Folge 168: „Eine Dienstleistung am Menschen “ – ein Kompass für das Medienjahr 2026 mit Petra Schwegler
Shownotes
Von der Schönheit der deutschen Sprache After Life Misstrauensgemeinschaften Blog Armin Wolf Béla Anda über Grönland Cyrill Luchsinger Sascha Pallenberg Dirk von Gehlen Nadia Zaboura Kapitalismus made in USA Die Peter Thiel Story Knast live Doku Cover Up Autorenseite Stefan Kuzmany Beifahrersitz Lukas´ schöne Podcastwelt Lokalrundfunktage Radionetzwerktag Media for you Blog der MEDIENTAGE MÜNCHEN
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00:00:00: Was erwartet uns in diesem Medienjahr?
00:00:02: Welchen Gedanken sollten wir gedacht haben?
00:00:05: Welchen Text gelesen haben?
00:00:06: Was sollten wir uns angeschaut haben, wenn wir in diesen Medien arbeiten?
00:00:10: Und welche Schlüsse ziehen wir daraus für unsere Arbeit, unsere Verantwortung und das, was wir tagtäglich so tun, wenn wir in diesen Medien arbeiten?
00:00:19: Darum geht's in dieser Folge von This Is Media Now.
00:00:23: Jetzt geht's los!
00:00:29: Das Update für alle, die Medien machen.
00:00:40: Mein Name ist Lukas Schöne und ich begrüße euch zu dieser Folge unseres Podcasts.
00:00:45: Zurück aus der Winterpause.
00:00:47: Ich hoffe, ihr hattet ein paar schöne erholsame Tage und seid gut in das neue Jahr gekommen.
00:00:53: Ja, dieses Jahr, das ist jetzt heute, wo wir aufnehmen, einundzwanzig Tage alt ist und diese einundzwanzig Tage bieten schon jetzt genug Stoff für einen eigenen Jahresrückblick.
00:01:03: Die Proteste im Iran, Donald Trump macht und sagt Dinge, die die Welt auf den Kopf stellen.
00:01:09: und wem da noch nicht genug der Kopf schmiert, vor allem er schmiert.
00:01:12: Genau, es geht schon los.
00:01:13: Schwiert, wollte ich natürlich sagen, vielleicht schmiert der Kopf auch manchmal, wer weiß das schon.
00:01:17: Schwiert, wollte ich sagen.
00:01:19: Vor allem, wenn wir in der Medienbranche arbeiten, wenn wir es mit all diesen Themen... beschäftigen.
00:01:23: Und wem da der Kopf noch nicht genug schwirrt, wie gesagt, gibt es ja auch noch diese Entwicklung rund um künstliche Intelligenz, digitale Abhängigkeiten, wirtschaftliche Probleme, auch all das geht es weiter in den Jahr.
00:01:35: Nahtlos weiter.
00:01:36: Bei all dem ist es, glaube ich, nicht schlecht, ein Kompass zu haben.
00:01:40: Einen Kompass an dem man sich orientieren kann, wenn man in dieses Jahr blickt und schaut.
00:01:45: Und das versuchen wir hier bei den Medientagenmönchen ja immer ein bisschen zu geben und zu sein mit unseren bescheidenen Mitteln.
00:01:52: Und wie wir das tun natürlich einmal hier im Podcast alle zwei Wochen, aber und das ist direkt zu Beginn eine große Empfehlung von mir, auch in unserem Block der Medientagemönchen gibt es regelmäßig alle Medienthemen, Entwicklungen.
00:02:04: Ein schriftlicher Form nachzulesen, aufbereitet vor allem von der Chefredakteurin des Blogs und meiner Kollegin Petra Schwiegler.
00:02:12: Und ich freue mich total, dass sie, ausgerechnet sie, mein erster Gast im Jahr im Jahr ist und mir gegenüber sitzt.
00:02:19: Hallo Petra, schön, dass du da bist.
00:02:21: Hallo Lukas, ich fühle mich total geehrt, dass ich heute, wo wir doch so viel zusammen arbeiten und zusammen stemmen und zusammen meistern und auch Spaß haben dabei, einfach mal bei dir zu... Gast sein darf, bei dir und deinem Kaktus hier im Podcast über ist
00:02:35: ganz großartig.
00:02:36: Schau mal hinter mich, der hat ja die Winterpause überlebt, eigentlich der Kaktus.
00:02:39: Der ist sehr
00:02:41: wertzig.
00:02:42: Der ist resilient.
00:02:44: Ja, das ist ein Grund, warum ich Kakteen so mag.
00:02:47: Sie sind resilient und widerborstig und das hilft ja vielleicht auch uns ab und zu in diesen Zeiten, wenn wir diese Charaktereigenschaften haben.
00:02:59: Petra, warum du hier bist?
00:03:01: erklärt natürlich auch für unsere Hörerinnen und Hörer.
00:03:03: Wir wollen so ein bisschen vorausschauen in dieser ersten Folge auf das Medienjahr.
00:03:10: Was wir so erwarten thematisch, womit wir uns natürlich in unseren Konferenzen, du im Blog, ich hier im Podcast, so beschäftigen werden voraussichtlich.
00:03:19: Wir wollen das aber nicht einfach nur so in einem Gespräch machen, sondern anhand von so ein paar Tipps und Empfehlungen, die du mitgebracht hast.
00:03:26: Ich habe auch ein paar dabei.
00:03:29: Die, wo wir glauben, das sind Dinge, die man mal gelesen gehört, gesehen haben sollte, wenn man in dieses Medienjahr geht, wenn man in dieser Medienbranche arbeitet.
00:03:40: Lass uns doch einfach rein starten.
00:03:41: In unsere Jahresvorausschau anhand von Tipps und Empfehlungen aus dem Hause, Schwegler Schöne, hier im kleinen Podcast Studio.
00:03:49: Deswegen fange ich mit meiner ersten Frage auch gleich mal an, die es gleich so ein bisschen philosophisch daherkommt.
00:03:55: Liebe Petra, wenn man in diesen Medien... arbeitet, welchen Gedanken sollte man gedacht haben?
00:04:02: Tja, Lukas, du hast ja schon sehr, sehr komplex geschildert, dass diese ersten drei Wochen des Jahres, im Jahr ist es ja eigentlich schon Jahresrückblick wert wären.
00:04:10: Und ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich da einen Gedanken habe.
00:04:14: Also ich habe einen komplexen Gedanken.
00:04:16: Also,
00:04:16: sehr gut.
00:04:18: Was man sich denken sollte, wir sollten Pausen machen.
00:04:22: Wir sollten mehr Sacken lassen.
00:04:24: Wir sollten wieder Mut zur Grauzone haben und zurück zum Kompromiss finden.
00:04:29: Die Grenzen anderer achten und es tatsächlich auch machen wie die Briten.
00:04:33: Ich glaube, wir brauchen manchmal einfach mehr Humor.
00:04:37: Wir machen wie die Briten, also zumindest mordtechnisch.
00:04:40: Nicht politisch unbedingt immer.
00:04:42: Nein, also nicht leicht, nicht leicht physisch, sondern tatsächlich manchmal in manchen Situationen sich zu denken, das Leben hat mir jetzt echt Zitronen hin, jetzt mache ich eine gute Limonade draus.
00:04:54: Ja, es ist komplex, herausfordernd, es ist für viele Leute anstrengend.
00:04:59: Das wollen wir alles gar nicht schön reden, aber wir müssen was damit machen und mit Zuversicht daran gehen.
00:05:05: und hinter diesen... komplexen Gedanken, steckt einfach mein Appell.
00:05:10: Lass uns ein bisschen zuversichtlich sein.
00:05:12: Also Zuversicht ein wichtiger Faktor und wie die Briten das machen.
00:05:16: Ich finde immer als Beispiel die meisten von euch haben es wahrscheinlich gesehen, die Serie Afterlife von Ricky Gervais, die ein unglaublich schweres Thema sehr britisch humorig aufbereitet.
00:05:31: Und das steht für mich so sinnbildlich immer für die Art des Humors der Briten.
00:05:35: Mit dem Thema in dem Fall geht es viel um Tod, Verlust und Trauer, Depressionen und das aber trotzdem mit diesem schwarzen britischen Humor anzureichern und dann trotzdem zu lachen auch bei solchen Themen.
00:05:47: Das ist vielleicht ein guter Gedanke zum Start ins Jahr.
00:05:51: Und ein Seh-Tipp.
00:05:52: Und auch noch ein Seh-Tipp.
00:05:53: Wahnsinn.
00:05:55: Falls ihr es noch nicht gesehen habt, ich hoffe, ihr habt es gesehen, gibt es auf Netflix.
00:05:59: unbedingt anschauen, würde ich sagen.
00:06:01: Ich beantworte meine eigenen Fragen ja auch heute.
00:06:05: Das heißt, es ist anders als sonst.
00:06:08: Der Gedanke, den ich mitgebracht habe, ist so ein bisschen entstanden aus einer... einem Teaser für eine Dokumentation, die ich Ende des Jahres auf ARD oder ZDF, ich bin mir ehrlicherweise nicht mehr sicher lief.
