Zwischen Hofflohmarkt und Schützenfest – wie viel Perspektivenvielfalt braucht der Journalismus? (mit Till Opitz)

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00:00:00: das ist ein Weckruf, ist auf jeden Fall.

00:00:02: Wenn irgendwie über die Hälfte sagen teils oder überwiegend sehe ich da nicht die Welt, die ich wahrnehme und ich glaube dahinter hängt halt auch oft dass wir so diesen Negativity-Bias haben so wie alles was negativ ist und wir suchen nach Kritik.

00:00:16: Das ist ja auch unsere verdammt wichtige Aufgabe kritisch zu bleiben.

00:00:19: aber manchmal glaube ich es dann auch so dass wir die Weltern etwas schwarzer malen als sie isst und vielleicht auch nicht die Themen Automatisches ins Programm schaffen, sondern die eher... Die wir eh kennen weil sie negativ sind oder weil sie auf Insta oder TikTok laut sind und irgendein Anliegen haben.

00:00:38: Tilopitz arbeitet beim Deutschlandfunk und ist Trainer für Themen wie Vertrauen in Medien- und Perspektivenvielfalt im Journalismus Und mit ihm durfte ich für diese Folge sprechen über die große Frage, wie steht es eigentlich um diese perspektiven Vielfalt im Journalismus?

00:00:55: Welche Perspektiven fehlen und warum?

00:00:58: ist diese Frage vielmehr eine ökonomische Frage als eine politische Frage.

00:01:04: Über Thesen wie diese sprechen wir in dieser Folge – jetzt geht's los!

00:01:13: Mein Name ist Lukas Schöne und ich begrüße euch zu dieser Folge unseres Podcasts.

00:01:34: Was ist eigentlich die Aufgabe von Journalismus?

00:01:37: Das ist eine viel diskutierte Frage gerade in Zeiten wie diesen, Zeiten in denen Pressefreiheit unter Druck steht autoritäre Tendenzen zunehmen und Plattformen und Algorithmen bestimmen wer welche Informationen sieht und welche auch nicht.

00:01:51: Und all das führt gerade nicht dazu, dass es einfacher wird zu antworten auf die Frage was Journalismus eigentlich leisten soll.

00:01:59: Wenn es kompliziert wird, hilft es ja manchmal zum Anfang zu gehen.

00:02:02: Die erste Ausgabe der süddeutschen Zeitung am sechsten Oktober nineteenhundertvierzig wurde mit einer Druckplatte gegossen die aus dem eingeschmolzenen Originalsatz von Hitlers Mein Kampf hergestellt wurde – ein hochsymbolischer Akt!

00:02:16: Nie wieder sollte es eine solche Schreckensherrschaft geben und Journalismus, sollte seinen Beitrag dazu leisten.

00:02:22: für eine informierte und aufgeklärte demokratische Gesellschaft.

00:02:26: Das war der Auftrag auch natürlich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei der Gründung und viele andere Medien, die nach dem Zweiten Weltkrieg neu oder ja wieder gegründet wurden.

00:02:35: Machtkritisch sein!

00:02:36: Das ist also so eine zentrale Säule – und auch eine zweite Säuble findet sich im Selbstverständnis vieler Qualitätsmedien wider Berichterstatter seien Alle Deutschen, Journalismus als Dienst am Menschen.

00:02:48: Und das führt in direkter Linie zu den Diskussionen von heute – wie gelingt das noch in einer Gesellschaft die sehr viel heterogener ist als damals und in der sich Journalismus häufig dem Vorwurf gegenüber sieht viele Perspektiven nicht abzubilden?

00:03:02: Damit wollen wir uns heute beschäftigen, wie berechtigt sind eigentlich Vorwürfe?

00:03:06: Journalismus sei urban akademisch zu links ideologisch verengt.

00:03:11: Welche Perspektiven fehlen wirklich und warum Und wie schaffen wir es kritisch gegenüber Journalismus zu sein ohne uns die Debatten von medienfeindlichen Akteuren aufträngen zu lassen.

00:03:22: Große Fragen, viele Fragen.

00:03:24: Überall das darf ich heute sprechen mit einem der sich damit intensiv beschäftigt und seit wenn nicht richtig informiert bin über sechzehn Jahren als Journalist arbeitet unter anderem für das NRW-Lokalradio da hat er angefangen den WDR und heute den Deutschlandfunk arbeitet.

00:03:39: Till Opitz ist mir zugeschaltet!

00:03:41: Heute schönes du da bist

00:03:42: Hallo Lukas vielen vielen Dank.

00:03:44: mein Gott das Thema ist echt sehr sehr groß.

00:03:46: noch dem Opening dach habe ich nochmal gedacht

00:03:48: Ja krass, ne?

00:03:50: Also beim Texten auch gedacht.

00:03:51: Wir nehmen uns hier nicht weniger als die großen Fragen der Branche vor.

00:03:55: Till zum Einstieg vielleicht auch schon eine große Frage woran erkennst du eigentlich guten Journalismus?

00:04:02: Wenn ich nachher super viele Argumente kenne von verschiedenen Seiten und wenig weiß darüber wie der Journalist darüber denkt...

00:04:09: So, das ist eine kurze knappe Antwort.

00:04:11: Da steckt aber schon ne Menge Dringler über worüber wieder heute reden werden.

00:04:16: Du bist ja selbst, ich hab's gesagt Journalist, Reporter, Moderator, arbeitest für den Deutschlandfunk, bist dabei eben auch Trainer und gibst Seminare zu Themen wie Vertrauen in Medien, Hate Speech, Perspektivenvielfalt.

00:04:27: Wie kam es eigentlich dazu dass du dich mit diesen übergeordneten Fragen so intensiv auseinandersetzt neben deinem Reporterjob?

00:04:35: Also ich habe tatsächlich meine Examsarbeit schon geschrieben über Großstadt Milieus und Parteienpräferationen.

00:04:40: Das war krass, aber das war so ein interdisziplinärer Ansatz und das fand ich spannend weil ich gemerkt hab dieser Milieuansatz den kennen wir ja vielleicht alle Sinusmilieus was heute die Digital Media Types sind.

00:04:51: Das fand ich total spannend und finde nach wie vor total hilfreich um Gesellschaft zu beschreiben.

00:04:58: Und da merkt man eben auch, dass es bestimmte Bereiche gibt wo sich Leute auch konzentrieren in der Stadt am Stadtrand oder in den Innenstadt.

00:05:05: In Altbauten usw.. und so kam's irgendwie so.

00:05:09: ich komme aus der Geografie habe ich aber nach dem Vordiplom damals noch abgebrochen und hab dann Journalismus studiert und das war eben so irgendwie immer schon ein Bereich der mich so interessiert hat.

00:05:19: und dann habe ich eben auch mit Journalismus beobachtet Naja, da könnte man vielleicht aus dieser Forschung auch sehe ich mal so ein paar Gedanken zu machen.

00:05:27: Weil wir sitzen ja nun mal häufiger zumindest bei den größeren Medien in Großstädten sozusagen ziehen auf dann von Hamburg nach München und zurück nicht alle das ist mir auch klar.

00:05:37: aber da sind glaube ich so Sachen die zumindest eine gewisse Gefahr beinhalten und wo wir einfach mal reflektieren sollten.

00:05:43: auch als medienschaffende hat sich das dann so ergeben.

00:05:46: und dann gab es Bonn Institute die machen hier sehr viel zu constructive Journalism was ich auch einen super Ansatz finde sagen ja auch erstmal Allparteiligkeit, Zuhören und so weiter.

00:05:56: Und so habe ich dann irgendwie diese Dinge alle zusammengebracht weil ich eh in dem Trainer-Tum schon unterwegs war.

00:06:03: Wenn du diese Seminare dann gibst also du machst das ja auch an Journalistenschulen der Deutschen Journalisten Schule bist du auch als Trainer aber auch darüber hinaus redest du viel auch in der Branche mit jungen Kolleginnen auch aber auch mit etablierten Kolleginnen über das Thema.

00:06:20: Wie ist so dein Eindruck, wenn du dann dahin kommst?

00:06:22: Und es ist ja durchaus auch immer ein Medienkritischer Akt der da passiert.

00:06:28: Weil immer, wenn wir darüber reden, Perspektiven fehlen in einer journalistischen Betrachtung der Gesellschaft, ist das natürlich eine Kritik an denen die's am Ende machen.

