da hat
00:22:20: man dann irgendwann mal alles gemacht. Aber jeder, der sich schon mal mit bewegt und beschäftigt hat,
00:22:25: weiß auch ein paar Limitierungen, treten automatisch auf. Also du bist nicht mehr so spontan in der
00:22:32: Wahl deiner Dinge, du musst ein bisschen mehr skripten, du musst halt schon schauen, wo steht die Kamera,
00:22:36: etc. Also da finde ich, es wäre es ein bisschen schade, wenn man diese, auch diese Spontaneität die
00:22:44: Podcasts bieten, das ungeskriptete, wenn man das verlieren würde. Ich mein, davon abgesehen, was
00:22:50: ich auch, was mir immer wieder auffällt, ist Moderatoren beim, sagen wir mal, kommerziellen Radio
00:22:56: bei diesem klassischen Pop-Wellen. Ich mein, die sind ja weniger individuell als jede KI. Also du hast
00:23:03: in jedem Pop-Sender inzwischen vorgeschrieben, sagen sie nicht draußen regnet es, sondern sagen sie
00:23:09: Regenschirmalarm bei 37 Grad oder was weiß ich was. Also die Individualität von Moderatoren ist ja
00:23:17: da nicht mehr gegeben. Und das finde ich gerade bei Podcasts so schön, dass du nicht erst durch
00:23:22: ein Zehn Stunden Coaching musst, wo dir genau das wording und ich weiß nicht was aufgedrückt wird,
00:23:26: sondern er lässt man host sein mit all ihren Macken, mit ihren guten Seiten, mit ihren schlechten
00:23:33: Seiten. Am Ende entscheidet es, wie du gerade richtig gesagt hast, die Community, wenn Podcast
00:23:37: nicht läuft, hast du als host vielleicht was falsch gemacht. Genau, und das ist exakt das. Und ich
00:23:42: glaube, dieser Vergleich mit Radio, der den finde ich da ganz gut am Ende, entscheidet ja die Leute mit
00:23:49: ihrer Wahl. Du sagst es, ob was funktioniert oder nicht mit ihrem an oder ausschalten, mit ihrem
00:23:54: Download oder nicht Download. Und wenn wir jetzt auf Radio schauen, ich meine, wir sprechen jetzt ein
00:23:59: paar Tage nachdem die aktuellste Media-Analyse im Radio ja auch wieder erschienen ist. Und wenn man
00:24:03: da sich anguckt, welche Sender da gerade gewinnen und welche verlieren, ist Gewinn-Sender die andere
00:24:08: Wege gehen, die jetzt nicht dieses 0815-Radio machen wie seit 20 Jahren, sondern irgendwie ja
00:24:15: spitzer sind, sich was trauen, jetzt nicht auch mal anecken, jetzt nicht irgendwie den Weg gehen,
00:24:19: den irgendwelche Berater seit 20 Jahren irgendwie vorgeben. Das finde ich da auch da, merkt man,
00:24:24: die Leute wollen ja auch wie mal wieder andere Sachen haben. Und für den Podcast gilt es genauso,
00:24:30: kleine Anekdote vielleicht, die das Format alles gesagt, was ich finde sehr viel vereint,
00:24:36: was wir jetzt besprochen haben, irgendwo teilweise 7-8 Stunden, da Leute interviewt werden,
00:24:40: die Leute sich das anhören. Da habe ich mal mit der Produzentin Maria Lorenz-Buckeberg darüber
00:24:46: gesprochen, die dann sagt, das wird mit Video gar nicht funktionieren. Also das Format würde
00:24:50: mit Video überhaupt nicht funktionieren, weil dann sitzen da Politikerinnen, Politiker, die ziehen
00:24:54: sich dann ab Stunde 5 die Schuhe aus und sitzen dann da im Schneidersitz auf ihrem Stuhl und reden
00:24:59: mit uns. Das würden die nie machen, wenn eine Kamera irgendwo mitläuft. Das wäre gar nicht
00:25:04: mehr das Format, deswegen auch da das Pelloyer immer Community und Format denken vor dem Hype
00:25:11: auf jeden Fall. Weil du gerade alles gesagt ansprichst, ich staune ja immer wieder über den
00:25:15: Irrsinnigen Erfolg, den die Zeit mit ihren Podcasts hat. Weil ich sage dir ganz ehrlich,