00:06:21: Ich habe die Dokumentation auch nicht gesehen, transparentmäßig.
00:06:24: Aber ich habe im Lineanfern sehen, ein Trailer zu dieser Dokumentation.
00:06:29: Es ging irgendwie um die Beastie-Stimmung im Land.
00:06:32: Welche Probleme gibt es so ein bisschen in diese Richtung, Ihnen erst thematisch.
00:06:35: Und die Doku wird anmoderiert mit dem Satz, das Land ist gespalten.
00:06:42: Und da denke ich mir ganz häufig, ist es das?
00:06:46: Und das führt mich zu meinen Gedanken, nicht immer mit der ersten Annahme in solche Themen reinzugehen.
00:06:52: Das ist mein Gedanke.
00:06:54: Weil wir haben ganz oft gewisse Annahmen, die wir so... ein bisschen wie eine Monstranz vor uns her tragen und dann auch in unsere journalistische oder Medienarbeit so ein bisschen mit reinnehmen.
00:07:02: Für mich ist die Gesellschaft ist gespalten, zum Beispiel, so ein Satz, der ist schnell gesagt ist, der oft gesagt ist, aber wenn man sich auch soziologische Arbeiten zum Beispiel anschaut, wenn man ein bisschen tiefer reingeht, gespalten, hieß sie auf der einen Seite, stehen die anderen und auf der anderen Seite stehen die anderen, aber so ist es halt nicht, so einfach ist es nicht und es ist sehr viel komplexer und ich finde, dass wir mit solchen Sätzen komplexe Probleme, manchmal zu sehr vereinfachen in den Medien und da gibt es ganz viele ganz viele andere Sachen.
00:07:32: Ein zweiter Satz, der mich auch immer ein bisschen nachdenklich macht, den wir auch schnell sagen, ist ja die Aufmerksamkeit-Spanne singt ja.
00:07:40: So, das mag sicherlich in manchen Fällen stimmen, aber es gibt auch hier... sehr viel Differenzierung, glaube ich.
00:07:47: Wir sehen auch zu diesem Trend, es gibt immer ein Gegentrend.
00:07:50: Wir sehen teilweise stundenlange Podcast, die große Fangemeinden haben, zum Beispiel, oder auch lange Dokumentationen.
00:07:58: Dass wir ein bisschen in diesem Jahr, also ein bisschen rauskommen aus diesem, wir haben irgendwie diese festen Annahmen, wie diese Gesellschaft ist, wie die Menschen irgendwie für die wir diese ganze Arbeit in den Medien machen, wie die so sind und was da die Probleme sind, ein bisschen aus vorschnellen Annahmen.
00:08:14: wieder rein in die Analyse und ergebnisoffen solche Dinge angehen und auch dann den teaser für eine Dokumentation, die bestimmt dann gut war.
00:08:23: Ich kann mir diese Journalistik sicherlich gut war, aber die Verkauf alleine wieder damit anfing, die Gesellschaft ist gespalten.
00:08:29: Und dann wieder mit Bildern gegen Schnitt von irgendwelchen Demos von der rechten Seite im Schnitt gegen andere Dinge.
00:08:37: Also, dass wir aus diesen forschenden Annahmen rauskommen.
00:08:40: Das ist ein Gedanke, den ich auch für mich selber, ehrlicherweise, auch in diesem Podcast habe ich sicherlich schon mal gesagt, die Gesellschaft ist gespalten, dass man da so ein bisschen vielleicht rauskommt.
00:08:49: und wieder die Komplexität der Welt ein bisschen mehr beachtet.
00:08:54: Ja,
00:08:54: genau deswegen.
00:08:55: Also ich glaube, wir sind uns da gar nicht unheimlich mit meinen Gedanken, weil ich genau das auch so sehe, dass wir tatsächlich anfangen müssen, vielleicht auch mal nicht nur bis zehn, sondern bis zwanzig zu zählen, mal Dinge eben sacken zu lassen, so hinterfragen.
00:09:08: Wir haben es ja eigentlich auch gelernt, wir sind ja beide ausgebildete Journalistinnen und dass wir einfach nochmal... Das machen, wie wir es eigentlich machen sollten.
00:09:16: Einfach noch mal einen Schritt zurücktreten, darüber nachdenken und auch die Gründe manchmal erfragen.
00:09:21: Was steckt denn dahinter?
00:09:23: Weil das ist einfach schon das Urteil, die Gesellschaft ist gespalten.
00:09:27: Aber was ist denn der Grund, warum ich zu dieser Aussage komme?
00:09:31: Das mag sicher in so einer Dokumentation geklärt sein.
00:09:33: Aber wir haben auch das Phänomen mittlerweile.
00:09:36: Und da komme ich jetzt schon ein bisschen zur Aufmerksamkeitsspanne.
00:09:41: Viele lesen nämlich nur noch
00:09:42: solche Airlines
00:09:43: und gehen nicht mehr in die Tiefe aus verschiedensten Gründen und dann haben wir den Salat.
00:09:48: Dann sind diese Feststellungen im Markt und da möchte ich, glaube ich, das sind auch die Medien dazu angehalten, diese Angebote zu liefern, dass man sich Meinung bilden kann, aufgrund dessen, dass man mehr weiß.
00:10:00: dass man zum Beispiel versteht, warum Dinge einfach so sind, wie sie sind oder entstehen.
00:10:04: Und es ist wahnsinnig schwierig geworden, weil dieser globale Irrsinn, der rüber schwappt aus den USA, natürlich auch uns tatsächlich ergreift.
00:10:11: Und ich habe es noch nie erlebt.
00:10:13: Ich bin jetzt dann dieses Jahr dreißig Jahre im Job.
00:10:16: Ich habe es noch nie erlebt, dass wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich, menschlich und auch privat alles so zusammenkommt.
00:10:23: Du kommst überhaupt nicht mehr zur Ruhe, weil alles irgendwie verwoben ist miteinander und dir die Sorge um Themen und die Beschäftigung mit Themen, das überhaupt nicht mehr nachlässt.
00:10:34: Also das ist sicher eine anstrengende Zeit.
00:10:35: Ich glaube anstrengend ist ein Begriff, der ganz gut passt für dieses Jahr.
00:10:39: Und da rauszufinden, glaube ich, kann es helfen, was du gesagt hast.
00:10:43: Und ich denke auch, wir sollten, wie gesagt, manchmal einfach bis zwanzig Teil.
00:10:47: Ja,
00:10:48: also ein bisschen mehr Geduld, ein bisschen mehr einmal tief durchatmen, bevor man irgendwie und Dinge einfach hinterfragen.
00:10:56: Also einfach Grundhandwerkszeug.
00:10:58: Und für die Briten ein Tee trinken.
00:10:59: Und ein Tee trinken.
00:11:00: Ja, Petra nimmt ihre Taste in die Hand, trinkt einen Schluck Tee und wir können mit der zweiten Frage direkt weitermachen.
00:11:08: Welchen Text beziehungsweise welches Buch sollte man denn?
00:11:11: in diesem Jahr als Medienschaffender gelesen haben.
00:11:13: Ich sehe da eins auf dem Tisch liegen übrigens.
00:11:16: Ja, du siehst eins auf dem Tisch liegen, weil ich mich das gerade Menschen, die mich gut kennen wissen, dass ich ein Fan der deutschen Sprache bin.
00:11:23: Und so habe ich ein Buch geschenkt bekommen.
00:11:25: Und zwar ist es relativ neu von Roland Kälbrand von der Schönheit der deutschen Sprache.
00:11:30: auch schon wirklich der Titel spricht mich an.
00:11:32: Und die Unterzeile lautet sehr richtig eine Wiederentdeckung.
00:11:37: Wir haben tatsächlich die Situation, dass wir lieber Anglizismen nutzen, dass wir viel Marketing, Buzzwords nutzen, gerade auch in den Medien.
00:11:46: Und wenn wir zum Thema KI kommen, gleich vielleicht noch in diesem Gespräch.
00:11:50: Doch,
00:11:51: vielleicht auch nicht.
00:11:52: Es
00:11:52: gibt ja unzählige Studien, die schon Anfang dieses Jahres rausgekommen sind.
00:11:56: Ein Tenor ist bitte zum Thema KI.
00:11:59: Wie wollt ihr euch da abgrenzen?
00:12:00: Unterscheidbarkeit.
00:12:01: Macht was Eigenes.
00:12:02: Und es ist nun mal so, dass die KI nichts neuer findet, sondern vorhandene Dinge neu bearbeitet, neu zusammenstellt.
00:12:09: Und in diesem großen Wust des im Internet finden Sie halt auch viel, viel, viel Marketing-Bus, diese KI-Tools.
00:12:16: Und man merkt einfach, wenn jemand mit Liebe einen Satz einfach mal wieder selbst schreibt.
00:12:22: Ich bin da echt ein Fan von Wiederentdeckung der deutschen Sprache.
00:12:25: Es gibt so schöne Begriffe.
00:12:26: Warum muss man Ausraum sagen?
00:12:28: Man kann ja auch mal bezaubernd oder reizend sagen.