00:06:38: Wie reagieren sie eigentlich darauf?

00:06:41: Ach, total unterschiedlich.

00:06:42: Es gibt unfassbare Offenheit teilweise dafür aber natürlich ist es häufig auch immer einfacher andere zu kritisieren und jetzt nicht so sehr zu gucken wo macht man vielleicht selbst Fehler?

00:06:53: Aber ich finde das halt ganz wichtig.

00:06:54: so wir haben alle eine Bayes- und wir haben allen einen bestimmten Blick auf die Welt und ich glaube es geht eher darum sich das bewusstzumachen.

00:07:01: Jetzt nicht so erzieherisch zu sagen oder nach so irgendwie, wir müssen jetzt da runter hingehen und die und die Perspektive, sondern wir müssen einfach offen sein.

00:07:09: Und sagen haben wir vielleicht hier in München noch mal einen anderen Blick sozusagen als in Passau oder im Oberstorff oder so?

00:07:18: Und wirklich dann auch rausgehen und ich glaube immer wieder abgleichen.

00:07:21: Ich glaube, da sind sie ja einfach auch in der Zeit durch Homeoffice und das nochmal zusätzlich erschwert auf so einer Metaebene wirklich rauszugehen sich Zeit zu nehmen.

00:07:32: Das ist auch vielleicht nicht gerade die, eigentlich das was in der Zeit jetzt gerade verlangt wird.

00:07:36: zumindest so auf den ersten Blick

00:07:38: Wenn du selber auf deinen Medienkonsum schaust.

00:07:42: also wir sind ja Du bist Journalist Wir arbeiten selber in diesen Medien aber konsumieren sie natürlich auch.

00:07:50: Welche Perspektiven fehlen dir denn eigentlich?

00:07:54: Ganz ehrlich, ich weiß als Journalist wo ich die finde und ich arbeite jetzt seit kurzem früher Deutschland.

00:07:59: Nur weil jetzt Deutschland funkt und da gibt es zu allem was ja das Bougain will irgendwie von Papua Neuginia sich abtrennen will der kriege ich deep journalism und so weiter heißt.

00:08:09: Ich weiß dass eigentlich zu allem etwas gibt aber ich glaube es geht eher um diese Frage Was passiert so im groben Ganzen?

00:08:18: Und es gibt das, dass es kommt.

00:08:20: Das ist dann der nächste Punkt schon.

00:08:21: Du hast ganz viele Themen jetzt angesprochen nämlich auch wir haben eine Fragmentierung nicht nur der Gesellschaft was du eben schon gesagt hast sondern auch der Kanäle und der Mediennutzung.

00:08:28: Das heißt vieles geht ja heute über die Narrative der Branche Bedürfnis bespielen, ganz enge Zielgruppen usw.

00:08:35: Ich glaube da sind dann eben die Gefahren, dass man Leuten das gibt was sie hören wollen oder ganz klar sagt sozusagen das sind eure Bedürfnisse und die bedienen wir, aber ich glaube guter Journalismus in meinen Augen ist auch dafür da.

00:08:49: Und gerade wir im öffentlich-rechtlichen Leute mit etwas zu konfrontieren was vielleicht nicht so cool ist oder die eigene Meinung vielleicht auch infrage stellt oder zumindest mal mit konfrontiert mit Argumenten von anderen Seiten.

00:09:01: Wir sind schon mittendrin in der Bestandsaufnahme würde ich sagen es gibt sie immer wieder Umfragen Befragungen die sich damit beschäftigen wie Wie viel fair oder wie welche perspektiven Journalismus eigentlich bedient und wie die Leute da draußen ist vor allem wahrnehmen.

00:09:18: Es gibt die berühmte Medienvertrauensstudie, Langzeitsstudie der der Uni Mainz zum Beispiel.

00:09:24: es gibt eine Sivae Umfrage online umfrage die aber durchaus ähnliche Ergebnisse hervorbringt wie andere auch.

00:09:32: Wo dann, der Deutschen sagen sie finden sich nicht wieder in der Berichterstattung.

00:09:37: Das ist eine ganze Menge!

00:09:39: Wie alarmierend findest du das?

00:09:41: Wenn das Bild entsteht... Ich finde mich nicht wieder indem was die da berichten oder schon.

00:09:47: Oder

00:09:47: das finde ich meine Themen und ich bin anders auf die Welt.

00:09:49: Da gibt es ja verschiedene Fragen gerade von den Meinstag-Kolleginnen und Kollegen.

00:09:54: Ja, ich finde schon dass wir darauf achten müssen so.

00:09:56: Du weißt genauso wenn man fragt die Medien, das ist natürlich auch wenig aussage kräftig.

00:10:01: Das ist das Problem auch dabei.

00:10:03: Und ich finde, da muss man auch nochmal differenzieren und es gibt uns eine Auswertung dass die Leute total unterscheiden können zwischen dem was die Tagesschau macht und das da ein höheres Vertrauen ist.

00:10:13: Auch wir als öffentlich-rechtliche das durchaus noch haben.

00:10:16: als jetzt gegenüber irgendwie YouTube so als wo wirklich jeder und jeder irgendwie etwas hochladen kann was Vornachteile hat.

00:10:24: also ich glaube es gibt eine Differenzierung.

00:10:25: aber ich glaube trotzdem dass wir aufpassen müssen und das ist ein Wegruf ist auf jeden Fall wenn irgendwie über die Hälfte sagen, teils oder überwiegend sehe ich da nicht die Welt, die ich wahrnehme.

00:10:36: Und ich glaube dahinter hängt halt auch oft dass wir so diesen Negativity-Bias haben, so wie alles was negativ ist und wir suchen nach Kritik.

00:10:43: das ist ja auch unsere verdammt wichtige Aufgabe hast du auch am Anfang schon gut hergeleitet.

00:10:47: So ne kritisch zu bleiben.

00:10:50: aber manchmal glaube ich es dann auch so dass wir die Weltern etwas schwarzer malen, als sie ist und vielleicht auch nicht die Themen und die Alltagssachen so automatisch ins Programm schaffen.

00:11:02: Sondern die eher, die wir eh kennen weil sie negativ sind oder weil sie auf Insta oder TikTok laut sind und irgendein Anliegen haben.

00:11:09: Ja, deswegen war mir das auch wichtig am Anfang diese zwei Säulen irgendwie darzustellen.

00:11:15: Einmal dieses Machtkritische was wichtig ist aber eben auch dieses Journalismus als Dienst an Menschen und da steckt es ja ein bisschen drin halt sich mehr um Alltagsthemen zu kümmern, um das was so im täglichen Leben für die Menschen wichtig ist.

00:11:30: Du arbeitest ja für deine Seminare, das fand ich ganz spannend.

00:11:33: Das hast du mir im Vorfeld auch geschickt mit der More in Common-Studie die Gesellschaft in drei Teile einteilt um es ein bisschen deutlicher zu machen wie welche dieser Teile wir gut erreichen und welche vielleicht nicht.

00:11:49: Da gibt's einmal die gesellschaftlichen Stabilisatoren heißt es da, das sind so die involvierten und etablierten Menschen in der Gesellschaft.

00:11:57: dann gibts die gesellschaftlichen Pole Die ist ja wirklich sehr viel auch oft geht.

00:12:01: Die offenen und die wütenden, die viel vorkommen.

00:12:05: Und dann gibt es – das ist ja alles eigentlich Interessante wenn wir über Perspektiven reden – das unsichtbare Drittel!

00:12:13: Wer ist denn dieses unsichtbare Drittel?

00:12:15: Genau also vielleicht muss man dazusagen dass es einfach so ein Milieu ansetzt wie Sinusmilieus oder so.

00:12:19: Die haben aber so ein bisschen die Dimensionen... Wenn du jetzt so eine Skala hast dich anders angeschaut geschaut, wie weit sind denn gesellschaftliche Gruppen offen für Veränderungen, gesellschaftlichen Wandel und wie weit orientieren sich sie am Gemeinwesen?

00:12:33: Und dann haben Sie eben diese zwei Gruppen rausgestellt.

00:12:36: Was ich so spannend finde – und deshalb finde ich die auch so wichtig, diese übersehenden Moran Cummins, die sich für gesellschaftlichem Dialog einsetzen, die das gemacht haben -, dass fast die Hälfte nämlich forty-fünf Prozent der unterdreißigjährigen Erwachsenen diesen beiden Gruppen angehören.