00:25:20: I don't get it. Also alles gesagt ist so ein Ding, wo ich sage, okay, das ist extraordinär. Das gibt es
00:25:29: sonst nirgends und das ist eine große Kunst, die man Christopher Ahmet und Jochen Wegen daher
00:25:34: einfach zubilligen muss. 8 Stunden, also ich wüsste jetzt nicht, was ich 8 Stunden mit Herr
00:25:37: bei Grünenmeier sprechen soll. Gut bei Grünenmeier wüsste ich es auch nach einer halben Stunde
00:25:41: schon nicht mehr. Aber mit jemandem den Spannungsbogen eines Gesprächs für 7, 8 Stunden, das ist ja
00:25:49: wirklich eine großartige Leistung. Hochkunst, höchste Kunst. Aber ansonsten, ich habe heute,
00:25:54: lustigerweise, da kann ich dann gleich etwas über meine Nutzungsgewohnheiten nebenbei noch
00:25:59: verraten. Beim Joggen, ich höre mir wahnsinnig gerne beim Joggen Podcast. Und dann habe ich
00:26:05: auch immer wieder eine Folge von Zeitwissen gehört, weil das tatsächlich ein Thema war,
00:26:09: das mich interessiert hat. Und nach 20 Minuten dachte ich mir, joa, nice. Aber warum dieser
00:26:15: Podcast jetzt so erfolgreich ist, ist mir ein völliges Rätsel. Also der war grundsolide gemacht,
00:26:21: aber da war jetzt nichts, wo ich sagen würde, wow. Dasselbe, ich verstehe es nicht, ganz ehrlich.
00:26:28: Warum schafft es Zeitverbrechen der Olympia-Halle in München aus zu verkaufen? Es ist mir ein
00:26:35: völliges Rätsel. Hast du eine Erklärung, warum gerade die Zeiten mit ihren Formaten so
00:26:41: erfolgreich treffen, die vielleicht wirklich ihre Community so gut? Der Zeitleser im Tweet-Sacco,
00:26:46: der sich so intellektuell für ein kleines bisschen höher wertigt, ich weiß es nicht,
00:26:50: helfen mir. Ich glaube, ein bisschen der Punkt ist genau das. Erst mal haben die natürlich
00:26:57: diese Power, diese Marke im Rücken von Anfang an gehabt. Da startet man natürlich mal von wo
00:27:03: ganz anders, als wenn man jetzt bei Null anfängt. Aber ich glaube, es ist, die kennen, die wissen
00:27:08: sehr genau, wer die Zeit liest und die wissen sehr genau, also die werten das ja auch sehr genau aus,
00:27:14: wer ihre Abonnenten sind und was die so machen und wer die so sind. Also die haben ja ein sehr
00:27:18: gutes Datentheben da bei der Zeit unterwegs und haben daraus sehr viele, sehr richtige Schlüsse
00:27:24: gezogen, was ihr Podcast-Angebot angeht. Und dazu, glaube ich, neben ihren bestehenden Abonnenten,
00:27:30: die ja sowieso schon im Zeitcosmos sind, haben sie, glaube ich, geschafft mit ihrem
00:27:35: Digital-Angebot und ihrem Podcast-Angebot dann auch Leute dann in die Welt zu holen,
00:27:40: die sich Studenten und natürlich auch so ein bisschen aus dem intellektuelleren
00:27:44: Milieu vielleicht, die sich gerne damit schmücken. Ich bin hier in der Zeitwelt drin, weil das ja immer
00:27:51: so ein bisschen auch natürlich als intellektuelle Status-Symbol verstanden werden kann. Und ich
00:27:56: glaube, die Zeit hat einfach eine sehr, sehr, sehr gute Zielgruppenanalyse gemacht am Ende,
00:28:00: was dazu geführt hat, dass sie jetzt sehr erfolgreich mit ihrem Podcast in. Ich glaube,
00:28:04: dass da durchaus sehr viel strategische Arbeit dahinter gesteckt ist, dass genau dieses
00:28:09: Angebot jetzt so ist, wie es ist. Und sie haben ja jetzt auch damit angefangen, Dinge hinter eine
00:28:13: Bezahlschranke zu holen und damit es rumzu-experimentieren, wann Leute eigentlich bereit sind für Podcasts,
00:28:19: vielleicht nochmal extra ein paar Euro loszumachen und so weiter. Also da passt das,
00:28:23: bei der Zeit hinzuschauen lohnt sich immer. Das ist ganz spannend, was da gerade passiert.