00:12:31: Hey, das klingt doch
00:12:31: geil.
00:12:32: Reizend ist ein schönes Wort, übrigens finde ich auch.
00:12:36: Reizend.
00:12:38: Reizender Vorschlag.
00:12:41: Wir haben übrigens intern für alle da draußen.
00:12:45: Es gibt Petras Schreibwerkstatt.
00:12:47: bei uns in der Firma, weil Petra nämlich dadurch, durch ihre lange Erfahrung, sie hat es ja erst selber schon eingeschrieben, unsere große Schreiberin ist intern, den Block ja auch ganz viele Texte zum Beispiel selber schreibt, in ihrem Leben schon unzählige Texte geschrieben hat.
00:13:03: Wir haben just letzte Woche jetzt, wo wir aufnehmen, ihren fünfhundertsen Blockbeitrag für die Medientage München feiern dürfen und wenn jemand hier intern Expertin für die Schönheit der Deutschen Sprache, deutschen Sprache ist, dann ist das unsere Petra.
00:13:19: Das wundert mich, dass auch wenig, dass du diesen Tipp mitbringst.
00:13:23: Ja, es ist halt, also was auch noch dazu kommt, Roland Kälbrand verurteilt zum Beispiel den Dialekt nicht, sondern erfeiert ihn.
00:13:31: Und das finde ich sehr schön, wir sind die Medien Bayern, wir haben tatsächlich auch ein paar Native-Speaker hier im Haus, zukunftsbohrische.
00:13:37: Und jetzt sitzt der Westfali hier gegenüber.
00:13:38: Da sitzt der Westfali,
00:13:39: wir haben auch eine Osphriesien, also wir haben wunderbare Dialekte und sie werden nicht verurteilt, sondern ganz klar beschrieben, sie waren der Anfang.
00:13:49: Und das ist ja schön, weil es auch für das Thema Identität steht.
00:13:52: Und ich glaube auch, wenn wir darüber reden, was Medien dieses Jahr machen müssen, also wenn wir diesen Tipp, diese Tipps geben, wenn wir nach vorne blicken, ist es ganz wichtig.
00:14:02: Stiftet Identität sorgt dafür, dass ihr für Nähe sorgt.
00:14:05: Ihr seid, ihr müsst die Medien der Menschen verurteilen.
00:14:08: Und da gehört auch mal dazu, dass jemand eine Klang-Ferbung habt, die vielleicht nicht so ganz nach Hannover passt, aber zumindest nach München oder nach Olpe oder nach Hamburg.
00:14:19: Es gibt so wunderschöne Klangfärbungen.
00:14:21: Lasst es einfach durchkommen.
00:14:22: Die Menschen fühlen sich vielleicht auch näher gerade im Radio und im Fernsehen.
00:14:25: Ja, total lokale Identität.
00:14:28: Auch, glaube ich, ein großes Thema.
00:14:30: Gerade angesichts dieser ganzen Krisen um uns herum ist es, glaube ich, etwas lokale Identität einfach mehr zuzulassen.
00:14:37: Nicht als Schwäche, sondern als absolute Stärke zu begreifen.
00:14:40: Menschen, lokale Stimmen, also den Stimmen vor Ort, den Menschen vor Ort eine Stimme zu geben, so rum.
00:14:47: kann und muss, glaube ich, eine verstärkende Aufgabe von Medien auch in diesem Jahr speziell werden.
00:14:52: Wenn alles das große Weltgeschehen uns droht, zu erdrücken, einfach da sich darauf zu konzentrieren, wo man selbstwirksam wirklich werden kann und wo die Menschen auch selbstwirksam werden können und das als Lokalmedium oder auch als egal was für ein Medium.
00:15:08: trotzdem sich zu schauen, weil jedes Medium sitzt ja irgendwo, sich da irgendwie auch im Umfeld um zu schauen und da zu sehen, wie können wir hier denn unseren Beitrag für Demokratie, für Zivilgesellschaft leisten.
00:15:20: Das auch ein schöner Gedanke abgeleitet von dem Plädoyer dafür, die deutsche Sprache doch mehr zu wertschätzen und zu feiern mit den all ihren Facetten und ja auch Dialekten, die sie ja hat.
00:15:34: Das ist ja eine unglaublich vielfältige Sprache, aus davon ja wirklich.
00:15:37: Ja, so schön.
00:15:38: Sie ist reizend.
00:15:39: Sehr schön.
00:15:40: Sehr reizend.
00:15:41: Reizend.
00:15:42: weiß ich gar nicht, ob mein Tipp, mein Buch reizend ist.
00:15:45: Ich fand es aber sehr interessant.
00:15:46: Und zwar ist es... das kleine soziologische buch misstrauensgemeinschaften von allerdien elmar falani den soziologen der beschreibt die tese dass sich vertrauen bzw misstrauen in der gesellschaft.
00:16:03: und wir reden auch in den medien ganz viel und ich glaube das wird das ja wo vertrauen eins der zentralen Themen in den medien sein wird.
00:16:11: wir reden da ganz viel drüber und er sagt vertrauen oder seine tese ist vertrauen verschwindet nicht unbedingt wegen Themen, also wir reden ja ganz viel über Migration zum Beispiel, über so diese ganzen typischen Kulturkampfthemen wie Gendern oder wie keine Ahnung, dass da irgendwie sich die Leute aufspalten, dass da irgendwie deswegen Vertrauen verloren geht, weil Medien über bestimmte Themen nicht genug berichten und so weiter.
00:16:38: Er ist eher der Auffassung, dass sich grundsätzlich die Gesellschaft aufspaltet in Menschen, die dem System als Ganzes, also der Demokratie als Ganzes, nicht mehr vertrauen und die, die noch vertrauen.
00:16:50: Und das macht diesen Blick für mich weiter auf das Thema Vertrauen.
00:16:54: Also wir reden ganz viel, welche Verantwortung haben wir im Medien.
00:16:57: Da können wir auch gern leicht darüber reden und wir haben eine Verantwortung.
00:17:00: Aber erst mal anzuerkennen, dass das Thema ein viel viel größeres ist.
00:17:03: Also warum entsteht Misstrauen?
00:17:05: Wir leben in einer unglaublich komplexen Welt, wo keiner mehr so ganz genau die Akteure, die für ihr eigentlich für das funktionierende System, sei es technologisch, sei es der Staat, der Staat, sei es andere Systeme, irgendwie diese Personen dahin.
00:17:19: sind nicht mehr greifbar.
00:17:20: und man muss einfach irgendwie Menschen vertrauen, die man gar nicht kennt, die einfach weit weg sind.
00:17:26: Man muss Systemen vertrauen, wo man nicht weiß, wie funktionieren die einfach.
00:17:30: Und diese Komplexität führt verständlicherweise zu mehr Misstrauen, weil man einfach nicht genug weiß über diese Systeme.
00:17:36: und Vertrauen hat ja auch viel mit, ich weiß schon mal irgendwie grundsätzlich über etwas auch ein bisschen was zu tun.
00:17:42: Das ist das eine und das andere natürlich all die Krisen, die wir uns um uns herum sehen.
00:17:46: Und diese Gemengelage führt dazu, dass eigentlich es viel wichtiger wäre, dass Menschen vertrauen, weil gerade jetzt wäre Vertrauen in Institutionen eigentlich wichtig.
00:17:56: Aber Misstrauen größer wird und das ist so ein bisschen der Spannungsfeld, an dem auch die Medien natürlich stehen und wo sie eine Verantwortung haben.
00:18:03: Aber ich finde diesen großen, weiten Blick auf das Thema Vertrauen und woher kommt eigentlich Misstrauen?
00:18:09: und das Misstrauen auch in Medien nicht immer unbedingt was mit damit zu tun hat, dass wir alle scheiße arbeiten.
00:18:15: Was natürlich nicht so ist, weil es ganz viel tolle Medienarbeit gibt und daraus dann Schlüsse zu ziehen und das Thema von der Seite zu betrachten und nicht von der Seite.
00:18:25: Ja, vielleicht haben wir in den letzten Jahren unkritisch über zum Beispiel Migration berichtet, was ja oft ein Thema ist, warum, wo sich Misstrauens, Debatten daran entzünden.
00:18:35: Das ist mein Tipp, weil es so den Blick auf Vertrauen nochmal neu aufmacht, auf dieses große Wort Vertrauen.
00:18:42: So ziemlich spannend.
00:18:43: Vertrauen ist mittlerweile tatsächlich notwendig, wäre tatsächlich im gesellschaftlichen, im wirtschaftlichen, im politischen.
00:18:50: Also es betrifft wirklich wieder alles.
00:18:51: Also wir haben ein ganz großes Problem damit, auch wenn wir gerade noch da wo's gucken.
00:18:57: Vertrauen ist da nicht mehr unbedingt, Verlässlichkeit und diese Dinge.
00:19:01: Ja, finde ich einen
00:19:03: guten Tipp.
00:19:04: Das ist der Punkt.
00:19:05: und natürlich... haben Medien auch eine eigene Verantwortung dabei.