00:12:52: Wer ist es?

00:12:52: Das einen sind die Pragmatischen, das ist auch eine sehr junge Altersgruppe.

00:12:56: Es ist auch zukunftswichtig.

00:12:57: wirklich Die gucken auf die Gesellschaft durchaus recht nutzen orientiert.

00:13:01: ja da ist jetzt vielleicht Klimaschutz nicht Thema eins ob wir es gut finden und nichts total erst mal erleben.

00:13:06: aber so ist es Und sie sind total auch einsam.

00:13:09: Sie haben eher niedriges Interesse an Politik Aber sie haben so Themen wie gerechte Löhne Stärkung von Familien Sie gucken sich auf Infrastruktur Auch Integration durchaus Digitalisierung Wirtschaftsförderung.

00:13:20: das sind so Sachen die denen Einfach sehr wichtig sind.

00:13:24: und dann gibt es noch diese andere Gruppe neben den pragmatischen.

00:13:26: Das sind die enttäuschten laut dieser mor in kommenden studie eher weiblich.

00:13:31: Die haben wenig halt auch durchaus so eine abstiegs angst, die wünschen sich gerechtigkeit haben auch so themen wie alterssicherung günst bezahlbares wohnen Gerechte löhne und so weiter.

00:13:44: das heißt das sind wirklich so.

00:13:46: Gruppen, die haben vielleicht sind auch nicht so präsent weil sie vielleicht auch insgesamt nicht so.

00:13:52: Die Themen haben wir im Alltag ständig vorne sehen an die die jetzt in der Diskussion sind und die vielleicht gar nicht so das fand ich auch ganz spannend in dieser Studie gar nicht Interesse haben uns am lauten Austausch oder so und müssen jetzt aber haben Spaß daran wie wir Medienmenschen auf einer Bühne und zu diskutieren.

00:14:16: sondern da ist es eher so, dass die das ein bisschen mehr ruhiger machen und ja, dass sie auch inzwischen eher Alltagsexperten suchen jetzt gar nicht unbedingt den Politiker oder die Politikerin zu irgendwas hören wollen.

00:14:30: Die haben Bedürfnis, dass ihnen zugehört wird, dass es wenig sich ideologisch anfühlt sozusagen.

00:14:36: Also wenig ideologische ist ja auch schon ein wichtiges Stichwort glaube ich weil wenn wir diese Diskussion führen kommt dann schnell auch dieser Vorwurf oft oder eine Analyse dann auch manchmal, dass der Journalismus linker ist als die Gesellschaft im Schnitt.

00:14:55: Da gibt es immer wieder Umfragen.

00:14:58: Eine der Neuren davon, die gerne zitiert wurde aus bestimmten Kreisen zitiert worden war von der TU Dortmund wo Journalisten befragt wurden in Deutschland nicht repräsentativ das muss man dazu sagen glaube ich auch der Vollständigkeit halber, wo dann vierzig Prozent der Befragten angeben grünen politisch zu neigen, was natürlich sehr hoch überdurchschnittlich über den Wert der Grünen in der Gesamtgesellschaft liegt.

00:15:24: Da gibt es auch andere Umfragen, die das über längere Zeiträume beobachten, da ist die Zahl nicht ganz so hoch aber auch da zeigt sich dass das überrepräsentiert ist.

00:15:34: Wie problematisch ist es denn eigentlich?

00:15:36: Weil wir sind als Journalisten, ich bin ja auch ausgewillt.

00:15:39: Wir waren beide an der Deutschen Journalistenschule in München... Ich war nicht

00:15:43: als Schüler!

00:15:44: Ja du nicht als Schüler.

00:15:45: Du unterrichtest das.

00:15:46: Ich war als Schüler da genau.

00:15:47: Ist ja

00:15:48: cool gewesen und auch da gewesen zu sein, aber anyway.

00:15:52: Wie schlimm ist es dass wir vielleicht auch häufiger die Grünen wählen als andere?

00:15:55: Ich finde es überhaupt nicht schlimm.

00:15:58: Also meine Beobachtung ist so.

00:16:02: Das ist aber nicht schlimm.

00:16:03: Ich glaube sogar, dass es ein bisschen auch normal wenn du neugierig auf die Welt bist mit unterschiedlichen Themen zu tun haben musst, dass du dann vielleicht eher in so einem, ich finde jetzt ja sogar mal progressiven Milieur oder so unterwegs bist und neugirig bist.

00:16:17: hoffentlich das ist glaube ich nicht problematisch.

00:16:20: Problematisch ist glaube wir uns das nicht bewusst machen sozusagen Und sozusagen das, was wir in der Großstadt erleben zwischen Hofflomarkt und Allnatura-Supermarkt.

00:16:31: Ich sage es jetzt mal so platt, dass das nicht unbedingt die Welt ist in der neunundneinzig Prozent der deutschen Leben.

00:16:39: Und ich glaube, das ist der einzige Punkt den ich daran problematisch bin.

00:16:43: Deshalb finde ich muss man auch total aufpassen weil es wird ganz oft so gleichgesetzt und dann eben politisch instrumentalisiert dass man dann so tut, als ob nur wenn jemand dir und der Partei zuneigt.

00:16:53: Dass er dann automatisch so berichtet.

00:16:55: Das ist ja überhaupt nicht so.

00:16:56: Und das geht glaube ich auch den meisten sehr gegen das journalistische Selbstverständnis.

00:17:01: Ja

00:17:02: da gibt es – das verlinke ich auch in den Show-Notes von der Konrad Adenauer Stiftung die ihres Zeilen sie auch eher CDU nahe ist, Unionsnahe ist eine ganz gute Studie ist es nicht aber einen ganz guten wissenschaftlichen Text darüber, der das ganz gut einordnet.

00:17:19: Ja, diese Leichte und es wird auch immer wieder betont.

00:17:22: Es ist eine leichte Verschiebung nach links in der Selbstwahrnehmung der Journalisten jetzt nicht so dass die alle links radikal wären.

00:17:29: So wirklich eine leichte Verschiebung.

00:17:30: und dann ist auch immer die Frage, was meint man eigentlich?

00:17:32: Wenn man sagt ich bin links.

00:17:33: Ich bin konservativ da gibt es ja auch dann immer so unterschiedliche Definitionen und das ist ja auch wird er auch immer komplizierter sich da einzuordnen Und vielleicht ist man bei dem einen Thema eher konservativ während man beim anderen Thema eher progressiv denkt.

00:17:47: Das ist ja Auch Themen abhängig und Themen spezifisch ganz oft.

00:17:50: Dann

00:17:50: hast du ein konservatives Beziehungsmodell aber progressiv in dem und dem Ding.

00:17:54: Ich glaube auch das muss von einem bisschen differenzieren.

00:17:56: Aber das ist, glaube ich auch so ein Ding was dahinter steht.

00:17:58: Wir haben heute und das ist irgendwie unsere Zeit wir haben immer so einfache schwarz-weiß Bilder Und wir haben oft... Ich erlebe es schon von vielen Seiten auch dass wir so einfach Dinge wie Das ist dann links grün und das isst dann sächsisch rechts oder so.

00:18:14: Und das ist glaube ich nicht gut.

00:18:17: diese Ansatz deshalb am Constructive Journalism sagen mehr Dimensionen dazu holen mit den Leuten erstmal Ruhe reden bevor wir irgendwelche Leute bewerten und so weiter.

00:18:25: Ich glaube, wir brauchen viel mehr Zeit, Leuten zuzuhören.

00:18:28: Wie meinen Sie das?

00:18:29: Warum haben sie vielleicht auch die Antipositionen?

00:18:34: Also ich glaube, dass das im Gegenteil sogar auch schadet.

00:18:38: Ich glaube, viele Menschen außerhalb der medienpolitischen Babel sich gar nicht selber so krass politisch einordnen irgendwo.

00:18:48: Die haben die Themen, die ihnen wichtig sind und haben dann einen Blick auf diese Themen.

00:18:53: aber denen ist jetzt egal ob links oder rechts sondern da geht es um die pragmatische Lösung eines Problems am

00:19:02: Ende.

00:19:03: Du hast total recht, also es zeigt ja auch Polarisierungsforschung und übrigens braucht bei Moor in Common kann man das sehen.