00:28:28: Wobei mir die Zeit ja immer noch ein bisschen zutantig ist. Also wenn ich sie im Musik stiehlen,
00:28:33: würde ich sagen, dass es gepflegter Ohrensessel-Jazz. Und es gibt gegen so Ohrensessel-Jazz
00:28:38: nix einzuwenden. Erstmal nö, aber es ist alles super und sauber. Ich rede mir auf Rock'n'Roll ganz ehrlich.
00:28:45: So, das geht mir ganz genau so. Wie gesagt, alles gesagt bin ich großer Fan. Beim Rest bin ich ganz
00:28:52: persönlich eher bei dir, muss ich auch sagen, bin ich auch so. Hört man sich an, denkt,
00:28:56: "Jo, ist okay, aber halt mir nicht." Wie gesagt, alles gesagt ausgeklappt, bin ich großer Fan.
00:29:03: Aber wie gesagt, dann sind wir vielleicht nicht die Zielgruppe. Wahrscheinlich.
00:29:07: Die Zielgruppe sind dann halt und es gibt offensichtlich eine kritische Masse an Menschen,
00:29:12: die Ohrensessel-Jazz ziemlich gut beheben. Ja, absolut. Musiklehrer. Also mein Bild von
00:29:17: Ohrensessel-Jazz hören, denn Menschen ist immer der Oberstudienrat, der am Gymnasium Musik
00:29:21: unterrichtet. Und der hat sich das dann eher aus einer aus einer intellektuellen Ebene an und dir
00:29:27: dann auch genau erklärt, warum dieses Stück gerade so großartig ist. Und mir persönlich sind
00:29:32: immer wurscht. Vielleicht, ich weiß nicht, wie du dazu stehst, nur so als kleines Gegenbeispiel,
00:29:37: weil ich das auch immer ein sehr gutes Paradebeispiel für Podcast-Entwicklungen sehe.
00:29:42: Einer der erfolgreichsten News-Podcasts in Deutschland ist der Apokalypse und Filtercafé von
00:29:47: Mickey und von Mickey Beisenherz, der dann ja eher wieder so ein bisschen mehr Rock'n'Roll ist,
00:29:51: so auf der anderen Seite. Und so, da fragen ja auch ganz oft Leute, ja Podcast ist das
00:29:59: nicht inzwischen vorbei, es gibt nicht zu allen auch schon einen Format und weiß nicht,
00:30:03: kann man da überhaupt noch rein? Halt ich ja für Quatsch die Argumentation, weil genau so gut
00:30:07: könnte man sagen, es wird ja auch schon über alles ein Buch beheben. Das wäre genau mein
00:30:10: Gedanke, ich würde sagen, da brauchst du auch keine Bücher mehr schreiben. Genau, genau. Und deswegen,
00:30:13: aber wenn man sich mal überlegt, was Apokalypse und Filtercafé, was die Idee dahinter ist,
00:30:17: die Idee ist, jemand liest die Schlagzeilen von gestern vor. Ja. So, das ist ja die Grundidee
00:30:23: hinter Apokalypse und Filtercafé. Und daraus ist eine der erfolgreichsten Podcast-Formate,
00:30:29: dieses Landes entstanden. Also, das zeigt ja auch, man muss da auch nicht immer das Rad so
00:30:33: komplett neu erfinden und denken, ich muss jetzt hier besonders innovativ, besonders schlau,
00:30:37: besonders irgendwas Krasses mir überlegen. Es reicht eine gute Idee, gute Hausts in Mickey
00:30:43: Beisen, jetzt fallen noch ein gutes Netzwerk an wirklich guten Journalist*innen. Und dann hat,
00:30:48: findet das sein Publikum und das finde ich gerade in dem Fall immer sehr faszinierend. Und da auch
00:30:54: da, ich glaube, also bis auf so ein paar Social Media-Schlipsel, auch noch ohne Video bis jetzt,
00:31:00: wenn ich das jetzt richtig im Kopf hatte. Genau. Apropos Schlagzeilen vorlesen oder
00:31:04: Zeitungen vorlesen, eine unserer Guest*innen in dem Fall beim Audio Summit ist übrigens Tatiana
00:31:11: Lukas aus Österreich. Die ist mit drei anderen Frauen die Gastgeberin eines Podcasts namens
00:31:17: Drama Carbonara. Und deren Idee ist einfach nur, die lesen sich gegenseitig Geschichten aus der
