Das goldene Zeitalter? Wie Communitys, Non-Profit-Redaktionen und TikTok den Journalismus prägen (mit Pauline Tillmann)
Transkript anzeigen
00:00:00: Eigentlich haben wir dann am Ende doch gezeigt, dass es möglich ist sogar über den Krieg was man ja gar nicht denken würde konstruktiv zu berichten.
00:00:08: Und ich finde ein gutes Beispiel sind da die Reportagen von Katrin Eigendorf und ZDF, die ich sehr schätze, die auch wiederum sehr nah an den Menschen immer ist sei es jetzt in der Ukraine oder Afghanistan und finde ich auch ganz spannend wirklich versucht die Menschen als handelnde Subjekte zu zeigen.
00:00:28: Dieses Mal geht es bei This Is Media Now um nichts weniger als die Frage, was ist eigentlich guter Journalismus in diesen Zeiten?
00:00:37: und das durfte ich besprechen ihr habt sie gerade schon gehört mit der Journalistin und Coaching Pauline Tillmann.
00:00:44: jetzt geht's los!
00:01:02: Mein Name ist Luca Schöne und ich begrüße euch zu dieser Folge unseres Podcasts.
00:01:07: Wir biegen heute ab in die Sommerpause von This Is Media Now, die letzte Folge vor der Sommerpause!
00:01:13: Und da habe ich mir gedacht für die letzte Episode schöne ganz locker leichte Frage so zum Abschluss dieser Staffel sozusagen was es eigentlich guter Journalismus?
00:01:25: durchaus oft die Gelernten und manchmal auch die weniger Gelernten in letzter Zeit wieder verstärkt.
00:01:30: Das ist zumindest meine Beobachtung, da gibt es dann die einen, die sagen Journalismus muss kontroverse und umstrittene Stimmen mehr zu Wort kommen lassen und dann konzipieren sie ganze Podcast-Folgen um diese These.
00:01:42: andere wiederum sind manche Dinge dann zu krass und zu kontrovers und Sie laden zum Beispiel kurzfristig Gäste aus der Tieresendungen wieder aus.
00:01:50: Einige werfen Journalismus politische Schlagseite und Aktivismus vor, während andere einen reinen Mikrofon-Hinhalte-Journalismus kritisieren, der sogar nicht mehr einordnet.
00:01:59: Und einfach nur noch das wiedergibt was die Mächtigen sagen!
00:02:04: absolute Neutralität von Journalistinnen während manche betonen, Journalismus kann ja gar nicht neutral sein gegenüber der Demokratie und ist im Kern seines Auftrags antifaschistisch.
00:02:15: Und dazu kommt das immerwährende ambivalente Verhältnis zu den digitalen Plattformen die wir einerseits brauchen um unser Publikum zu erreichen, die uns aber auch gleichzeitig das Wasser sprich die Werbegelder abgraben und dem im Kampf vom Aufmerksamkeit unsere Regeln aufdrücken wollen.
00:02:32: Das ist das, wo wir stehen würde ich sagen.
00:02:35: und wir wollen heute mal schauen abseits dieser erhitzen Debatten die ja oft auch über diese Frage geführt werden.
00:02:42: Wie kann guter Journalismus denn aussehen in diesen Zeiten?
00:02:46: Vielleicht Kann er konstruktiv sein, sicher kann er auch auf TikTok gut funktionieren und ganz bestimmt nach guten alten Handwerk.
00:02:53: Und das alles darf ich heute besprechen mit Pauline Tillmann.
00:02:57: Sie ist Gründerin des Magazins Deine Korrespondentin Das inspirierende Frauen sichtbar macht und sie ist auch Coaching für JournalistInnen- und Programmmanagerin ist sie auch noch nämlich beim Better Leaders Lab.
00:03:09: da werden wir auch noch ein bisschen später darüber sprechen was sie da macht.
00:03:12: Vorher hat sie auch als Journalistin gearbeitet unter anderem bei der deutschen Welle und war freie Korrespondentin für die ARD in St.