00:19:09: Es gibt diese Wütenden und ich weiß nicht mehr wie sie heißen, diese Progressiverin die sehr laut sind, die sozusagen auch Forderungen stellen von beiden Spektren, die werden glaube ich schon sehr überdurchschnittlich gesehen.

00:19:21: dadurch haben wir diesen Eindruck der Polarisierung.

00:19:23: aber wenn man tiefer in diese Geschichten reingesieht man naja, achtzig Prozent oder so sind irgendwo in der Mitte unter Zwischen zu diesen extremen Polen sozusagen.

00:19:34: Sie sind aber dann nicht so sichtbar und das hat, glaube ich, damit zu tun wie Talkshows funktionieren

00:19:37: usw.,

00:19:38: wie Medien funktionieren.

00:19:39: Pro- und Kontra ist manchmal auch nicht so doll.

00:19:41: Dann haben wir wieder die Extremmeinung... Vielleicht kennen auch einige Leute diese Debatte um false Balance, dass man dann sozusagen nur die Extreme darstellt und die als gleichwertig und so weiter.

00:19:52: Ich glaube da brauchen wir mehr Vielstimmigkeit und manchmal auch vielleicht Leute, die irgendwie der Mitte sind, die sind dann aber eben nach Kriterien und Klickzahlen vielleicht nicht so, die so einen raushauen.

00:20:04: Ja

00:20:05: absolut!

00:20:06: Und auch da also das zeigt sich ja gerade ein bisschen auch in der Branche weg von diesem viel diskutierten Rechtskonservativ-Linkschema welcher Journalismus bedient eigentlich welche politische Seite.

00:20:22: Ich denke dann ganz oft, jetzt muss ich diesen Fall, ich erwähne es einmal, wir müssen nicht darüber in ebischer Breite überreden diese Diskussion um Julia Ruß letztes Jahr wo es dann hieß der öffentlich-rechtliche Rundfunk hätte nicht genug konservative Formate.

00:20:36: deswegen müssten wir da jetzt so ein konservatives Format machen.

00:20:39: halt ich aus journalistischem Sicht hervor... kommt vollkommen den falschen Ansatz.

00:20:43: und das gleiche würde ich aussagen, wenn das Gleiche irgendwie braucht jetzt noch ein Linksformat oder so gewesen wäre.

00:20:48: Weil es da gar nicht die Frage wäre.

00:20:49: Mein Schaffin bei Deutschland Punkt hat einen finde ich sehr schlauen Kommentar gemacht, wir brauchen weder linken noch rechte Formate.

00:20:54: Wir brauchen dass wir journalistische Standards einhalten und dafür ist eigentlich finde ich auch die die Lösung.

00:21:01: dann müssen wir das nicht irgendwie noch politisch In irgendeine Richtung bringen, wie soll das auch gehen?

00:21:07: Wie willst du das definieren?

00:21:09: was ist dann links rechts.

00:21:10: Das

00:21:11: ist Quatsch.

00:21:11: Genau das ist die große Frage und wir müssen da wahrscheinlich als Branche aufpassen dass wir diese Diskussion uns nicht aufschwratzen lassen von bestimmten Akteuren Die ja denen daran gelegen ist natürlich auch so hier schaut mal die sind alle links und das ist ja auch irgendwie gewollt und die sind ideologisch alle gleich.

00:21:31: Das ist ja auch ein Vorwurf, der oft von Akteuren kommt die freie Medien so ganz grundsätzlich irgendwie angreifen wollen und da muss man glaube ich wirklich aufpassen.

00:21:39: Und den genau wie du sagst einfach gutes Handwerk am Ende entgegensetzen.

00:21:42: das ist glaube ich das A&O.

00:21:45: Und auch Transparenz machen und auch Transparent machen Quellen nennen.

00:21:49: Ich glaube das sind auch ganz wichtige Punkte wo wir auch wieder Vertrauen zurück gewinnen können oder auch weiter Vertrauen einfach bei behalten.

00:22:00: Gehen wir mal ein bisschen in die Analyse.

00:22:03: Nichtsdestotrotz all that said, was wir jetzt gesagt haben wenn wir über politische Vielfalt sozusagen reden und da die Diskussion manchmal ein bisschen aus dem Ruder laufen wie wir letztes Jahr zum Beispiel gesehen haben Es gibt Perspektiven, die zu kurz kommen.

00:22:20: Wir haben ja das unsichtbare Drittel zum Beispiel schon angesprochen.

00:22:24: Jetzt finde ich aber eine Frage interessant und wir haben es auch ganz am Anfang auch schon so ein bisschen gestriffen diese Frage weil ich habe dich gefragt welche Perspektive fehlt dir?

00:22:35: Und dann hast du jetzt weiß ich natürlich um das Angebot z.B.

00:22:38: des öffentlich-räthlichen Rundfunk.

00:22:39: da gibts irgendwie zu allem irgendwas diese perspektiven.

00:22:45: knappheit sag ich mal.

00:22:47: ist das was wir wirklich haben oder ist es eher eine verzerrte wahrnehmung von menschen die dann vielleicht aus verschiedensten gründen einfach nicht wissen und dann nicht suchen und dass die angebote nicht sie nicht erreichen?

00:23:01: beides glaube ich ganz ehrlich.

00:23:02: ich glaube es wird eben auch politisch längst bespielt dass man immer wieder gesagt hat hier die linksgrün großstadt akademika und so Dimmt einfach auch nicht.

00:23:12: Ich kann jetzt nur für den öffentlich-rechtlichen zu reden und da auch eher, weil ich da mehr Einblicke habe in dem Radio und im Audio Markt.

00:23:19: Das ist ja so eine Vielfalt von alleinem Podcasts und Programmen die wir da haben.

00:23:25: Wer vielleicht kurz einschubig durfte, weil ich Teil der Jury des deutschen Podcasts sein darf.

00:23:32: Auf den letzten Wochen viele viele viele Formate hören und auch viele journalistische Formate.

00:23:36: Und hab da auch noch mal gedacht im Vorbereitung auf unser Gespräch so ein bisschen habe ich ständig muss sich schon ein bisschen an unser Thema immer denken.

00:23:45: wie vielfältig und wie viele Themen aus wie vielen Perspektiven alleine in diesen Podcast sowohl öffentlich-rechtlich aber auch von anderen Medienmarken von unabhängigen Creators, wie auch immer besprochen werden ist schon beeindruckend.

00:23:59: Also das muss ich wirklich da nochmal gedacht

00:24:01: ja und genau wir reden jetzt nur vom öffentlich-rechtlichen privaten gibt es das ja auch.

00:24:05: du hast für Angler den Podcast der MDR macht irgendeinen Eisenbahner Podcast wo erzählen Leute früher eine DDR war es ja so und so schön.

00:24:13: also alles existiert auch Randsportarten in Anführungsstrichen, wo wir Smith's Livestreams oder so anbieten.

00:24:20: Klar!

00:24:21: Wir haben auch progressive Sachen BBQ Black Brown Queer Report Cast für queer Menschen mit Migrations Background und so.

00:24:28: aber das ist auch ein berechtiges Anliegen auf jeden Fall und ich glaube es geht darum wirklich fair zu bleiben und da haben wir schon einen ganz großen Spektrum und deshalb glaube ich jetzt eine verzehrte Wahrnehmung.

00:24:39: Aber es ist natürlich auch manchmal richtig dass Vielleicht eindruck hat okay wir machen jetzt sehr viel über keine Ahnung den veganen Trend oder so der hier aber auch real ist sonst würde supermerk nicht geben.

00:24:50: das erfinden wir medien ja nicht.

00:24:53: Sonst würden nicht irgendwie so viele firmen darauf wetzen, aber natürlich nehmen wir dass dann stärker glaube ich war in den städten und da haben es wahrscheinlich die lokalzeitung die vor Ort sind ein bisschen leichter so mehr mitzukriegen.

00:25:08: aber hier hat man dann eben nicht so sehr den abgleich und insofern glaube ich schon dass da auch ein bisschen was dran ist.

00:25:14: oder wir vielleicht nicht so häufig nach Bautzen fahren irgendwie um einen Thema zu machen, was nix mit AfD zu tun hat.

00:25:22: Also das ist glaube ich schon so, dass wir da manchmal ja ein bisschen ausgeglichener sein könnten und auch vielleicht zu wenig mitkriegen.