00:31:23: Yellow-Price vor und lachen sich dann 40 Minuten weg. Die letzte oder vorletzte Folge trug übrigens
00:31:28: den rasen schönen Titel. "Ich habe den Trainer meines Sohnes verführt." Spannend. Du musst den,
00:31:36: du musst den, weißt du, die haben dann auch wirklich diesen österreichischen Schmäh und die
00:31:40: machen das so großartig. Läuft aber auch so gut, die sind dieses Jahr am Dona-Inseln-Festival in
00:31:45: Wien aufgetreten, also einer der populärsten Podcasts in Österreich. Aber eine total simple
00:31:51: Idee in vier Frauen lesen sich Yellow-Price vor und es ist absolut witzig. So, jetzt machen wir wieder
00:31:58: ein bisschen weg von den Lustigen, kommen wieder zu den ernsten Dingen des Lebens. Lukas, meine
00:32:04: Lieblingstheorie momentan, wenn wir von Medien reden, auch im Kontext mit KI, ist die, dass ich mir
00:32:10: denke, alles kann alles sein und alles kann alles werden. Also KI hebt alle Mediengrenzen auf. Wir
00:32:17: produzieren jetzt hier ein Video und ich lasse hier ein paar KI-Funktionen drüber laufen und habe
00:32:23: plötzlich Text, Audio und was immer du möchtest. Das heißt für mich zweierlei, das eine ist,
00:32:29: das ist aber dann noch mal eine ganz andere Baustelle. Unsere Berufsbilder werden sich massiv
00:32:34: ändern. Also es wird niemand mehr sagen können, ich bin der Audios journalist, weil er die anderen
00:32:39: Kanäle immer mitdenken muss. Und das zweite, da entstehen ja jetzt, haben wir jetzt auch in unserer
00:32:45: zurückliegenden halben Stunde bisher gemerkt, eigentlich neue Formate, so Hybride, wo du nicht
00:32:51: mehr genau weißt, was ist das Ganze jetzt? Was bedeutet das, wenn wir jetzt mal so auf die
00:32:57: klassische Medienwelt gucken? So hast du vorhin mal gesagt, naja Radio ist eigentlich nicht mehr
00:33:02: richtig Radio, wenn man es weiter denkt, Fernsehen ist auch nicht mehr richtig Fernsehen, weil das,
00:33:08: was jetzt da gerade entsteht, diese Hybride, die können alles sein. Und letztendlich ist es dann
00:33:15: eigentlich wurscht, ob ich jetzt sage, unser Format siehst du auf YouTube, du siehst es auf
00:33:18: social media oder du hörst es dir auf Spotify an. Hast du irgendeine Idee, was das mittelfristig für
00:33:26: das ganze Konstrukt unserer Medienwelt und unseres Medienkonsum bedeuten könnte? Klammer auf,
00:33:33: im Wissen ist es Spekulation, klammer zu. Ja, das ist die ganz große Frage am Ende. Ja, also
00:33:41: grundsätzlich glaube ich, dass es genau die Medienwelt ist und auf die wir zusteuern, wird
00:33:45: eine sein, in der, wenn wir jetzt wirklich mal längerfristig denken, also wir haben jetzt vorhin
00:33:50: darüber gesprochen, machen wir hier noch ein Podcast oder ist das jetzt schon... Was machen wir
00:33:55: hier eigentlich? Ja genau, ich glaube, dass die Frage sich wahrscheinlich in, lasst es fünf, lasst es
00:34:00: zehn, lasst es 15 Jahre sein, I don't know, aber irgendwann wird die sich nicht mehr stellen. Ich
00:34:04: glaube irgendwann werden wir als Medienschaffende nicht mehr in Formaten an sich so denken, weil
00:34:11: wir eigentlich, ja also in meiner Vorstellung sind wir irgendwie Datensammler am Ende. Also wir
00:34:17: sammeln ganz viele Daten ein, recherchieren, führen Späche und haben im Blick, was könnte
00:34:24: wichtig sein, was wird wichtig, was interessiert unsere Leute, die uns konsumieren sollen, hören,