00:03:19: Petersburg, hat aus Russland der Ukraine und vielen weiteren postsovietischen Ländern berichtet.
00:03:24: Es ist mir also große Erfahrung zugeschaltet, würde ich sagen Hallo Pauline!
00:03:28: Schön dass du
00:03:29: da bist.
00:03:29: Hallo ja schön.
00:03:30: Vielen Dank für die Einladung Lukas.
00:03:32: Ich freue mich
00:03:33: sehr Sehr gerne.
00:03:35: Du hast einen eBook geschrieben, zehn Trends für Journalisten von heute.
00:03:40: Das hast du mit Erfahrungen einer Recherchereise verfasst die du in den USA damals gemacht hast und da hast du am Ende geschrieben das goldene Zeitalter des Journalismus ist gerade erst angebrochen.
00:03:52: Das war vor elf Jahren.
00:03:53: Wie blickst du eigentlich heute auf diesen Satz?
00:03:57: Der stimmt immer noch.
00:03:58: Wahrscheinlich würde ich den heute wahrscheinlich genauso formulieren, das ist interessant weil ich manchmal auch immer noch mit diesem E-Book konfrontiert werde und hier die Leute daraus zitieren und dann habe ich mir irgendwann den Spaß erlaubt und mal diese Trends sich da ja heraus destilliert hab mir nochmal angeschaut und es ist so lustig Treffen tatsächlich heute vielleicht auch noch zu, nämlich das war Mobile.
00:04:26: Mobile First war so ein ganz großer Trends.
00:04:28: Social Media war auf jeden Fall auch ein Trend und Datenjournalismus.
00:04:32: Wahrscheinlich würde man heute künstliche Intelligenz mit den Top drei dazu nehmen.
00:04:37: Das war damals nicht absehbar ehrlicherweise.
00:04:40: aber sowas wie lange Formate oder Entrepreneurship im Journalismus sind glaube ich schon immer noch Trends die auch heute Relevanz haben.
00:04:49: Also auch wenn man es so liest, ist verfügbar.
00:04:52: Im Internet kann ich in den Shownotes gerne verlinken.
00:04:55: Es ist auch fast eine kleine Vorhersage von vielen.
00:04:58: was passiert ist dann in den elf Jahren danach das kann man schon glaube ich festhalten.
00:05:02: du hast einige Themen angesprochen.
00:05:04: vieles davon werden wir sicher auch noch mindestens streifen heute.
00:05:09: Wie sieht denn so ein goldenes Zeitalter des Journalismus für dich aus?
00:05:12: Was macht denn das goldene Zeitalther aus?
00:05:18: große Frage gestellt, was ist Guthersinalismus?
00:05:21: Und da würde ich auf jeden Fall sagen dass wir heute viel näher auch an den Nutzenden dran sind als wir das noch vor elf Jahren waren.
00:05:30: Also damals war schon nochmal stark so diese Haltung wie er Berichten aus dem Elfen bei Entfohren.
00:05:37: und auch deswegen war ja mein Ansatz mit deinen Korrespondentinnen es ist deine Korrespondentin weil ich damals wirklich sehr stark das Gefühl hatte die Korrespondente in der ARD Beispiel weil sie sind überhaupt nicht greifbar oder nahbar.
00:05:50: Oder man kann denen auch gar keine direkten Fragen stellen, die berichten aus dem Ausland und sind wie so auf einem hohen Ross.
00:05:56: Und ich will gar nicht bewerten ob das heute noch genauso ist.
00:06:00: natürlich über Social Media hat sich da viel geändert, wie man auch an Kolleginnen wie Sophie von der TAN vom Bayerischen Rundfunk sehen kann, die ja auch Blick hinter die Kulissen gibt was wir damals noch gar nicht denkbar war.
00:06:13: Aber genau das war wirklich so.
00:06:16: ein Ansatz zu sagen, nein eigentlich die Korrespondentin sollten auch direkt Fragen beantworten können von Leuten da draußen.