00:25:31: also es ist auf mein Verdacht, dass hier Dinge in unserem Umfeld mitkregen Und das ist ja keine böse Absicht, aber dann mache ich halt was über Hoflohmärkte und so weiter.

00:25:43: Aber ich bekomme andere Geschichten eben im ländlichen Raum vielleicht auch in Ostdeutschland oder so nicht mit.

00:25:51: Oder wir gucken direkt schon durch diese Brille... Oh!

00:25:54: Was ist da jetzt schon wieder?

00:25:55: Ist die AfD jetzt bei vierzig Prozent?

00:25:58: Das ist ein Thema, aufmerksame Hörerinnen des Podcasts wissen das.

00:26:03: Was mich auch speziell sehr umtreibt ich bin sehr ländlich groß geworden komme aus dem Sauerland was ja inzwischen berühmt ist unser Bundeskanzler auch her kommt Und auch da, also ich glaube einmal ist es aus so die Frage wenn dann über Themen oder das Land und das gibt ja auch das Land.

00:26:22: Gibt's ja auch nicht ne?

00:26:23: Also auch jede Region ist da ja auch wieder anders und hat andere Themen, andere Herausforderungen, andere Menschen, andere Menschenschlag.

00:26:30: aber dann wird es häufiger mal aus so einer fast ein bisschen Zooperspektive... ach jetzt gucken wir uns mal an was die Leute auf dem Land machen Was das sind, spannende Schützenfest.

00:26:40: Aha!

00:26:40: Jetzt mache ich mal so ein Selbstversuch und feier mal Schützen fest mit was für Leute vom Land und für mich auch ganz lange kommt total normal war.

00:26:47: Das ist halt Alltag.

00:26:48: Das gehört dazu des gesellschaftlichen Lebens.

00:26:50: Und dann wird er mal da so ein bisschen mit einem Amusement irgendwie so ein bissel drauf geschaut.

00:26:54: Da habe ich mich schon häufiger Mal drüber aufgeregt an dieser Stelle Und ich hatte jetzt eine Geschichte,

00:26:59: weil die verantwortlich nicht mehr da war.

00:27:00: Ich war in der Zeit lang bei Enz Live WDR und da war ich als Reporter draußen und habe so ne Rubrik der allerbeste Ort.

00:27:07: Da war wirklich die Aufgabe so redaktionär.

00:27:09: ja du machst es ein bisschen darüber lustig wie die da im kleinen Dorf so und das als ob das so New York wäre aber mit einem Augenzwinker Und ich bin dann irgendwann rausgenommen worden, weil ich war irgendwie nicht so wie die das haben wollten.

00:27:22: Ich war zu nett und ich war zu empathisch diesen Leuten gegenüber.

00:27:25: Weil ich habe oft gedacht, wow was sie hier auf die Beine stehen

00:27:28: ist so cool!

00:27:28: Ja total.

00:27:30: Heute würden Sie das glaube ich auch nicht mehr so machen oder so machen?

00:27:32: Ich finde der WDR macht sehr viele konstruktive gute Sachen heute wo er eben auch versucht Perspektiven vieles reinzukriegen.

00:27:38: Ich glaube da gab es auch so ein Learning über die Jahre.

00:27:41: Das ist auch meine Beobachtung, dass dadurch aus sich Dinge verbessern.

00:27:45: Also das darf man ja auch festhalten in so einem Gespräch.

00:27:48: und das zweite ist glaube ich die Frage wie wir manche Dinge so bebildern und darstellen.

00:27:54: also nicht mal wirklich dann Berichterstattungen in die Tiefe sondern auch so ein Beispiel was ich vielleicht hier auch schonmal erzählt habe.

00:28:02: aber Wenn wir über die Gen Z reden, werden ja irgendwelche Bilder rausgesucht oder bestimmte Menschen gesucht.

00:28:10: Die dann für diese Gen Z stehen und das sind oft relativ ähnliches Bild vom Klamotten-Style, vom Lifestyle den man im Bild sehen soll.

00:28:21: Da hatte ich einen schönen Vergleich.

00:28:22: Da gab es irgendeine Bebilderung beim ZTF auf dem Instagram-Kanal über die Gensi.

00:28:28: Das waren alle sehr hippe junge Menschen mit Sonnenbrille secondhand Klamotten, die aber irgendwie alle zusammen passen.

00:28:36: Und zur gleichen Zeit hat ein guter Freund aus der Heimat bei mir einen Profilbild hochgeladen wo er vor seinem neuen Traktor stand mit der Kettensäge geschult hat auch Genzi!

00:28:46: Auch Genzi und es muss noch nicht mal toxische Männlichkeit sein was ja auch schnell dann kommt.

00:28:51: Also in dem Fall ist es halt Forstarbeit das hat seinen Job so.

00:28:54: Genau das und ich glaube du hast etwas ganz Wichtiges angesprochen Wir labeln heute auch schnell Sachen.

00:29:00: Das gehört aus für mich für dieses alles so schnell in Schubladen, schwarz-weißgutschlecht und ich glaube es gibt unfassbar viele Graubereiche und ich mache überhaupt z.B.

00:29:08: die toxische Männlichkeit nicht klein.

00:29:10: und diese Probleme der Menosphe und was wir da auch wirklich weltweit ja sehen an sozusagen Rückschritten.

00:29:16: das sehe ich genauso.

00:29:16: und gleichzeitig ist eben die Gefahr so jemand der der Forstarbeiter ist sofort in so eine Kiste.

00:29:22: Das ist halt die andere Seite davon.

00:29:24: Die müssen auch dazu und die müssen wir ein bisschen reflektieren, ein bisschen vorsichtiger sein, auf jeden Fall.

00:29:29: Und es ist auch so ein Ding von wenn du jetzt Gen Z ansprichst und so was ich auch in der Ausbildung sehe... Es gibt teilweise auch andere Ideen von Journalismus und ich bin wichtig darüber dass wir darüber diskutieren.

00:29:40: also ich höre schon immer mal wieder wenn die Leute so von der Uni kommen und ich meine wir waren auch so mit Anfang zwanzig oder so das man die Welt verändern will und so dann sagt man wir müssen marginalisierten Gruppen eine Stimme geben.

00:29:50: stimmt ja auch aber wir müssen trotzdem gucken dass wir eine journalistische Distanz halten Dinge hinterfragen, die Sachen Leute behaupten.

00:30:00: Habe ich jetzt auch über die Jahre so gemerkt?

00:30:01: So ja manche Leute verkaufen sich einfach auch gut.

00:30:03: es können heute viele leute weil sie das auch lernen übers hoffen media und so lasst uns bitte das handwerk auf jeden fall behalten immer wieder kritisch hinter fragen.

00:30:13: ist das so wie die person erzählt.

00:30:15: kritisch sein bleibt leider auch dinge erlebt wo ich denke ja da hätten wir mal einfach recherchieren müssen eigentlich irgendwie schon wissen muss.

00:30:22: einspunkt nur

00:30:23: Ja, total auch da wieder das Handwerk.

00:30:26: Also den Spruch werdet zur Marke.

00:30:30: Den habe ich in meiner ersten Woche der Ausbildung an der DHS auch häufiger mal gehört und es mag bis zum gewissen Punkt natürlich irgendwie auch stimmen weil die Mechanismen sind wie heute Öffentlichkeit halt ja auch entsteht vor allem durch Gesichter, durch einzelne Menschen für ein Thema oder für einen Format stehen.

00:30:49: aber das Handwerken nicht vergessen ist auch ganz wichtig

00:30:52: Weil viele Sender nehmen sich ja dann auch sozusagen Promis oder Influencer in, die dann sozusagen schon ihre Follower schafft.

00:30:59: Ist jetzt auch prinzipiell nachvollziehbar.

00:31:01: aber man muss dann eben schauen wie kriegen wir das mit unseren journalistischen Standards zusammen?

00:31:05: Wie mit einer guten Redaktion, wie mit einer guten Recherche?

00:31:08: Das ist glaube ich schon sehr wichtig.

00:31:11: Das ist aber uns auch was ich sehr frustrierend finde wenn ich komme sehr vom Thema und Wenn du dir aber die Daten anguckst es schon klar Wir haben vorhin darüber geredet, Video Podcast läuft besser als reine Audio-Podcast und so ist das auch ein bisschen.

00:31:29: Diese Prominenz zieht dann schon sehr viel.