00:34:31: gucken, lesen, wie auch immer, fühlen, spüren, was dann auch so alles noch kommt. Und dann werden
00:34:38: wird die KI irgendwann halt das so portionieren und in Formate gießen, wie die Leute das haben
00:34:44: wollen. Also das ist glaube ich so, das ist am Ende so der Weg, wo es hingeht. Ich glaube,
00:34:48: dass wir, weil im Moment denkt ja gerade auch, wenn ich einen Journalismus denke, da kommt
00:34:52: ich ja so ein bisschen her, wir denken immer noch sehr stark in Formaten. Also wir schreiben jetzt
00:34:56: einen Artikel, wir machen jetzt einen Podcast. Und ich glaube, dass wir das wird sehr viel
00:35:00: weniger werden in Zukunft, weil uns diese Format, Formatierung der Inhalte und der Daten, die
00:35:06: wir zusammen tragen, die wird uns die KI irgendwann abnehmen auf Wunsch des End-Users, was der halt
00:35:12: jetzt auch da wissen will, was der jetzt halt konsumieren will, in welcher Nutzungssituation der
00:35:16: sich befindet. Und ich glaube, unsere Aufgabe ist es, wie gesagt, dieses Tief-Rechaschieren,
00:35:21: dieses miteinander reden, dieses Erspüren von Themen, von Strömungen, von Stimmungen in einer
00:35:29: Gesellschaft, glaube ich, das ist so in unserer Aufgabe gesinnt. Also was ich glaube, ist,
00:35:34: das klingt jetzt ein bisschen widersprüchlich, vielleicht, ich glaube, unsere Aufgabe muss
00:35:38: sehr viel menschlicher werden. Also wir müssen wieder sehr viel mehr einfach auf Leute zugehen,
00:35:43: mit den Menschen reden, an den Untermenschen sein, uns treffen, uns austauschen, Plattformen
00:35:47: bereitstellen, auch als Medien schaffen, wo Leute sich austauschen können, sei es bei
00:35:52: Veranstaltungen, bei Diskussionsrunden, bei was auch immer, ob die jetzt online, digital, im
00:35:56: Metaverse oder im Real-Life stattfinden, das wird sich dann alles irgendwie zeigen. Aber ich glaube,
00:36:02: je mehr wir mit KI arbeiten werden, desto urmenschlicher wird unsere Kernaufgabe werden. Und also das
00:36:08: wäre zumindest meine Wunschvorstellung oder meine Idealvorstellung, wo wir dann unseren Platz
00:36:14: finden und was unsere neue Aufgabe in diesem ganzen Komplex sein wird. Das ist so meine
00:36:19: Visionsminister, auf die wir vielleicht zu steuern. Pass auf Lukas, für den letzten Komplex dieses
00:36:24: Podcast mache ich jetzt was, was ungewollt, die Stärken des Podcasts oder die Besonderheit
00:36:29: dieses Formats aufzeigt. Ich mache nämlich jetzt eine Überleitung, die wird so lange sein,
00:36:36: wie in einem durchschnittlichen Radiosendern kompletter Beitrag ist. Also mach dich mal auf
00:36:41: eine drei Minuten Überleitung zur letzten Frage gefasst, genau. Du kannst ja gerne noch einen
00:36:46: Kaffee machen, weil das dauert jetzt ein bisschen. Nein, also im Ernst, wir beide haben eine
00:36:54: Gemeinsamkeit, von der du nichts weißt, aber ich weiß sie. Das ist auch nur im weitesten Sinne
00:36:59: Gemeinsamkeit, aber immerhin ein bisschen was. Wir haben nämlich beide was mit der deutschen
00:37:03: Journalistenschule zu tun. Du hast sie absolviert und Achtung, hold on to your seat. Der erste
00:37:11: Podcast, der jemals in der DHS-Ausbildung produziert wurde, der wurde von mir produziert mit,
00:37:17: ich glaube im Jahr 2005 oder 2006. Damals haben mich deine Vorvor, was weiß ich, was Vorgänger
00:37:27: groß angeguckt, als wir gesagt haben, wir machen Podcast, da kam dann erstens die Frage, was ist