00:06:26: Und dieses dass man auf Augenhöhe viel stärker sich bewegt und eben auch die Zielgruppe befragt nach ihren Bedürfnissen.
00:06:34: ich finde schon, dass in den letzten zehn Jahren wo ja auch immer wieder neue Medien Startups hochgekommen sind dieses Mindset durchaus auch in legacy Media, in etablierten Medienräusern stärker Einzug findet.
00:06:49: Vielleicht noch nicht so radikal und umfangreich wie man sich das manchmal wünschen würde aber diese Startup-Denke dass man eine Marktlücke identifiziert, dass man Userneeds quasi auch formuliert und dann auch entsprechende Produkte auf den Markt bringt die dann eben auch ihre Nutzendenschaft findet.
00:07:09: Das finde ich hat sich schon sehr stark gewandelt.
00:07:12: Also insofern, ich würde sagen das da sich schon sehr viel auch zum Positiven verändert hat und darüber hinaus glaube ich auch so dieses Thema Fluide Fluider-Content, also dass man nicht mehr nur sagt wie das zu meiner Zeit vor fünfundzwanzig Jahren als ich mit dem Journalismus angefangen habe gesagt hat es gibt die gedruckte Zeitung.
00:07:33: Es gibt langsam auch online, es gibt Radiobeiträge Fernsehbeiträge und die Formate sind strikt getrennt sondern das durchaus Fluideform möglich sind und darüber hinaus eben auch Journalismus anders erzählt werden kann, nämlich in Form von einem Game oder in Form vom Dialogspiel.
00:07:55: Oder in Form auf der Bühne oder in Mitmachaktion oder in einer Graphic Novel also dass da die Grenzen einfach sehr viel mehr verschwimmen auf ganz unterschiedlichen Artenbeißen dargereicht werden kann.
00:08:15: Also auf jeden Fall dann auch da ausgehend von dem was Nutzer eigentlich brauchen, was die Bedürfnisse sind.
00:08:23: Wie sie auch Medien nutzen?
00:08:24: Du hast jetzt das Fluide ja auch angesprochen.
00:08:26: Das ist ja auch eine Reaktion darauf wie halt die Mediennutzung sich natürlich auch stark verändert hat durch die digitalen Plattform und alles weitere.
00:08:35: Und vielleicht du hast jetzt auch live schon angesprochen sogar auch gerade ein Schiff dahin passiert dieses echte vor Ort und dieses echte Live erleben, vielleicht auch wieder etwas ist wo Journalismus stark reingehen kann.
00:08:49: Da werden wir doch gleich noch ein bisschen darüber reden.
00:08:52: ich würde noch gerne einen Schritt einmal kurz zurückgehen könnte ich mir vorstellen zumindest, glaube ich auch vielleicht wichtig ist zu verstehen wo du so herkommst und was deinen Blick auf was Journalismus leisten kann ja auch geprägt hat.
00:09:06: So kurz auf deine Zeit in St.
00:09:07: Petersburg vielleicht einmal zu sprechen kommen?
00:09:09: Du warst ja von zehntausend elf bis zweitausend fünfzehn dort.
00:09:13: Ich glaube es ist fast untertrieben zu sagen Es war eine bewegte Zeit In dieser Zeit, wir haben die Maidan-Proteste in der Ukraine erlebt.
00:09:20: Wir haben die Annexion der Krim erlebt durch Russland.
00:09:23: Das hast du ja alles vor Ort hautnah miterlebt.
00:09:27: Was würdest du sagen?
00:09:30: Wie hat diese Zeit deinen Blick darauf geprägt was Journalismus leisten kann oder soll?
00:09:36: Jetzt machst du aber einen riesen Fass auf Lukas!
00:09:40: Tatsächlich muss man ja sagen, dass ich mich jetzt seit elf Jahren gar nicht mehr so sehr mit Russland und der Ukraine, was ja mein zweites Berichtsgebiet war, beschäftige.