00:19:10: Und natürlich ist es auch das Thema, wie gewinnen wir denn als Medienvertrauen zurück.
00:19:15: Es ist aber nicht nur eine Medienaufgabe.
00:19:17: Es ist eine Gesamtaufgabe als Demokratie, als Gesellschaft, alle Institutionen, die dazugehören, Vertrauen aufzubauen.
00:19:24: Und da auch vielleicht noch an der Stelle gesagt Vertrauen ist ja auch nie eine Einbahnstraße.
00:19:31: Die Institution oder auch wir Medien, das gilt für Medien genauso, wenn wir Vertrauen erwarten von den Leuten, müssen wir auch Vertrauen geben.
00:19:38: Also wir müssen den Menschen Vertrauen.
00:19:40: jetzt im Sinne vom Staat gesprochen.
00:19:44: Im Moment ist es eher gang und gäbe zu sagen, ihr seid alle faul, ihr macht alle nur blau und ihr seid alle irgendwie immer krank.
00:19:51: Wie soll da Vertrauen gegenseitiges entstehen bei den Vorwürfen und bei Medien genauso?
00:19:57: Auch wir müssen uns fragen und das ist da komme ich zur Medienverantwortung.
00:20:00: Vertrauen wir den unseren Rezipienten genug.
00:20:02: Vertrauen wir den Leuten da draußen, dass sie Dinge auch mal komplexer verstehen wollen, dass sie vielleicht auch... Es gibt ja in der Journalisten Ausbildung zumindest bei mir diesen furchtbaren Satz.
00:20:13: Man muss immer vom dümmstmöglichen Leser ausgehen.
00:20:15: Ich fand das damals schon furchtbar und finde es auch weiterhin furchtbar.
00:20:18: Ich weiß schon, was dahinter steckt, natürlich, dass man komplexe Sachen einfach erklären muss.
00:20:21: Das weiß ich schon, aber dass man immer so sich von oben her ab... So ein bisschen mit Menschen und ihren Themen beschäftigt, das beobachtet man durchaus ja schon auch immer noch.
00:20:32: Und dass man da halt das auch Vertrauen schenkt, das finde ich immer wichtig.
00:20:37: Wollen
00:20:37: wir dieses Motto ersetzen, noch Medien für alle?
00:20:39: Das ist vielleicht besser.
00:20:40: Das ist ja genau.
00:20:41: Und das ist auch eine Antwort, die alle, die in Elmar Falani dann übrigens gibt, dass er halt sagt, wie entsteht denn Vertrauen?
00:20:49: oder wie können wir Vertrauen vielleicht zurückgewinnen oder die Misstrauenden wieder mehr zu Vertrauenden machen, wie er das dann nennt.
00:20:56: Es ist genau das.
00:20:57: Es ist auch da wieder die Arbeit vor Ort, dass man einfach alle Perspektiven mit einbezieht.
00:21:04: Und irgendwie auch diese perspektiven Debatte ist ja eine, die oft sehr eindämmen.
00:21:10: Es geht dann ganz schnell darum, wir vergessen immer die konservative Perspektive, aber das ist mir auch zu eindimensional gedacht.
00:21:21: unterschiedliche perspektiven lebensentwürfe in diesem land und auch die konservative perspektive gibt es ja auch nicht.
00:21:27: also was ist denn die konservative perspektive?
00:21:30: auch konservative menschen beschäftigen sich nicht den ganzen tag mit migration die haben auch ganz viele andere themen in ihrem leben.
00:21:38: und dass man da halt einfach weg kommt von diesem schwarz-weiß von diesem.
00:21:42: es gibt nur konservativ links oder keine ahnung sondern es gibt einfach so eine unfassbare perspektiven vielfalt medien für alle und dass man.
00:21:53: in der Arbeit wieder, dass man bald wegkommt von diesem Schwarz-Weiß.
00:21:56: Ich glaube, dass wir einen Beitrag den Medien zu diesem Vertrauensthema leisten müssen.
00:22:00: Ja,
00:22:01: wo sie auch tatsächlich einen Gegenpunkt setzen könnten.
00:22:03: Denn es ist tatsächlich so, gerade so Schlimmedia hat dazu geführt, dass sehr viel Schwarz-Weißdenken auch da ist, also nicht allein, aber tatsächlich.
00:22:10: Und das Schlimmste ist, wenn jemand auf einer Seite eingeordnet wurde, das ist dein Freund, wenn der plötzlich die Meinung ändert und auf Weiß wechselt, dann ist er plötzlich der größte Feind.
00:22:20: Also das ist eine Entwicklung in den... letzten Jahren, die gesteuert von Social Media durch Algorithmen, weil man ja im Prinzip sich immer in dieser Bestätigungsbubble befindet, stark befeuert wurde und das hat sehr, sehr viel kaputt gemacht zwischenmenschlich.
00:22:35: Also das müssen wir nicht behaupten, das ist durch Studien auch belegt.
00:22:40: Und da muss was getan werden.
00:22:41: Das ist ganz wichtig.
00:22:42: Und das ist auch okay ist, wenn ein Freund eine Freundin mal eine Meinung wechselt.
00:22:45: Und das ist auch okay ist, wenn die Gegenseite eine andere Meinung hat.
00:22:48: Denn ich kann ja davon lernen, ich muss vielleicht zuhören.
00:22:51: Aber das wird auch natürlich nicht von Politik und Medien vorgespielt.
00:22:54: Das ist ein Problem geworden.
00:22:55: Ja, auf jeden Fall.
00:22:56: Auf jeden Fall.
00:22:57: Auch da ein größeres Thema.
00:22:59: Jetzt waren wir schon bei Social Media.
00:23:01: Es passiert ja nicht nur Scheiß und... Streit und Hass auf Social Media.
00:23:07: Manchmal kann man sich ja auch inspirieren lassen.
00:23:10: Und dafür sind diese Plattformen ja durchaus auch immer noch gut bei allem berechtigten, bei aller berechtigten Kritik.
00:23:17: Welchen Social Media Account sollte man als Medien schaffender denn folgen?
00:23:28: nachhaltigen Journalisten aus Österreich, dem Armin Wolf.
00:23:31: Ich bin ein ganz großer Fan schon seit vielen Jahren vom ORF ZIP II News Anchor.
00:23:38: Armin Wolf ist ja wirklich ein Stahl in Österreich mittlerweile, ist aber trotzdem nie abgehoben.
00:23:42: und immer dieser Haltung, ich trete zurück, ich schaue mir die Dinge an, ich bleibe neutral.
00:23:47: Ich zeige auch Haltung im Sinn von ich mache das korrekt.
00:23:51: Also das ist echt ein Vorbild für Journalistinnen.
00:23:53: Ich finde dann auch als Menschen interessant, Das ist etwas, was ich mir immer gerne angucke.
00:24:00: Da hab ich nie irgendwie das Gefühl, es sind auch Themen und Dinge, die ja manchmal äußert, die mir selber nicht gefallen.
00:24:05: Das ist nicht immer meine Meinung.
00:24:06: Aber muss man dann auch aushalten, das hatten wir ja gerade.
00:24:09: Halt ich aus?
00:24:09: Also ich folge überhaupt gerne Menschen, die vielleicht jetzt nicht unbedingt meiner Meinung sind, auch auf LinkedIn, aber die vielleicht auch aufgrund ihrer Arbeit, ihrer Erfahrung der vielen Jahre auch in der Politik oder in hohen wirtschaftlichen Positionen.
00:24:22: Die Situation hatten, dass die anderen die Dinge entscheiden, die wir manchmal nicht verstehen, ganz nahe kommen und dadurch auch eine andere Sichtweise haben.
00:24:29: Also ich habe zum Beispiel mit Interesse diese Woche an LinkedIn Post von Bela Ander gelesen, der heute Podcaster ist und aber auch Regierungsprecher von Gerhard Schröder war.
00:24:37: Der hat auf Grünland ganze Grönland-Debatte eine ganz andere Sichtweise, weil er tatsächlich auch diese Machtspielchen auch anders einschätzen kann als unser einer.
00:24:46: Oder wenn ich in die Schweiz gucke, da gibt es ein PR-Gott, der heißt Syri Luxinger, der sehr, sehr lange in der Wirtschaft unterwegs war und auch dozent ist.
00:24:55: Das ist auch nicht immer meine Meinung aber er kann wahnsinnig gut Mechanismen erklären zwischen Wirtschaft, Öffentlichkeit und auch Medien und das finde ich einfach interessant auch wenn es nicht meine Meinung ist und das ist so lehrreich und ich würde ganz gerne appellieren dass mir Menschen tatsächlich auch Social Media und diese Accounts auch LinkedIn einfach mal nutzen eigentlich auch um.
00:25:17: um zu sehen, was sind da für Meinungen, um zu lernen, um zu verstehen und nicht einfach nur zu reagieren, sondern einfach durchlesen.
00:25:24: Ich muss auch nicht immer reagieren, das will ich auch gar nicht.
00:25:27: Ich lese sehr, sehr viel, aber ich schaue es mir an, lasse es zack und denke mir, ich verstehe es jetzt vielleicht, auch wenn es nicht gut finde.