00:31:31: da finde ich müssen wir einfach gucken dass wir in den Medienhäusern das wenn wir es nutzen auch wirklich verantwortungsvoll machen.

00:31:38: Jetzt sind wir schon fast bei dem konstruktiven Ausblick, was wir denn gut machen können um mehr Perspektiven einzubinden.

00:31:46: Ich würde noch gerne einen Analyse-Teil machen.

00:31:49: also wir waren ja gerade schon so ein bisschen dabei als wieso über diese Diskussion politische Perspektive ist das überhaupt so ein großes Thema und warum wird es manchmal auch größer gemacht als es vielleicht ist?

00:32:01: gesprochen haben, wo man dann ja auch überhaupt eine politische Neigung gar nicht zwangsläufig dazu führen muss.

00:32:07: Eine bestimmte politische Richtung zu stärken in der Berichterstattung.

00:32:12: Gar nicht!

00:32:12: Weil da spielen so viele andere Faktoren wie institutionelle Mechanismen und Redaktionsstatuten.

00:32:19: Und das alles spielt da mit rein.

00:32:21: nur weil man individuell vielleicht der oder der Partei zuneigt heißt es noch ganz lange nicht dass man dann auch dieser Partei irgendwie mehr Plattform gibt als anders in seiner Berichterstattung.

00:32:32: Aber abseits davon, es gibt ja Gründe für fehlende Perspektiven die liegen aber nicht darin das Journalismus ideologisch gelenkt wird.

00:32:42: Nein!

00:32:43: Es gibt kein Merkel-Fax auch keinen Merz-Fex.

00:32:46: Ich sage immer Leute kommen vorbei wenn solche Leute wirklich aus dieser Verschwörungsecke gekommen ist.

00:32:51: Es gibt das hier nicht und wir können ja alles ansprechen.

00:32:55: ich finde aber wirklich mal faszinieren wie woher diese Ideen kommen.

00:32:59: Ich habe es nie erlebt, dass irgendetwas gelenkt wurde.

00:33:02: Das finde ich auch übrigens im Revatradio genauso wenig wie bei den öffentlich-rechtlichen.

00:33:08: Das find' ich wirklich gut und wenn man ein Argument hat das war mein Eindruck aus der und die Sicht würde ich gerne... Also dann wird's falsch, wenn wir das in diese Richtung gehen.

00:33:16: Ich hab eher das als positiv erlebten.

00:33:18: Ich bin darüber glaube ich auch so ein bisschen weich gesagt hab.

00:33:20: Nee Leute, das passt auf!

00:33:21: Es gibt die und die Argumente.

00:33:22: deshalb Lasst uns das bitte ausdifferenziert darstellen und es durfte ich auch immer.

00:33:28: Und dafür bin ich auch sehr dankbar, und deshalb glaube ich auch dass unser mediensystem insgesamt total gut ist und funktioniert übrigens auch die privaten.

00:33:37: nur wir sind natürlich schon sehr unter Druck.

00:33:40: also ich glaube die Lenkung gibt's natürlich nicht.

00:33:42: aber was natürlich passiert ist du hast diese megatrend wie k i oder so damit sind alle beschäftigt.

00:33:48: dann haben wir seit Covid, dieses Homeoffice was ja auch total gut ist und es machts familiengerechter und fairer Kindern gegenüber weil die Eltern's rausbleiben können.

00:33:59: Aber das macht natürlich was!

00:34:01: Du gehst noch weniger raus du bleibst noch mehr in dein Venezuela nennen willst Bubble und das passiert alles nicht bewusst oder mit böser Absicht.

00:34:08: aber ich glaube es passiert und wir unterschätzen ein bisschen die Effekte davon.

00:34:12: meiner Meinung nach

00:34:13: das sicherlich einen Punkt und auch noch vielleicht zustimmend.

00:34:18: Alleine, wenn man in manchen Reaktionen... Sie kriegen

00:34:20: keine Klickzahlen, weil wir uns in allem einig sind!

00:34:22: Ja ja ich weiß, aber wenn man dann in manche Redaktionskonferenzen sitzt wie da sitzen dann fünfzehn Journalistinnen und es gibt fünfzehnt Meinungen zu einem Thema.

00:34:33: Auch dass also da irgendwie damals dabei zu sein, wenn mal den Eindruck hat, dass eh alles gleich irgendwie gleich in Anführungszeichen geschaltet sei der herzliche... Aber worauf ich hinaus wollte, ist tatsächlich so ein bisschen diese Frage.

00:34:49: die nach dem wirtschaftlichen Druck auf Journalismus, weil meine These ist dass das der Hauptgrund für fehlende Perspektiven im Journalismus.

00:34:59: Weil wir auf der einen Seite und da würde mich deinem Mal natürlich auch interessieren, auf der anderen Seite erleben wie das gerade Lokaljournalismus unglaublich leidet, dass Redaktionen verschwinden zusammengelegt werden immer weniger JournalistInnen für immer größere Gebiete zuständig sind Und da entsteht natürlich so ein Eindruck dann was wir am Anfang Menschen fühlen sich nicht mehr abgebildet in den Medien.

00:35:22: Weil da niemand mehr ist, der sie abbildet und das ist vor allem ein ökonomisches Problem in meinen Augen.

00:35:28: Absolut!

00:35:28: Das ist so.

00:35:29: Ich glaube aber auch wir sehen jetzt schon teilweise die Rückentwicklung über Stiftungen oder verschiedene Anbieter wie das Bonn-Institut, die sich für Constructive Journalism einsetzen.

00:35:40: Programme gibt es für Lokaljournalisten und Journalisten.

00:35:43: Wie können wir wieder mehr verankert sein in der Bevölkerung?

00:35:46: Teilweise sehe ich, also beim WDR kriege ich das so ein bisschen aus der Distanz mit, dass sie wieder sagen doch, wir investieren durchaus ins Vorort im Landsein.

00:35:56: Das ist eigentlich somit das Wichtigste.

00:35:57: Also ich glaube, dass da teilweise einen Umdenken stattfindet Und man dann erst schaut, wo man in anderen Bereichen sparen kann.

00:36:04: Aber diese Lokalgeschichte ist wichtig.

00:36:06: aber du hast natürlich recht der Alltag ist immer noch das Redaktion geschlossen werden zusammengelegt werden fusioniert werden und so weiter.

00:36:13: es sind meine Augen aber longtail sozusagen der falsche Ansatz.

00:36:17: ich glaube dieser Präsenz ist total wichtig.

00:36:19: sie sehen eher auch diese Gefahr nach wie vor in diesem Ja das hat mit der Medien Nutzung einfach auch was zu tun dass wir reißerische Überschriften brauchen um dass wir dann so zu klickbaiting kommen Wo wirklich geschrieben die Wahrheit über und du denkst so, ist das wirklich?

00:36:34: Es ist nur eine Perspektive.

00:36:37: Und da haben dann auch natürlich viele Portale, die leider auch ein bisschen dann fast schon ein bisschen gefühlt die Standards setzen und wir eben auch sehen wie ja über Content wo es wirklich in zwanzig drei Sekunden alles erzählt werden muss, wo ich dann denke Ja, das können wir Medien aber auch nicht ändern.

00:36:55: am Ende müssen wir vielleicht auch mal ehrlich sein und sagen Du kannst nicht hoch komplexe Dinge in einem zwanzig Sekunden Video auf TikTok Interpretationsgeschwindigkeit erklären.

00:37:03: Da kriegst du den Israel-Palestinerkonflikt nicht erklärt.

00:37:06: Schwierig, auch im ganzen Podcast rein.

00:37:10: Alleine schwierig ja absolut.

00:37:12: Aber das ist uns auch spannend dass Zahlen zeigen mit Deep Journalism wo du Hintergrund bringst und vielleicht auch mal eine Stunde was erzählt, dass es durchaus richtig gute Klickzahlen holt.

00:37:22: ich weiß nicht ob das ein Die Breite der Bevölkerung sozusagen erreicht das wahrscheinlich nicht, aber schon auch an Millionen Publikum

00:37:30: empfehle.

00:37:30: Auch da gibt es eine Studie über News Podcast von Seven One Audio die das auch sehr gut zeigt vor ein paar Wochen erschienen Wie stark die Bedeutung und Relevanz von News-Podcast, ausgeruhten längeren Formaten auch in verschiedenen Zielgruppen zunimmt.