00:37:33: das? Zweitens die Frage, was soll das? Drittens, aber ich will doch gar keine Podcast machen,
00:37:38: ich will Seite 3 bei der Süddeutschen schreiben. Ich könnte jetzt auch ein paar Namen nennen von
00:37:44: inzwischen das hier renommierten SZ-Autor an dir. Das hieß es 2016, als ich da war auch noch, da
00:37:51: gab es auch noch. Immer noch. Ja, bis heute, wie gesagt, das ist jetzt auch schon 10 Jahre her,
00:37:57: aber zu meiner Zeit gab es das auch noch mehr. Ja, ich muss in dem Zusammenhang wirklich,
00:38:02: das muss ich jetzt echt mal loslassen. Der großartige Uli Brenner, der damals
00:38:07: Schulleiter war, der war vor 20 Jahren schon so fit, der hat gesagt, ich verstehe, der hat immer,
00:38:14: also das Lustige war Uli und ich waren immer per sieb, so wie Delling und Netzer, hat sich nie
00:38:19: ergeben. Also wir mochten uns und respektierten uns, aber das blieb immer beim See. Auf jeden Fall
00:38:23: sagte er immer zu mir, ich verstehe von dem, was sie da tun, überhaupt nichts. Das sagt er,
00:38:29: ich glaube in mal alles, was sie sagen und sagt, machen sie mal. Also Uli Brenner war wirklich jemand,
00:38:36: der damals digital völlig ahnungslos war, aber als ich ihm gesagt habe, ich glaube,
00:38:40: wir sollten mal das Ding Podcast ausprobieren, dann hat der gesagt, ja, mach. Also das fand
00:38:46: ich fantastisch. Also das habe ich immer sehr bewundert an ihm. Ich erzähle die Geschichte
00:38:50: deswegen, weil du gerade gesagt hast, wir denken immer noch sehr in Formaten. Lange vor deiner
00:38:58: Zeit an der D&S gab es also diese drei Wegeausbildung. Da gab es den Printblock, der war ja eigentlich
00:39:04: auch das Wichtigste. Und wenn du dann irgendwelchen Printdozenten gesagt hast, wir machen aber auch
00:39:09: Radio und Fernsehen, dann das Quatsch braucht man ja eigentlich nicht. Dann hat man Radio
00:39:14: gemacht, Fernsehen und Achtung, ich habe damals wirklich ohne Witz diesen Online-Block eingeführt.
00:39:20: Die hatten wir dazu verdanken. Und zwar, ja, du wirst lachen, der Online-Block war wohlsprünglich
00:39:30: die letzten drei Tage der Gesamtausbildung. Wurde der irgendwie noch da so dran geschraubt.
00:39:35: Du kannst dir vorstellen, wie viel Bock die Teilnehmer und Teilnehmerinnen darauf hatten.
00:39:40: Einer aus der ersten Klasse leitet inzwischen übrigens, also die ich gemacht habe und weil
00:39:45: das gemacht haben, leitet inzwischen die Media School Bayern, Klaus Kranewitter. Ja, kenne
00:39:50: ich sehr gut. Liebe Grüße, falls ihr das hört. Ja, Klaus und ich kennen uns immer noch.
00:39:55: Das war damals und wenn Klaus war 2000, keine Ahnung, was war ewig in Zeiten, da haben wir
00:40:01: das dann damals mit wirklich ganz, ganz simplen technischen Mitteln, haben wir einen Online-Block
00:40:07: gemacht und dann eben auch Podcasts. Da hat man in dieser Kategorie Formate gedacht und
00:40:14: halt auch Medien. Hier ist Print, hier ist Radio, hier ist Fernsehen, eigentlich hat das
00:40:18: nichts miteinander zu tun. Ich glaube, oder wenn ich dich richtig verstehe, dann ist das
00:40:25: möglicherweise der größte Umbruch, vor dem wir jetzt stehen. Dass solche Hybridel, wie
00:40:31: wir ihn jetzt hier auch gerade produzieren, gar nicht mehr danach fragen, ist das jetzt
00:40:36: Audio, ist es Video, was ist das? Sondern wir beide talken über Podcasts und wo das dann
00:40:43: ausgespielt wird und wie du das am Ende des Tages nennst. Eigentlich völlig urst, oder?