00:25:34: Ja, und aus diesem, was ja schnell passiert, weil die Plattformen ja auch ein bisschen so Design sind und die Algorithmen ein bisschen dahintreiben, rauskommen, ich suche nur Bestätigung für meine Meinung, die ich eh schon habe.
00:25:47: und wir schließen uns dann da auf diesem Plattform zu den schon beschriebenen Mistrausgemeinschaften zusammen und so entsteht dann irgendwie nur noch ein Gegeneinander, sondern sich auch mal inspirieren lassen, andere Meinungen zulassen.
00:26:00: Da sind ein paar gute Tipps dabei.
00:26:01: Ich werde versuchen, das alles auch in die Show Notes zu packen im Nachhinein natürlich.
00:26:07: Hätte noch ein Tipp.
00:26:08: Okay.
00:26:08: Wenn ich auch sehr, sehr gerne lese und verfolge und auch... Newsletter immer abonniert habe, das ist tatsächlich Sascha Pallenberg, der schon seit, oh Gott, zwanzig Jahren wahrscheinlich über Netzkultur schreibt, aber er war sehr lange in Asien ansässig und war da eher so ein Brotloser Blogger.
00:26:25: Das Angenehme ist, also er hat wahnsinnig Ahnung von dieser Netzwelt, aber er blickt auf dieses Deutschland teilweise noch mit dieser Sichtweise von außen.
00:26:35: Wie gut es tut und das auch sehr gut und sehr klug.
00:26:38: Also er hat auch nach wie vor, er war auch Gründer von Mobile Geeks, das ist vielleicht ein Begriff.
00:26:43: Und ich finde das unglaublich interessant zu sehen, wenn jemand sehr, sehr viel Wissen oder Lebensstil aus dem Ausland bei mitgenommen und eine ganz andere Haltung, wie er dann auf Deutschland blickt.
00:26:52: Das sehe ich unglaublich gern, das mag ich.
00:26:55: Nicht nur, dass er unglaublich viel klug gesagt, über den Digitalmarkt, über große Entwicklungen in dem Medienbereich.
00:27:01: Und auch gerade, was unsere Tech Bros.
00:27:03: im Silicon Valley angeht, sondern dass er halt auch wirklich diesen etwas anderen Blickbänkel bewahrt hat.
00:27:08: Und das ist sehr erfrischend und tut gut.
00:27:10: Im Sinn von zurücktreten, gucken, Meinung bilden.
00:27:19: Da komme ich zu einem meiner beiden Tipps, der für mich persönlich auch immer sehr wichtig ist.
00:27:27: Aufmerksame Hörer dieses Podcasts.
00:27:29: Wissen Sie vielleicht, ich bin von Grund auf eher so ein... eher so ein bisschen so ein skeptischer Mensch, der gerne Dinge auch mal ein bisschen negativ sieht.
00:27:38: Und ich versuche mich da oft auch ein bisschen selber rauszuziehen.
00:27:41: und wem das ähnlich geht.
00:27:42: In dem empfehle ich Dirk von Gielen.
00:27:44: zu folgen, weil der, das Dirk ist so Berufsoptimist, den ich ihn manchmal, da habe ich ihn glaube ich auch persönlich schon mal genannt, deswegen kann ich das hier im Podcast glaube ich sagen, der Dinge immer sehr konstruktiv betrachtet, vor allem halt auch mit seiner großen Digitalexpertise, die er hat und viele in Entwicklungen auf Social Media und im Digitalbereich herausstellt, die auch wirklich Mut machen können, die positiv sind, die konstruktiv sind, um halt so ein bisschen zu vermeiden, dass man immer nur die negative Seite dieser ganzen Entwicklung sieht.
00:28:16: Das ist auf jeden Fall ein Tipp von mir, wenn ihr auch die Gefahr läuft, immer alles allzu negativ zu sehen, ist Dirk immer ein ganz guter Gegenpol, Dinge positiv zu bewerten.
00:28:27: Und mein zweiter Tipp bezieht sich so ein bisschen auf das Thema Medienkritik, die wir ja hier auch so ein bisschen machen in diesem Podcast.
00:28:36: weil ich wichtig finde, fundierte Medienkritik nicht den Schreihälsen da draußen zu überlassen, die grundsätzlich den Wert von freien Medien oft in Frage stellen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zum Beispiel angreifen und am liebsten irgendwie abschaffen wollen, die eine Kampagne fahren gegen Medien, sondern... fundierte Medienkritik den zu überlassen, die grundsätzlich an dieses Mediensystem glauben und die grundsätzlich wohlwollend sind und grundsätzlich den Journalismus und Medien für unglaublich wichtig für die Demokratie halten, da empfehle ich Nadja Sabura zu folgen.
00:29:10: Für mich eine der profiliertesten besten Medienkritikerinnen in Deutschland, die das sehr, die man sehr fundiert und sehr klar auf den Punkt bringt, wo Fehler gemacht werden in den Medien, wo schief berichtet wird über Dinge, wo verschiedene Perspektiven einfach außer Acht gelassen werden in der Berichterstattung, teils einfach aus Ressourcengründen natürlich auch, das ist ja auch ein großes Problem in den Medien immer, wie immer mehr, auch leider, weil wir die wirtschaftliche Entwicklung sehen, die immer wieder darauf hinweist, achtet darauf, aus welcher Perspektive ihr über Dinge berichtet.
00:29:49: Ein Beispiel für mich an Anfang dieses Jahres war zum Beispiel die Berichterstattung über Venezuela.
00:29:55: Wo wir sehr viel darüber geredet haben, was macht Trump?
00:29:59: Was sagt Trump?
00:30:00: Was passiert da?
00:30:01: Und man sehr lange in sehr vielen Medien, das fing dann irgendwann so ein bisschen an, gar nichts über die Perspektive der Venezuelanerinnen irgendwie gehört gelesen hat.
00:30:11: Wie geht es eigentlich den Menschen vor Ort damit?
00:30:13: Also was passiert da eigentlich gerade?
00:30:14: Also was ist eigentlich mit den Menschen in Venezuela?
00:30:19: Und da weißt sie immer wieder drauf hin.
00:30:23: Nehmt die Perspektive der Menschen ein, ihr berichtet für die Menschen, für die wir das eigentlich machen, seid machtkritisch und ein Beispiel oder ein Tipp wäre irgendwie gewesen, sucht euch doch freie JournalistInnen aus Venezuela, die für euch irgendwie recherchieren, die ihr dann ins Kollegen Gespräch zum Beispiel holt, um die Perspektive einfach drin zu haben.
00:30:44: und nicht einfach, dann steht der Korrespondent irgendwo in Rio und sagt dann, um soll darüber reden, was in Venezuela passiert, sondern wirklich die... Perspektive einzunehmen, die in dem Fall wichtig ist.
00:30:55: Und das ist die Perspektive der Menschen in Venezuela.
00:30:58: Und da gibt es so viele Tausende Beispiele, wo gerade diese Perspektiven Geschichte, dass man allzu sehr immer so die Machtperspektive mit kommuniziert, aber sehr wenig oft die Perspektive der Menschen, die das die unmittelbar betroffen sind.
00:31:12: Und daran weist sie immer wieder sehr klug und fundiert daraufhin.
00:31:15: Und das finde ich immer sehr lesens und bedenkenswert.
00:31:19: Ja, ich kenne das ja jetzt eigentlich sehr gut und ich weiß, dass ihr das vor allem mit großem Herzblut macht.
00:31:24: Also das ist Herzblut und tatsächlich Liebe zum Medium.
00:31:28: Und da muss man gar nicht so weit gehen.
00:31:29: Wir haben tatsächlich in Deutschland auch Situationen.
00:31:32: Jetzt kommen wieder die Wahlen.
00:31:35: Ganz viele regionalen Lokalwahlen.
00:31:38: Und ich kann mich daran erinnern, dass ich mit großen Wundern vor den nationalen Fernsehnachrichten saß.
00:31:44: Und es ging um die Wahlen in Ostdeutschland.
00:31:46: Und da war Jens Spahn damals tatsächlich auch nicht mal ... in der Regierung, sondern in Oppositionen, plötzlich Gesprächspartner.
00:31:54: Aus Münster, aus dem Münsterland.
00:31:55: Na ja gut, es ist halt auch, dazu muss man sagen, selbstkritisch, wir neigen alle zur Bequemlichkeit.
00:32:01: Es ist halt bequem, der Typ ist halt sowieso gut mit meiner Redaktion, dann frage ich ihm halt mal.
00:32:06: Genau das ist es, man darf nicht mehr so bequem sein.
00:32:08: Man muss den Schritt weitergehen und wenn halt Lokalwahlen, regional, Landeswahlen sind, in Ostdeutschland, dann haben da ostdeutsche Player zu stehen und nicht einen Jens Spahn.
00:32:21: So, das ist einfach so ein Thema.
00:32:22: Da muss man nicht mal nach Venezuela werden.
00:32:24: Sie hat absolut recht.
00:32:26: Manchmal ist der nächste Schritt gar nicht weit und er erfolgt einfach ausbequemlich.