00:37:47: Auch da natürlich Podcasts erreichen eher eine urbane gut besser gebildete formal gebildetere Schicht.

00:37:54: aber das wächst auf jeden Fall.

00:37:56: und auch da zeigt es ja vielleicht liegt es nicht daran dass wir automatisch nur diese Zielgruppe erreichen.

00:38:03: vielleicht fehlt auch noch ein bisschen das Angebot für andere Gruppen.

00:38:07: Also ich glaube, das sehen wir auch bei Radio und Podcast.

00:38:10: Wir sind ja alle in dem Audio-Bereich.

00:38:12: so versuchen es zu auszubalancieren wie viel investieren wir da rein und da rein?

00:38:17: Und wir sehen eben dass gerade Academics quasi die Podcast hören und Leute mit mittlerer oder nicht so hoher Bildung dann eher noch die Linearprogramme hören weil sie jetzt als Begleitmedium wollen.

00:38:30: und da wirklich mehr die Sachen zu verbinden und Podcasts auch anzubieten der da mal richtig durch Die Decke geht, damit kann man sehr erfolgreich sein.

00:38:39: Wer dann die Idee hat?

00:38:41: Also auch nur noch ihr Business-Tipp von Telopitz.

00:38:45: Sehr gut!

00:38:45: Naja...

00:38:47: Jetzt sind wir ja so, wollen wir zum konstruktiven Teil zum Schluss kommen ist ja auch eine beliebte Turn immer in Podcast.

00:38:54: Ich mach das auch Und es ist ja das Gute, weil du ja vorhin meintest wir sind uns zu einig wegen Klickzahlen und so.

00:39:05: Das Gute bei bei uns ist ja hier Wir sind ja einen Medienfach Podcast also wir richten uns in erster Linie an ein Fach Publikum.

00:39:11: deswegen Sind wir da gar nicht darauf angewiesen hier groß zu polarisieren?

00:39:16: Ist auch mal ganz nett.

00:39:21: Die Frage ist also eigentlich habe ich zwei Fragen, was wir vielleicht an der einen oder anderen Stelle anders noch ein bisschen besser machen können.

00:39:29: Das eine ist das haben ja auch schon gestreift.

00:39:31: Ich würde es trotzdem gerne nochmal ansprechen weil ich das so entscheidend finde.

00:39:36: Journalismus wird hart kritisiert von vielen Seiten dafür dass er nicht genug Perspektiven ab, Bilder und nicht genug sehr einseitig sei.

00:39:49: Und diese Debatten werden uns oft – das ist meine Beobachtung – von außen aufgedrückt und wir müssen aufpassen dass wir denen nicht zu sehr auf den Leim gehen aber gleichzeitig die Probleme dies gibt trotzdem offen benennen.

00:40:01: Wie sind wir kritisch gegenüber Journalismus ohne populistische Narrative noch in Leim zu gehen?

00:40:06: Also jetzt von außen betrachtet auf den Journalismus oder die Journalisten selber?

00:40:11: Wie wir als Journalisten selbst damit um besser umgehen können, weil wie gesagt gerade diese Julia-Russ Geschichte da gab es schon ein paar Einlassungen auch aus der Branche.

00:40:21: Die ich schon schwierig fand, wo dann relativ schnell eingelenkt wurde und so gesagt wurde ja stimmt wir haben zu wenig konservative Stimmen.

00:40:30: Und das fand ich manchmal bisschen nicht unterkomplex.

00:40:34: Ich schicke immer gerne links, schauen wir hier und da was wir gemacht haben.

00:40:40: Hörerinnenpost habe ich heute noch beantwortet finde ich total wichtig.

00:40:45: also dass wir greifbar sind sozusagen und dann eben auch zu sagen ne stimmt einfach nicht.

00:40:50: Schauen Sie mal wie wir das hier gemacht haben.

00:40:51: jetzt haben wir und das können wir in der Regel wenn wir als Medienbranche von außen angegriffen werden dazu habe ich mir tatsächlich noch nicht so viele Gedanken gemacht.

00:40:59: Ich glaube, wir können immer nur wieder aufzeigen was wir an guten Sachen machen.

00:41:04: Wie wir transparent machen wie wir recherchieren Schauen auch zu sagen Was ist ja eigentlich passiert.

00:41:10: also zum Beispiel Wir hatten hier für Augenprinzip Das das ist etwas was glaub ich wichtig ist so was viele gar nicht wissen dass wird es so haben und ich irgendwie er der Moderator entscheidet jetzt was er davon Spruch sagt oder Irgendwie welche Musik erspielt oder was auch immer zeigen, auch wir haben Fact-Checking Units aufgebaut.

00:41:30: Die Dinge nochmal für bin ich total dankbar durchgehen und das alles nach außen zu transportieren was wir alles tun intern sozusagen um die Qualität zu sichern Auch Leute durchaus mal wenn jetzt nicht totale Hardcore Verschwörungsmenschen sind irgendwie denen man mit Argumenten gar nicht mehr kommen kann, die gibt es ja auch und dann macht's einfach keinen Sinn.

00:41:52: aber es gibt hier schon auch welche Nur so ein bisschen zweifeln und das war ganz spannend.

00:41:56: der mdr hat das mal ich glaube in leipzig oder dresden.

00:42:00: Hat er von legida oder pg da damals die Leute mitgenommen in die redaktion denkt so oh Gott warum?

00:42:04: Und es waren total interessante geschichte.

00:42:06: die haben dann auch einen Film darüber gemacht zu den tages themen, und Die da war natürlich totale skeptisch.

00:42:12: sie kam dahin besteht das merkelfax so mit dieser Einstellung und Dann das gibt's ja gar nicht sind ja ganz viele kriterie nachrichten kriterien die die da So und ich fand das von denen vom NDR total mutig, sich sozusagen die Realität zuzumutigen.

00:42:26: Und sich dann nicht in den Safe Space zurückzuziehen und zu sagen ne, nee, nee.

00:42:30: und natürlich haben sie da schon auch Leute rausgenommen, die glaube ich noch ein gewisserweise zugänglich war.

00:42:35: Dann kamen da so man ja es ist interessant dass ich die Leute jetzt kenne und es kann schon komplizierte Arbeit und jetzt kann ich das viel besser einordnen und so.

00:42:42: Das fand ich einen interessanten Prozess der da passiert.

00:42:44: Das kannst du natürlich nicht jeden Tag machen.

00:42:47: Aber ich glaube schon auch, dass wir alle egal ob Zeitungsmenschen, wenn wir bei Portalen arbeiten so die Aufgabe haben Medienkompetenz zu in die Gesellschaft mitzubringen und Schulen natürlich auch.

00:43:00: Und das ist einfach eine Mischung von ganz vielen Seiten.

00:43:04: immer nur Transparenz, glaube ich, ist das was ich sagen würde?

00:43:07: Die Frage von dir!

00:43:10: Und das Medienkompetenzthema, das haben wir hier im Podcast auch schon mal bearbeitet.

00:43:14: Aber das ist natürlich ein Dauerbrenner wenn wir über diese Fragen sprechen.

00:43:19: also zusammengefasst am Ende auch wenn wir darauf schauen was wir handwerklich machen können um mehr Perspektiven irgendwie noch mehr reinzubringen oder vielleicht auch den Angang von bestimmten Themen, denen wir oft mal haben und das geht dann in alle möglichen Richtungen finde ich immer so.

00:43:37: Wir als Journalistinnen wieder... Das ist jetzt der Standardspruch, wir müssen wieder mehr rausgehen.

00:43:46: aber ich glaube es ist es am Ende oder?

00:43:47: Also weil wir haben bei ganz vielen Themen glaub' ich ist das Problem eher und das ist auch ein Ressourcenproblem, da sind wir wieder beim ökonomischen Thema dass wir relativ viel die Machtperspektive uns angucken und kommunizieren und darüber reden, egal um welche Themen es geht.

00:44:03: Sei's die Bürgergeldreform, sei es irgendwie wenn keine Ahnung andere

00:44:07: Dinge... Ja,

00:44:09: genau.

00:44:09: Das ist das auch die aber natürlich ganz konkret am Ende Menschen betrifft in ihrem Alltag und dass dann relativ wenig stattfindet.

00:44:18: Also im Prinzip ist es eher dann wieder vielleicht so der Perspektivenwechsel auf das Dienstleistungsthema also Dienst an Menschen.