00:09:48: Ich war seitdem auch nicht mehr da in Rangpetersburg.
00:09:52: Viele meiner Freunde sind auch nicht wieder da, muss man sagen.
00:09:56: Mein Team-Schwerpunkt hat sich ja komplett geschüftet Richtung Community Journalismus – auch in letzter Zeit viel Leadership, Strategie, Transformation... Genau, insofern also diese Zeit war natürlich für mich wahnsinnig aufregend.
00:10:10: Ich habe ja mit einundzwanzig einen Außernsemester gemacht in St.
00:10:14: Petersburg und mich unsterblich in die Stadt verliebt und hab das hast du vorhin vergessen bei der Einführung zu erwähnen dass ich beim Bayerischen Rundfunk voluntiert habe und natürlich sehr gerne auch Korrespondentin geworden wäre beim BR.
00:10:28: Und damals als ich fertig war mit dem Vulo war ich sechsundzwantzig und dann war die Ansage Von meinem damaligen Politikchef ist ja schön, dass du Korrespondentin werden müsst.
00:10:37: Pauline aber du musst jetzt einfach noch mal fünf Jahre warten bis du an der Reihe bist und das hat dann einfach massiv mit meiner Familienplanung kollidiert.
00:10:44: deswegen habe ich das auf eigene Faust gemacht.
00:10:47: Ich bin, glaube ich grundsätzlich in meiner Herangehensweise immer eher so Richtung Macherin und einfach ausprobieren und experimentieren Dinge schnell auf die Schiene bringen.
00:10:57: Und dann habe ich gedacht okay, ich probiere das einfach aus und wenn ich nach einem Jahr merke, ich kann davon nicht leben, dann komme ich wieder zurück.
00:11:04: aber ich hab es zumindest versucht.
00:11:07: Und dementsprechend habe ich vor allem als ich in St.
00:11:09: Petersburg war viel aus dem postgewertischen Ländern berichtet.
00:11:13: Das hast du erwähnt und es hat aber damit zu tun, dass die Korrespondentinnen und Korrespondenden natürlich sehr viel aus Moskau berichtet haben und gar nicht soviel in ihren Berichtsgebiet quasi unterwegs waren.
00:11:25: Und das war ein bisschen die Chance für mich, da wir damals auch noch mehr Featureplätze hatten beispielsweise im öffentlich-rechtlichen Hörfunk vor allem, die ich dann eben bespielen konnte.
00:11:37: Dementsprechend habe ich mich dann ehrlicherweise... nicht auf die Politikthemen fokussiert, weil ich eben frei da war.
00:11:43: Sondern auch Kultur, Soziales sogar mitunter auch Sport.
00:11:49: Ich hatte mal zwischendurch auch über den deutschen Sportschef bei Zenit St.
00:11:54: Petersburg berichtet wo ich lange dran war quasi das erste Interview mit ihm zu bekommen also mich quasi auf andere Themen fokassiert.
00:12:01: aber ich war auch bei den Maidan-Protesten in Kiew.
00:12:05: und natürlich wenn ich jetzt keine Kinder hätte.
00:12:09: Ich habe zwei Kinder, acht und zehn.
00:12:12: Dann wäre ich glaube ich direkt am nächsten Tag als das mit dem Ukraine Krieg losgegangen wäre, direkt dahin gefahren und hätte reportiert weil das natürlich das ist was ich lange gemacht hab und was sich auch sehr gerne mache.
00:12:25: und tatsächlich hat einfach die Zeit sich so entwickelt bei mir in den letzten Jahren dass ich mich mehr Richtung Management-Themen entwickelt habe und gar nicht mehr an der Front bin und reportieren tätig.
00:12:38: Ich weiß, dass das ein großes Fass aufgemacht hat natürlich.
00:12:41: Aber trotzdem interessant, ich habe mir natürlich auch ein bisschen angeschaut was du da dann so gemacht hast.