00:32:31: Ein Beispiel, was mir auch immer auffällt, wenn und auch das wird ein Thema, was die Medien zunehmend beschäftigen wird, leider, ist, wenn man über das Thema Armut Also im weitesten Sinne berichtet.
00:32:46: Wir haben das letztes Jahr ganz oft an der Bürgergelddebatte erlebt, wie dann darüber berichtet wurde.
00:32:54: Die Berichterstattung über diese Reformideen dieser Gaben, die ja jetzt dann auch umgesetzt wurden, das heißt nicht mehr Bürgergeld, sondern Grundsicherung und kommt mit Hertransaktionen einher und so weiter.
00:33:04: Ich will die Debatte jetzt gar nicht aufmachen.
00:33:07: Aber auch da ist mir aufgefallen, dass jemand, der sich auch mit dem Thema ein bisschen mehr beschäftigt, dass sehr viel einfach mitkommuniziert wurde, wie die Macht die Mächtigen drüber sprechen.
00:33:19: Und Journalismus ist in meinen Augen eigentlich immer Machtkritik in erster Linie oder kritisch den Mächtigen gegenüber.
00:33:25: Einfach da auch ganz oft die Perspektive der Menschen wieder gefehlt hat, die das betrifft.
00:33:30: Also ein bestimmtes Bild von... Bürgergeldempfänger im Land, glaube ich, entstanden ist, da sind durchaus Medien mit verantwortlich, diese These würde ich durchaus vertreten, weil auch da diese Gruppe, es ist keine homogene Gruppe, diese Gruppe ist so heterogen und jede Geschichte ist irgendwie anders und es gibt nicht den Bürgergeldempfänger oder die Bürgergeldempfängerinnen und es gibt nicht den Menschen, der in Armut lebt, das ist so heterogen, aber wie politisch darüber gesprochen wird, entsteht halt, schnell der Eindruck, es ist so eine homogene Gruppe, die alle irgendwie gleich zu behandeln sind.
00:34:09: Und da hätten Medien die Verantwortung, diese Komplexität auch da besser darzustellen und auch mit den Perspektiven der Menschen, um dies dann am Ende geht, darzustellen.
00:34:19: Also
00:34:19: der Urgedanke, der Gründerväter des heutigen Journalismus, nach dem Zweiten Weltkrieg war tatsächlich, man muss Journalismus als sehr gute Dienstleistung an Menschen verstehen.
00:34:28: Und ich finde, da versagen mittlerweile viele.
00:34:31: Denn wenn man diese Dienstleistung ernst nimmt und sie gut macht, dann fühlen sich die Menschen angesprochen.
00:34:37: Und damit kommen wir dann eigentlich auch schon auf die wirtschaftlichen Probleme von Medien.
00:34:40: Denn wenn Menschen sich von ihrem Medium angesprochen fühlen, dann sind sie auch bereit, es zu abonnieren, zu hören, annutzen sie es.
00:34:50: Also, dass so viele Menschen von klassischen Medien Abstand nehmen, ist auch wirklich eine Entwicklung dieser sag ich jetzt mal, dieser Loslösung von einer guten Dienstleistung des Journalismus.
00:35:01: Und der ist nicht bequem.
00:35:03: Also da ist sehr, sehr viel, wo ich sage, es ist jetzt ein guter Zeitpunkt sich mal an die Nase zu fassen und zu gucken, leisten wir das noch.
00:35:10: Sind wir für die Menschen da?
00:35:11: Sind wir die Stimme der Menschen?
00:35:12: Geben wir ihnen Stimme?
00:35:13: Oder zitieren wir nur die Mächtigen immer?
00:35:16: Und momentan in vielen Formaten sehe ich das schon.
00:35:19: Also du hast das ja schon kritisiert.
00:35:21: Jetzt sind wir grad bei dem Thema.
00:35:23: deswegen ziehe ich jetzt eine Frage vor.
00:35:28: Welche Dokum, welchen Film, welchen Podcast sollte man geschaut, schrägstrich gehört haben.
00:35:35: Das ist aber die komplexe Geschichte.
00:35:37: Ja, ich hab ja schon erwähnt, dass ich finde, es hat sich selten.
00:35:41: Die Arbeitswelt, also jetzt unsere Arbeitswelt, also Medienmenschen, so sehr verwoben mit dem Privaten.
00:35:46: Man kommt ja nicht mehr außen vor.
00:35:48: Also es geht ja gar nicht mehr, man kann nicht mehr Abstand halten.
00:35:51: Und ich habe tatsächlich mich beschäftigt, natürlich, wahrscheinlich, wie sehr, sehr viele Menschen, die Vorgänge in den USA, diese Big Tech-Menschen, beschäftigt mich ungemein.
00:36:01: Er, was da passiert, wie umfassend uns das betrifft.
00:36:05: Und ich habe in diesem Sinne jetzt auch über dieses Jahr, als ich Zeit hatte, auch viele, viele Dinge geguckt.
00:36:12: Ich bin ein großer Doku-Fan.
00:36:14: Und ich kann da auch tatsächlich immer wieder nur Arte loben.
00:36:16: Ich mag das, was
00:36:17: die auch tun.
00:36:18: Oh ja.
00:36:18: Ja.
00:36:18: Artemäliothek.
00:36:19: Und ich
00:36:20: habe mir da tatsächlich so ein Serienabend ganz linear und im Fernsehen stelle das mal vor, auch da gucke ich noch zuweilen, weil ich mir ein Serienabend, also ein Doku-Abend angeguckt, zum Thema Kapitalismus made in USA.
00:36:34: Es wurde sehr, sehr deutlich, dass das, was wir in den letzten, ich sag jetzt mal, achtzig Jahren erlebt haben seit dem Zweiten Weltkrieg.
00:36:42: Also es nicht mehr okay war, nachdem was passiert ist in Hitler, Deutschland und die ganze Welt einfach auch nochmal wusste.
00:36:49: Also taktisch und vom ganzen Gefühl her kann man das jetzt nicht so machen.
00:36:52: Wir müssen Imperialismus sein lassen.
00:36:54: Wir müssen manche Dinge überdenken.
00:36:55: Das ist nicht mehr schick auf diesem Planeten.
00:36:57: Also dass diese achtzig Jahre die Ausnahme waren.
00:37:00: Und wir kommen jetzt wieder in die Rede.
00:37:02: Und das hat mich sehr
00:37:03: erschrocken.
00:37:04: Weil das, was gerade vorgeht in dieser zweiten Trumpschen Regierungszeit, ist eigentlich nichts anderes als das, was die Ölbarone damals durchgesetzt haben.
00:37:15: Also insofern würde als Film-Tipp momentan der Will Be Blood ganz gut passen.
00:37:22: Mit einem genialen Daniel Lewis, fast zwanzig Jahre alt.
00:37:25: Das ist die radikale Denkweise, das Recht des Stärkeren, das jetzt wieder Oberhand gewinnt.
00:37:31: Es ist wirklich so, als wenn diese Mächte oder zumindest die letzten dreißig Jahre gewartet
00:37:36: hätten,
00:37:36: versteckt in der Heritage-Stiftung, dass eine Marionette kommt, die das durchzieht, was sie eigentlich haben wollen.
00:37:42: Und ich glaube, dann dem Punkt sind wir.
00:37:44: Deswegen ja, diese Doku und Podcast hat mich leider auch in diese Richtung momentan bewegt.
00:37:50: Also ich gebe es offen zu, also ich komme gerade momentan von dem Thema nicht los und was mich im letzten halben Jahr ungemein beschäftigt hat, wo ich immer noch oft daran denke.
00:37:59: ist vom Deutschlandfunk von Fritz Espenlaub, wederführend die Peter Thiel Story, wo unglaublich viel klar wird, wie diese Tech Bros eigentlich ticken und mit welchen kranken Technokraten denken, sie die Welt umkrempeln wollen.
00:38:13: und dieses, ich kaufe mir die Welt, ist wirklich Wahrheit geworden und das ist sehr, sehr beklemmend, macht nicht gerade zuversichtlich, weil wir das auch hatten, aber ... Es mir hat es einfach ein bisschen näher gebracht, was da eigentlich für eine Macht wirkt.
00:38:29: Und ich habe großen Respekt davor und beobachte das natürlich.
00:38:34: Und es macht bei euch ein bisschen Angst.
00:38:36: Und wenn ich nochmal in ein glanzliches Lokal brechen darf, um
00:38:39: ein bisschen zuversichtlich zu sagen.
00:38:42: Immer gerne.
00:38:43: Ich, lange hat es gedauert, aber ich finde, so langsam kommen gerade aus dem lokalen Radio ein paar Podcasts, die wirklich gut zu hören sind.
00:38:50: Es hat wirklich lange gedauert.
00:38:52: Was für mich nicht verständlich ist, weil es gibt so unglaublich gute Audio-Leute im Lokalradio, die unglaublich viele Themen in der Nähe kennen.
00:38:59: Also da liegt so ein Goldschatz, den es noch zu heben gilt.