00:40:49: Das wird irgendwann keine Rolle mehr spielen. Das glaube ich auf jeden Fall schon. Wie lange
00:40:59: dieser Wandel dauern wird oder nicht, das wird sich alles noch zeigen. Das hängt auch
00:41:03: ehrlicherweise ein bisschen davon ab, was denn die Leute, für die wir diesen ganzen Spaß
00:41:08: ja immer machen, wie die das Ganze annehmen, was die damit dann machen. Und das ist ja
00:41:14: auch immer das, wir überschätzen ja, glaube ich, manchmal die Bereitschaft oder den Willen
00:41:21: von Leuten zu sehr selber zu bestimmen. Was will ich jetzt eigentlich machen mit dem Angebot?
00:41:26: Weil wir da ganz immer, also wir schreien als Medienbranche ganz oft, Interaktion und
00:41:30: wir müssen hier jetzt noch hyperindividualisierung, bla bla bla. Viele wollen ja einfach auch
00:41:37: nur was anmachen und dann gucken oder hören und einfach nicht mal nicht entscheiden. Keine
00:41:43: Entscheidung, weil wir treffen ja unglaublich viele Entscheidungen am Tag immer. Und da
00:41:46: will ich da vielleicht auch mal keine Entscheidung treffen, sondern einfach was anmachen und
00:41:49: das soll dann laufen. Deswegen wird auch dieser Wandel jetzt natürlich mitbestimmt
00:41:54: von Publikum da draußen am Ende. Aber ich glaube trotzdem, dass wir dahin kommen, dass
00:41:59: wir sehr viel weniger zumindest. Also ob wir gar nicht mehr informaten denken, werden weiß
00:42:04: ich gar nicht. Aber wir werden sehr viel weniger, es wird sehr viel weniger wichtig werden. Wenn
00:42:08: wir loslaufen und sagen, als Medien schaffen, wir wollen jetzt die Geschichte XY erzählen oder
00:42:13: wir wollen Thema X mal irgendwie uns näher anschauen, ist es ja bis heute so, dass man sagt, ja,
00:42:20: da am Ende wird da ein Artikel stehen oder am Ende werden wir eine Podcast-Reihe daraus machen.
00:42:24: Ich glaube, das wird weniger. Ich glaube, man wird sich erst mal anschauen. So, wir laufen los,
00:42:29: wir gucken, was gibt das Thema her, wir reden mit Menschen, wir gucken, wie wichtig ist das
00:42:34: Menschen. Und dann wird sich im Laufe des Eines Prozesses irgendwie zeigen, was dann da am Ende
00:42:39: daraus wird. Und die Entscheidung, wie gesagt, die Entscheidung, was am Ende daraus wird,
00:42:43: wird uns wahrscheinlich immer mehr abgenommen von der KI und am Ende dann auch vom Endnutzer,
00:42:48: was der wirklich dann am Ende in welchen Portionierungen der über das Thema sich informieren
00:42:54: will. Ich glaube, das ist eine Entwicklung, wie es gibt. Ob wir gar nicht mehr in Formaten denken
00:42:58: werden, weiß ich auch nicht. Auch da wird sich das wahrscheinlich irgendwie einpendeln und das
00:43:02: wird nach wie vor, jetzt kommt der berühmte Vergleich mit der Schallplatte. Es wird nach wie
00:43:06: vor Leute geben, die gerne ganz aktiv und ganz genüsslich sich einfach mal ein Podcast anmachen
00:43:10: wollen und dann dazu hören wollen, genau wie man sich heute halt so eine Schallplatte ganz
00:43:17: bewusst irgendwie auch noch einlegt vielleicht. Ich glaube, dass sich das irgendwie in so einer
00:43:21: Art und Weise ausdifferenzieren wird. Aber wie gesagt, das ist ein bisschen natürlich auch Blick
00:43:25: in die Glaskugel. Wir werden sehen, wo das hinführt. Lukas, ganz ganz herzlichen Dank auch da
00:43:32: für, dass du beim Audiosummit dabei bist. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich würde
00:43:37: gerne noch öfter mit dir plaudern. Du versprichst mir, du schlägst keine Einladung aus, wenn ich
00:43:41: dich einlade. Ich werde wiederkommen. Alles klar. Danke dir, Lukas. Gerne, Christian.
00:44:02: Das Update für alle, die Medien machen.
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