00:12:47: und auch da man hat ja oft dann wenn man aus diesen gerade natürlich aktuell aber man hat oft so den Fokus.
00:12:53: Du hast gesagt so Moscow die große Politik war es passiert im Kreml Was wird auf diesen Ebenen besprochen?
00:12:59: Aber man hat da schon gespürt bei dir Dass du auch gerne wie geht's den Menschen Wie läuft der Alltag Wie organisieren sich die Menschen vor Ort?
00:13:09: Dass das auch da schon irgendwie dein Fokus war.
00:13:11: Also deswegen... Ja,
00:13:14: mich haben immer die Menschen interessiert.
00:13:16: Genau!
00:13:16: Ich habe über zweihundertfünfzig Jahre Eremitage berichtet und da ging es mir gar nicht um die Kunstwerke, die dazu finden sind sondern ich hab zehn Protagonistinnen und Protagonisten gesucht und gefunden, die quasi erzählt haben warum die Eremitage so ein besonderes Museum ist Und da geht es gar nicht so sehr um die, quasi die Kunst verantworten.
00:13:37: Sondern zum Beispiel auch um die Frau, die sich um die Katzen im Keller kümmert oder den Urmacher der irgendwie dafür sorgt dass ich weiß nicht wie viel hundert Uhren in der Errimitage laufen und quasi repariert oder restauriert werden.
00:13:51: und deswegen genau mein Fokus war schon immer die Menschen.
00:13:54: da hast du recht
00:13:55: Und dann bist du da von St.
00:13:58: Petersburg wieder zurückgekommen und hast das ja auch so ein bisschen für dich wahrscheinlich überlegt, wie kann denn... Dieser Journalismus sich so weiterentwickeln, dass er nahe bei den Menschen ist.
00:14:11: Dass man in die Communities reinkommt und dass man da näher mit den Menschen irgendwie auch zusammen Dinge vielleicht auf die Beine stellt und zusammenschaut wie man nach vorne kommen kann.
00:14:23: Und da ist ja ein oder ich meine wir haben ja so ein bisschen das Dilemma es hatte ich in meiner Anmoderation ja auch schon erwähnt ne?
00:14:30: Wir haben auf der einen Seite diese Möglichkeiten die uns die digitalen Plattform natürlich... geben und bieten.
00:14:36: Auf der anderen Seite zwingen sie uns natürlich auch ein bisschen, oder haben uns ihre Regeln aufgezwungen tun das bis heute.
00:14:43: Das berühmte Clickbait so ne?
00:14:45: Dass man alles verkürzt darstellt dass man irgendwie das Gefühl hat ausgeruht und in die Tiefe und so.
00:14:51: Das ist alles gar nicht mehr gewollt!
00:14:53: Und ein Gegenmittel einem Thema mit dem du dich ja auch beschäftigst ist der konstruktive Journalismus der ja nicht erst seit gestern besprochen wird.
00:15:03: Ich sehe schon den einen oder anderen, der zuhört und vielleicht jetzt gehöre.
00:15:06: Jetzt kommen die damit wieder!
00:15:09: Aber ich glaube dass wir gerade auch in einer Zeit leben wo man vielleicht lohnt nochmal neu darüber nachzudenken.
00:15:15: was kann Konstruktivationalismus eigentlich alles sein?
00:15:17: Deswegen würde ich gerne einmal von dir hören Was ist für dich eigentlich konstruktiver Journalismus?
00:15:22: wie verstehst du den ganz persönlich?
00:15:26: Zum Thema konstruktiver Journalismus hat mir vorhin auch schon gesprochen, das sind natürlich Ellen Heinrichs Einladen die das Bonn-Institut gegründet.
00:15:33: Ich habe ja die erste Studie mitgeschrieben mit Ellen zum Thema Konstruktive Kriegsberichterstattung.
00:15:41: Und das war ganz spannend.
00:15:42: Vor fünf Jahren haben wir das veröffentlicht, da kam ich auch wieder so ein bisschen back to the roots also wirklich wieder Russland und Ukraine
00:15:49: usw.,
00:15:50: aus Europa stärker in den Blick genommen mit Reporterinnen und Reportern Interviews geführt.