00:39:03: Aber was mich letztes Jahr unglaublich begeistert hat, ist auch mit dem Audiopreis in NRW ausgezeichnet worden, dass der Chefredakteur von Radio RSG einen Podcast gemacht hat über das Leben im Knast, der heißt Knast Live.
00:39:18: Und ich habe da jede Minute aufgesogen, wie Mit Abstand, wie er dieses Leben, wie Thorsten Kabitz ist übrigens der Name, Entschuldigung, wie Thorsten Kabitz das unglaublich gut schildert und auch, also nicht, es ist nicht irgendwie weichgespült oder vereinnahmt für eine Seite, sondern er bleibt neutral, aber er schildert unglaublich, wie das ist eigentlich im Knast zu sein.
00:39:43: Also unglaublich beeindruckend und fand es ganz cool, da werden sicher wieder viele sagen und fragen, ja verdient er Geld damit.
00:39:52: mag sein, dass es noch nicht das große Geld ist, nur man ist jetzt an einem Punkt und es sollte man vielleicht vielen Medien in diesem Jahr mitgeben.
00:39:59: Wenn ich nicht sorge, dass ich eine geile Dienstleistung habe, dass ich mit meiner Marke für die Menschen da bin, dann mag es vielleicht im ersten nicht gleich Geld einspielen.
00:40:09: Aber wenn ich die nicht bei mir habe, dann sind die weg und dann habe ich nie eine Chance, vielleicht noch was draufzusetzen, damit ich Geld verdiene.
00:40:17: Weil wenn sie weg sind, dann hole ich sie nicht zurück.
00:40:20: Ich glaube, du hast auch mal berichtet.
00:40:22: Es gibt zuerst die Beispiele aus den USA, wo auch Lokalradio.
00:40:26: mit Podcasts ganz gut wieder da reinkommt, die Hörer zu halten.
00:40:30: Also ich glaube...
00:40:31: Und anfängt Geld zu verlieren.
00:40:32: Das Hubbard Radio
00:40:34: ist
00:40:34: ein Beispiel zum...
00:40:36: Ja, genau.
00:40:37: Wir sind an einem Punkt angekommen, wo es wirklich darum geht, also wir haben ja gerade den Tageszeitungsverlagen erleben wir das mittlerweile sehr stark, dass erst mal auch Angebote gesetzt werden, um die Leute zu halten, die auch mal kostenfrei sind.
00:40:49: Und ich glaube, dieses Denken muss stärker in mehr Medien sich durchsetzen.
00:40:54: Wir müssen unsere Menschen hier halten und dann kann ich mir ein Geschäftsmodell ausdenken.
00:40:58: So wie eigentlich die Anfänge des deutschen demokratischen Journalismus nach dem zweiten Weltkrieg waren.
00:41:02: Da war erstmal die Dienstleistung da und dann wurde erst Geld verdient.
00:41:05: Und ich glaube an dem Punkt sind wir wieder angekommen.
00:41:07: Leider.
00:41:07: Journalismus als Dienstleistung für die Menschen.
00:41:10: Das ist nämlich so als zentralen Punkt so ein bisschen aus unserem Gespräch bis jetzt mit.
00:41:15: Das sieht sich bei uns beiden ja so ein bisschen durch.
00:41:18: Das wieder mehr als Dienstleistung für die Menschen zu begreifen.
00:41:23: Also ich hab jetzt nur einen Tipp, ich rede jetzt mal nicht über Podcast an dieser Stelle, ist zu hier sonst auf genug.
00:41:27: Ich hab einen Tipp dabei, nämlich eine Doku, läuft auf Netflix, ist bei einem der großen amerikanischen, und zwar die Doku Cover Up über Seymour M. H. Hirsch, den US-amerikanischen Journalisten, die Journalistenlegende.
00:41:42: Eine sehr sehenswerte Doku, erst mal sehr sehenswert gemacht auch.
00:41:45: Und ich finde, sie erzählt ganz viel über Journalismus, auch über den Journalismus heute.
00:41:52: nicht kennt.
00:41:53: Er ist ein Journalist, der ist inzwischen weit über achtzig.
00:41:57: Er hat unter anderem Kriegsverbrechende Amerikaner im Vietnamkrieg aufgedeckt, dass die Massaker von Millay zum Beispiel hat er aufgedeckt.
00:42:06: Er hat die Folter im Gefängnis Abu Ghraib im Irak von amerikanischen Soldaten aufgedeckt.
00:42:13: hat über den Watergate-Skandal für die New York Times berichtet, also schon eine Reporter-Legende, eine investigative Journalismus-Legende.
00:42:21: In letzter Zeit ein bisschen in die Kritik geraten, da kommen wir auch noch, komme ich gleich auch noch kurz zu.
00:42:25: Aber was diese Doku nämlich genau erzählt ist... Journalismus ist Machtkritik, das habe ich ja gerade schon gesagt.
00:42:32: Und Journalismus ist nicht dafür da, einfach das wiederzugeben, was Mächtige einem in den Blog diktieren und das dann in irgendeine Überschrift zu packen und zusammenzufassen.
00:42:41: Herr Präsident hat ABC gesagt oder irgendwie, sondern einfach zu hinterfragen, einfach immer skeptisch zu bleiben gegenüber Menschen, denen Macht gegeben ist vom Volk und denen auf die Finger zu schauen oder auch unter die Finger.
00:42:55: Was wollen sie denn verbergen?
00:42:57: Deswegen ja auch Cover Up, weil ganz viel ja irgendwie auch wirklich vertuscht werden soll.
00:43:02: Das zeigt diese Doku irgendwie sehr eindrücklich einmal, wie wichtig das ist, wie wichtig das auch immer schon war und wie schwierig das auch ist.
00:43:09: Also wie sehr auch dann Kräfte und Mächte dagegen arbeiten, dass Journalisten wie ein Hirsch damals solche Dinge aufdecken und dass das Journalismus ist und nicht einfach irgendwie ich diktiere, irgendwie lasst mir irgendwas in den Blog diktieren.
00:43:24: und er hat am Anfang der Doku das fand ich sehr eindrücklich.
00:43:28: hat er irgendwie sehr den beiden DokomacherInnen zu verstehen gegeben, dass er ihnen eigentlich gar nicht traut.
00:43:34: Das glaub ich so sein... Das bestimmt sein Leben sehr.
00:43:39: und er hat gesagt, it's hard to know who to trust.
00:43:41: Das war immer so sein Mantra.
00:43:45: Und das trägt er bis heute.
00:43:47: Und es ist ja eine Geschichte über Journalismus, was er leisten kann, um Dinge aus dem Dunkeln ins Licht zu ziehen.
00:43:54: Aber es ist halt auch ein bisschen eine Geschichte darüber, dass es in den USA immer schon Phasen und Dinge gab, die weit weg von jeglicher Moral gelaufen sind und die wirklich schockierend schockiert haben.
00:44:09: Und dass ja, dass der Moment passiert, schrecklich ist, aber auch... keine historische Einmaligkeit ist.
00:44:15: Und das muss man sich, glaube ich, auch immer vor Augen führen, auch wenn man Dinge bewertet.
00:44:20: Und das zeigt diese Doku alles.
00:44:21: Die zeigt aber auch einen Mann, der von einer ziemlich hybris getrieben ist.
00:44:26: Also es ist auch nicht nur ein Feiern dieses Journalisten.
00:44:29: Er hat ja zum Beispiel auch letztes Jahr eine Geschichte gemacht, dass die Amerikaner selbst die Nord Stream Pipeline gesprengt haben sollen, was der einzig und allein auf einer einzigen Quelle wohl begründet hat und was offensichtlich nicht auch nicht stimmt und dass man auch dann nicht zu sehr in seinen eigenen Überzeugungen dann auch gefangen sein darf, auch wenn man schon lange im Geschäft ist und eine Legende ist.
00:44:53: Und diese Geschichte, also schaut euch diese Doku an, weil sie Wenn ihr euch für Journalismus interessiert sowieso, weil sie unglaublich viel über Journalismus und die Wichtigkeit von Journalismus auch gerade in diesen Zeiten erzählt, mit allen Vor- und Nachteilen, die so eine Arbeit so eines Mannes dann haben kann.
00:45:11: Eine echte Dienstleistung
00:45:12: zu sein.
00:45:13: Eine echte Dienstleistung am Menschen zu sein, auch da wieder.
00:45:15: Das war ihm schon auch immer ein Anliegen.
00:45:18: Und
00:45:18: bei allem Altenen wollen wir mal ein bisschen altersmilder sein, er ist ja schon alt.
00:45:21: Also keine gute Sache auf einer Quelle, es muss da eigentlich selber wissen, aber wir wollen jetzt mal gucken.
00:45:26: als Altersmelde.
00:45:26: Genau, da sind wir Altersmelde.
00:45:29: Gut, machen wir noch die letzten beiden jetzt ein bisschen, vielleicht ein bisschen kürzer, wir sind schon weit fortgeschritten in der Zeit.
00:45:34: Welchen Newsletter sollte man denn abonnieren?