00:44:25: Ja ich glaube übersetzen von Politik in was heißt das konkret für Person ABC?

00:44:29: Ich glaube das ist ein super Ansatz!

00:44:31: Ich glaube aber auch dann unabhängig von Politik sozusagen nochmal zu gucken was was treibt die Menschen hier gerade um?

00:44:38: Also auch ein bisschen weg von diesen Nachrichtenfaktoren, sodass wir einfach gucken.

00:44:44: Wir machen jetzt hier eine schöne Serie über Leute, keine Ahnung, ungewöhnliche Hobbys in... Gota oder ich weiß es nicht, ja.

00:44:54: Du hast

00:44:54: grad den Angler-Podcast angesprochen, fantastisch!

00:44:57: Ja genau und das ist halt auch Leben und für viele Leute ist das sogar relevanter als sozusagen diese Tagespolitik.

00:45:04: Ich glaube das ist ein ganz entscheidender Punkt uns ansonsten so für den Alltag.

00:45:08: wir haben da mal mit so ein paar Trainerinnen und Trainern zusammen überlegt.

00:45:11: Da können wir uns Jonas glaub ich so ein Paar Sachen überlegen wie... Tatsächlich, wir fragen Leute einfach mal fremde insbesondere.

00:45:19: Was treibt ich gerade um?

00:45:19: Vielleicht kommt was überraschendes rum und vielleicht ist es ein dritten Mal.

00:45:23: Mir hat neulich einen Reporter erzählt der wollte erst nicht rausgehen.

00:45:26: zur Straßenumfrage hat er dann doch gemacht so einfach ganz anders als ich gedacht habe.

00:45:30: Und das ist genau das was wir glaube ich tun sollten.

00:45:33: Ich zum Beispiel hab grade... Ich bin in Köln, ich hab die Sächsische Zeitung und das Luxemburger Wort abonniert.

00:45:38: Ich bin schon total spannend wie anders die da drauf gucken Und du kriegst dann nochmal andere Themen mit hier.

00:45:43: Zum Beispiel jetzt zwar auch recht extremismus als Thema, aber dass dann irgendwie auch Sorben gedisst werden habe ich vorher noch nie mitbekommen.

00:45:49: Aber in einem Artikel bei der sächsischen Zeitung stand das dann so oder das ist jetzt gleich sehr nerdy.

00:45:55: aber in Luxemburg gab es mal eine Anschlagsserie in den neunzehachziger Jahren.

00:45:57: die sind heute nicht aufgeklärt.

00:45:58: so Spannende Sachen wie ich glaube ich sonst einfach nicht mitbekomme.

00:46:02: Das sind natürlich jetzt auch klassische Medien und so weiter.

00:46:06: Leuten folgen die ich vielleicht nicht so sympathisch finde und ich rede jetzt nicht von irgendwelchen Verschwörungsleuten oder so.

00:46:10: Natürlich gibt es immer eine ganz klare Grenze, aber auch offen durchzugehen was fällt mir auf?

00:46:16: Vielleicht sogar einen anderen Weg zu suchen, vielleicht mal statt mit der S-Bahn aufeinander hinzugehen keine Ahnung!

00:46:25: Aber ich glaube es gibt schon so kleine Möglichkeiten im Alltag zu gucken und was ich super finde ist in Redaktionskonferenzen manchmal so ja, so ein Adrollenspiel zu machen.

00:46:32: Also zu sagen wir gucken jetzt auf das Thema Gesundheitsreform Wir schauen auch einfach mal aus verschiedenen Perspektiven nicht dass wir es dann machen müssen.

00:46:39: aber was würde eine alleinerziehende Person vielleicht dazu sagen?

00:46:42: Was würde vielleicht eine LGBTIQ-Person dazusagen?

00:46:45: oder oder oder was könnte man überhaupt erstmal anfängt so'n bisschen zu Brainstorm.

00:46:50: Ich glaube die Zeit müssen wir uns nehmen Die ist viel wert und dazu kommt natürlich auch.

00:46:55: Ich habe auch so ein bisschen Background als Diversity Trainer.

00:46:58: Natürlich ist es auch wichtig, dass wir vielfältige Teams haben.

00:47:02: Das heißt die Leute mit unterschiedlichen Backgrounds ob das Stadt-Land ist, ob das sozusagen Migrationsgeschichte oder nicht ist und so weiter aber eben auch verschiedene Bildungs backgrounds usw.

00:47:12: Ich glaube schon, dass das sinnvoll ist.

00:47:15: ich glaube bin nicht so ein Freund davon das jetzt so nach so einer Strichliste zu machen, weil ich glaube dann überlagert das irgendwie alles.

00:47:22: Sondern es geht eher darum dass wir als Medienmenschen eine Awareness kriegen können mehr auf diese Sachen achten und eine Awarenes dafür, dass wir eben nicht der weiße Letzter Schluss meistens

00:47:33: haben.".

00:47:34: Und auch letzteres auch wieder ein ökonomisches Thema natürlich, da JournalistInnen kommen oft aus ähnlichen Milieus der Einstieg in den Job.

00:47:48: teuer ist und schlecht bezahlt.

00:47:50: Und dann in den tollen Großstädten stattfindet und sich dadurch halt viele, das für viele schon unmöglich ist aus Nichtakademiker-Aushalten oder auch wenn ich vielleicht einen etwas konservativeren Blick auf mein Leben habe und eher so auf Sicherheit und finanzielle Absicherung und solche Sätze gehe ich nicht hin an Journalismus weil sicherlich gerade am Berufseinstieg sicherlich nicht der Job der mir finanziele Sicherheit und abgesichert sein erst mal verspricht.

00:48:20: Also auch da, dass am Ende irgendwie auch dann was die Besetzung der Vielfalt der Teams angeht,

00:48:26: auch wieder ökonomische Themen.

00:48:27: Da kommen wir auf die Werte rein!

00:48:28: Ich bin vielleicht bereit eher wenn ich irgendwas positiv für die Gesellschaft verändern will für nicht ganz so gutes Geld da reinzugehen, aber wenn ich Kläre machen will und ein Auto und ich weiß nicht was dann gehe ich vielleicht doch in die freie Wirtschaft.

00:48:41: Wenn es gerade zumindest halbwegs läuft...

00:48:44: Also es gibt vielfältige Erklärungen dafür, aber sicherlich nicht dass es das Merkel-Fax-Interaktionen gibt oder irgendwer bestimmt Journalismus hat jetzt die und die Richtung einzuschlagen sondern es ist kompliziert wie immer und ich glaube das wurde mit unserem Gespräch mehr als deutlich.

00:49:02: Es gibt aber auch Lösungsansätze, die sind gar nicht so... Also es ist besonders gut hat mir gefallen kleine Stellschrauben das Rollenspiel mal auszuprobieren.

00:49:12: Wenn ihr da draußen einen Take-away mitnehmen wollt heute vielleicht bei der nächsten Redaktionskonferenz einfach mal wenn's um ein Thema geht einfach mal das Rollen Spiel ausprobieren.

00:49:20: Das finde ich irgendwie eine sehr coole Idee.

00:49:21: Man gibt dazu ein

00:49:22: kleines Handout, das können wir gerne irgendwie, wenn du willst, dass ein PDF in die Shownotes, da sind zu vierzehn Alltagshecks für Redaktionen.

00:49:28: Sehr, sehr gerne.

00:49:29: Packen wir in die Show notes den Link da könnt ihr euch das dann anschauen.

00:49:32: Das war's jetzt für dieses Gespräch.

00:49:34: man könnte natürlich noch stundenlang über jeden Punkt irgendwie weiter reden aber Für heute soll es gewesen sein.

00:49:39: lieber Till vielen Vielen Dank dass du dir Zeit genommen hast für unseren Podcast.

00:49:44: Es ist media now und Du uns deine Erfahrungen und deinen Blick auf das Thema perspektiven Vielfalt im Journalismus Präsentiert hast.

00:49:51: dankeschön

00:49:52: sehr gerne danke Euch

00:49:54: Und wenn ihr da draußen Gedanken habt zu dem Thema, dann könnt ihr natürlich gerne das Schreiben hinterlassen bei LinkedIn in den Kommentaren wo auch immer ihr das mögt.

00:50:06: Dann bleibt mir noch zu sagen wie immer machts gut, bleibt stabil und bis zum nächsten Mal!

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