00:15:57: Ich hatte einen Gespräch mit David Schraven von Korrektiv, mit dem ich ja immer wieder punktuell zusammengearbeitet habe unter einem Handbuch geschrieben zum Thema Community Journalismus und der hat mir gesagt Pauline... Krieg ist per se destruktiv, da kann ich nichts Konjunktives befinden.
00:16:13: So und das war ganz interessant weil eigentlich haben wir dann am Ende doch gezeigt dass es möglich ist sogar über den Krieg was man ja gar nicht denken würde, konstruktiv zu berichten.
00:16:26: Und ich finde ein gutes Beispiel sind da die Reportagen von Katrin Eigendorf und ZDF, die ich sehr schätze, die auch wiederum sehr nah an den Menschen immer ist – sei es in der Ukraine oder Afghanistan – und finde ich auch ganz spannend wirklich versucht, die Menschen als handelnde Subjekte zu zeigen nicht zu victimisieren, nicht so in dieser Opferrolle Oh mein Gott!
00:16:49: Die Armen sondern zu gucken.
00:16:52: okay Es gibt nämlich auch im Chaos, im Krieg, in Krisen Menschen die anpacken.
00:16:58: Die versuchen sich da selber wieder rauszuziehen, die das Leben zu einem besseren Ort machen wollen und die dann andere um sich scharen, um das zu schaffen die in den Blick zu nehmen, zum Beispiel.
00:17:10: Das finde ich so ein ganz einfachen Trick, sag' ich mal, wo man zeigen kann – nee eigentlich ist es genau die richtige Herangehensweise weil wir sehen ja auch die News-Awarderns nimmt tendenziell zu!
00:17:22: Ich habe vorher nochmal in die Daten geschaut vom Digital News Report von Reuters Institute Und die zeigen einfach ganz eindrücklich, weltweit ist die News Avoidance bei zweiundvierzig Prozent und in Deutschland bei vierzig Prozent.
00:17:36: Das heißt fast die Hälfte guckt sich Nachrichten aktiv schon nicht mehr an weil sie dadurch schlecht drauf kommt oder diese Bad news, our good news einfach nicht mehr ertragen kann in den aktuellen Lebensumfeld.
00:17:54: Und dementsprechend müssen wir uns ja damit beschäftigen wie erreichen wir die Menschen trotzdem das informierte Entscheidungen treffen?
00:18:01: und da kann es eine gute Idee sein natürlich nur außen zu zeigen zum Beispiel nicht nur schwarz-weiß.
00:18:09: Es kann eine gute idee sein Menschen zu zeigen was quasi in die Hand nehmen und vieles andere, was wir daraus gearbeitet haben.
00:18:18: Aber das natürlich nicht hilft ist quasi immer so dieses Gut- und Schlecht gegeneinanderzustellen, Chiesays zu proklamieren sondern wirklich zu gucken – Was ist denn eigentlich unter der Oberfläche?
00:18:35: Und wie gehen die Menschen damit um?
00:18:37: Was bedeutet das eigentlich für Sie?
00:18:39: Und dafür muss man natürlich vor Ort sein.
00:18:42: Und dementsprechend ist es, glaube ich wirklich die Herangehensweise wie man Menschen trotzdem immer noch erreicht weil... Ich glaube die meisten interessieren sich nicht über okay jetzt haben sie wieder die Panzer da vorgefahren und irgendwelche Kriegsverläufe im Detail sondern eigentlich interessiert sich Menschen für Menschen so und dementsprechen.
00:19:02: wenn man das schafft zu zeigen was hat dieser Krieg eigentlich für Auswirkungen auf die Menschen in Lviv, in Odessa, in Harkiv und Donetsk.
00:19:11: Auf der Krim auch, wobei das natürlich schwierig ist überhaupt Berichterstattung zu leisten dann erreicht es die Menschen glaube ich sehr viel mehr.