00:45:36: Du, der Quantität, da gibt es ja ohne Ende, da will ich gar nichts empfehlen, also wer hat nicht jeden Newsletter, aber ich möchte mal ein bisschen Qualität kurz mal werben, also im Sinne von Jo, durchatmen, schlau machen und vielleicht manchmal ein bisschen britischen Humor.
00:45:52: und da möchte ich einfach den Menschen da draußen.
00:45:55: aus der Reihe der Lage am Morgen vom Spiegel den Stefan Kusmani empfehlen.
00:46:01: Ich feier es immer, wenn der Autor der Chefredaktion die Lage am Morgen schreibt, denn die bittersten Themen werden von ihm in herausragenden Deutsch, wo wir wieder beim Punkt werden, in wirklich unglaublich guter Sprache.
00:46:15: sehr kritisch wahrgenommen, teilweise auch selbstkritisch, er bringt auch manchmal persönliches rein und es ist oft so
00:46:21: viel Humor
00:46:21: zwischen den Zeilen, ich liebe es und es macht mir den Tag einfach besser.
00:46:26: Ich bin der Nachrichtenchunky, ich schaue in der Früh auf meinem iPad alles durch, bevor ich aufstehe und ich freue mich immer, wenn der Tag mit Stefan Kussmani beginnt.
00:46:34: So, das ist kurz und bündig, sehr gut.
00:46:36: Ich mach auch, jetzt bin ich doch wieder beim Thema Podcast, ich mach dann auch einen, wenn man sich beim Thema, mit dem Thema Podcast beschäftigen will, aber echt auch ein bisschen darüber hinaus, empfehle ich Beifahrersitz von Denise Fernholz, weil das in meinen Augen im deutschsprachigen Raum, der fundierteste Newsletter mit allem, was mit Podcast und Audio zu tun hat, unglaublich Von dir geschrieben, man merkt, dass die ein Riesennetzwerk in die Branche hat, lässt auch immer verschiedene Stimmen von großen Plattformen bis zu kleinen unabhängigen Podcaster innen zu Wort kommen.
00:47:08: Das gefällt mir immer total.
00:47:10: Und wenn man auf dem Laufenden bleiben will, was sich beim Podcast tut und verändert gerade im deutschsprachigen Raum, sollte man Beifahrersitz abonniert haben.
00:47:18: Aber das ist auch für Leute interessant, die vielleicht jetzt nicht primär Podcast im Podcast arbeiten, weil es auch sehr viel darüber erzählt.
00:47:25: über Community.
00:47:26: Wie erreiche ich eigentlich die Leute, wieder Dienstleistungen sein, mutig sein, Geschichten mal anders zu erzählen.
00:47:34: Also es erzählt auch immer ein bisschen mehr mit als über den reinen Podcastmarkt.
00:47:37: Deswegen ist das an der Stelle meine Empfehlung.
00:47:40: Vielleicht sollte man noch empfehlen, this is media now, weil dich gibt es ja nicht nur als Podcast, sondern auch als LinkedIn Newsletter.
00:47:45: Ja, als LinkedIn Newsletter.
00:47:46: Ja,
00:47:46: guckt man auch immer
00:47:48: gerne rein.
00:47:48: Könnt ihr auch gerne abonnieren, wenn ihr da Lust drauf habt.
00:47:51: Ja, da guckt und hört man gerne rein.
00:47:52: So, jetzt letzte Frage, bezieht sich auf einen Trend, den es ja auch dieses Jahr gibt.
00:47:57: Wir sagen, wir gehen ja alle wieder mehr raus und unter Leute und auf Yves, und so.
00:48:01: Also so ist ja solltenbier vielleicht, weil wir uns nicht so zu sehr immer von dem treiben lassen sollten, weil was irgendwie oft... irgendwelche Algorithmen oder Schreihälse und Polarisierungsunternehmer uns auf den Social Media Kanälen so vorwerfen wollen und uns anschreien gegenseitig, sondern eher wieder heraus in dieses echte Leben.
00:48:20: Und deswegen frage ich, welches Event oder welchen Ort es so sollte man mal besucht haben in diesem Jahr.
00:48:25: Da kann ich nur Eigenwerbung machen.
00:48:28: Ich bin wirklich seit über dreißig Jahren in den Medien und ich mochte immer ganz besonders die Lokalrundfunktage und freue mich, dass ich da mittlerweile mitwirken kann im Programm.
00:48:38: und auch ein bisschen live bloggen darf.
00:48:41: und das macht einfach Spaß, weil da wirklich die Leute sind.
00:48:45: Die Lokale ist ernst nehmen.
00:48:46: Es ist wie ein großes Klassentreffen.
00:48:48: Und vor allem ist es eine Stadt, die sonst nicht so im Medien mitgepunkt steht.
00:48:51: Das ist Nürnberg.
00:48:53: Es tut uns gut, da zu sein.
00:48:55: Ich bin da jedes Mal gern.
00:48:56: Ich freue mich, die Leute zu sehen.
00:48:57: Ich mache das total gerne.
00:48:59: Ich kann auch jedem nur raten hinzugehen.
00:49:00: Man muss nicht mal im Lokalen oder im Regionalarbeit.
00:49:03: Man
00:49:03: kann auch als nationale Player dort sein.
00:49:06: Auch interessant für euch.
00:49:07: Gerade
00:49:07: für euch.
00:49:07: Dann ist es wirklich eine geerdete und ehrliche Veranstaltung, die großen großen Spaß macht.
00:49:12: Sehr schön.
00:49:13: Kann ich nur unterschreiben.
00:49:15: Ich habe jetzt gar nicht so einen konkreten Ort vielleicht, also eigentlich gibt es schon ein paar konkrete Ideen, aber besucht Events mit jungen MedienmacherInnen, mit Nachwuchs, mit Praktikanten.
00:49:25: die divers besetzt sind, weil da lernt ihr unglaublich viel.
00:49:29: Also ich kann nur zum Beispiel, ich war vergangenen Dezember beim Radio-Netzwerk-Tag in Frankfurt, unglaublich inspirierende Veranstaltung mit ganz vielen jungen Menschen aus der Radiobranche, die für das Medium brennen, die Bock haben, was zu gestalten, was Geiles zu machen.
00:49:44: Die Media for You von unseren Kollegen von Start Into Media auch immer wahnsinnig, was die auch die Beine stellen und wie divers und wie großartig die da und wie kreativ und mit was im klaren Blick, aber auch auf die Welt und mit neuen Ideen da junge Menschen hinkommen.
00:50:01: Wenn ihr die Möglichkeit habt, gibt es sicherlich auch noch viele andere Events in die Richtung Besuchtevents, wo der Nachhux das zu sagen hat.
00:50:08: Ja, weil die uns aus der Bequemlichkeit rausrollen und uns daran erinnern.
00:50:13: Journalismus muss erstmal eine gute Dienstleistung an Menschen sein.
00:50:17: Genau.
00:50:17: Und das ist mein Tipp zum Schluss, unseres Gesprächs.
00:50:21: Liebe Petra, vielen Dank.
00:50:22: Jetzt haben wir ein Ritt gemacht durch das, was man sich anhören, anschauen sollte, was man denken sollte, welche Gedanken man sich vielleicht dieses Jahr über seinen Job, über seine Verantwortung, die wir ja mit unseren Jobs in diesen Medien haben, durchaus alle haben, machen sollte.
00:50:37: Und ich glaube, unser zentrales Motiv, es kam raus, an der ein oder andere Stelle war, Journalismus, aber auch insgesamt, was wir in den Medien machen, als Dienstleistung zu begreifen für die Menschen, für die wir das machen, die es am Ende ja dann auch bezahlen.
00:50:50: sollen.
00:50:52: Das ist glaube ich der zentrale Gedanke, den wir mitnehmen nach Petra, vielen Dank und wir freuen uns sehr von dir zu lesen in diesem Jahr im Vlog der Medien Tage und dann bleibt mir nur noch dir noch einen schönen Tag zu wünschen und vielleicht hören wir uns ja auch hier im Podcast irgendwann dann mal wieder umsonst.
00:51:14: Vielen Dank, vielen Dank, dass es ist cross over mal so stattfindet zwischen den Inhalte Menschen der Medien Tage und wir denken viel nach.
00:51:21: Ja, das habt ihr glaube ich gemerkt.
00:51:22: Also wir sind schon so von der nachdenklichen Sorte hier.
00:51:27: Aber wir haben auch manchmal Spaß.
00:51:28: Also das soll jetzt nicht rüberkommen hier, dass die wir so nachdenklichen in die ganze Zeit zusammensetzen.
00:51:32: Da müsst ihr mal auf unsere Events kommen und abends auf das Medienfest der Lokale von Tage zum Beispiel.
00:51:37: Da werde ich dann vielleicht auch sehen, dass wir nicht nur nachdenklich sind.
00:51:39: Und darf ich dein Motto jetzt noch sagen?
00:51:40: Bleibt stabil.
00:51:42: So, jetzt muss ich das nicht mehr sagen.
00:51:43: Deswegen sage ich jetzt einfach, macht's gut und bis zum nächsten Mal.
00:51:50: Das Update für alle, die Medien machen.
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