00:19:21: Ja also ich glaube dass das ja der sehr wichtige Punkt Auch wenn David Schraven dann so destruktiv-konstruktiv diesen Gegensatz aufgemacht hat, gab es ja auch lange diesen Irrglauben das Konstruktiv immer nur heißen muss.
00:19:37: Wir machen irgendwie die gute Nachricht des Tages.
00:19:39: Positive Nachrichten!
00:19:40: Ja genau, die positive Nachricht oder so.
00:19:42: aber das hat sich tatsächlich verfeinert über die Jahre des Konzepts auch dank Ellen Heinrichs und des Boninstituts, die da natürlich Pionierarbeit leisten und geleistet haben und immer noch leisten dass es ebenso viel mehr sein kann als das.
00:19:57: Das gilt natürlich einmal sicherlich für auch sowas wie Kriegsberichterstattung.
00:20:01: Ich glaube, dass jeder der Nachrichten konsumiert kennt das ja auch wenn man Berichte von Katrin Eigendorf finde ich ein sehr gutes Beispiel zum Beispiel einfach sieht Wenn sie da bei den Menschen ist Wenn man spürt selbst in so einer Situation Selbst im größten Leid gibt es Menschen die machen Dinge Die packen an, die führen ihr Leben weiter, die glauben noch daran was zum positiven oder zum besseren zumindest irgendwie bewegen zu können und sind nicht ohnmächtig, nimmt vielleicht einem als Konsumenten auch ein bisschen mehr von der Ohnmacht die man ja oft verspürt wenn man diese Nachrichten sieht.
00:20:36: Ich glaube, das ist ein Ansatz der... du hast die Zahlen der Nachrichtenvermeidung angesprochen.
00:20:41: Auf jeden Fall helfen kann!
00:20:43: Du hast ja vorhin auch schon so verschiedene Formatmöglichkeiten angesprochen, die ich zum Beispiel alle konstruktiv finde, weil es irgendwie so dieses Live-off Bühnen sein, vor Ort sein in der Community sein.
00:20:55: Das heißt für mich fast per se schon man ist irgendwie konstruktif unterwegs.
00:21:00: Inwieweit und das ist so ein bisschen auch dein Thema, was du ja in deinen Coachings auch machst.
00:21:05: Inwie weit kann man oder soll man sowas auch strukturell in Redaktionen verankern?
00:21:11: Und wie kann man es angehen?
00:21:15: Community Journalismus meinst du?
00:21:17: Genau, genau.
00:21:18: So konstruktiven Community Journalismus!
00:21:22: Also ich muss ja sagen, was das so Community Journalismus findet.
00:21:25: Ja vor allem bei der Neugründung statt und da spielt es eine große Rolle.
00:21:30: Ich habe ja auch zwischenzeitlich ein Jahr die Geschäftsführung inne gehabt von Carla in einem Online-Magazin hier in Konstanz wo ich wohne eben am Bodensee Auch als ich das Handbuch geschrieben habe und viele Beispiele zusammengetragen hab, dies ja gibt.
00:21:48: Es gibt ja Best Practice-Beispiele wie z.B.
00:21:51: Rums oder Fournull oder Loki jetzt in Berlin Und es gibt ja erfreulicherweise auch in der Schweiz und den Österreich sehr viele tolle Beispiele wo man sich einiges abschauen kann was auch Community Journalismus angeht.
00:22:05: nimmst du jetzt Bajur oder Zürich oder Winti in Wintertour ganz neu gestartet.
00:22:13: Da kann man sich sicherlich einiges abschauen, ich glaube was schon einen Unterschied ist es halt das so diesen Spirit dieses Mindset von so einem kleinen Team von fünf zehn zwanzig Leuten bei der Republik.
00:22:27: in der Schweiz sind sogar fünfzig Leute unglaublicherweise Aber trotzdem sind es Kleideteams in der Regel, dass du das halt nicht übertragen kannst auf eine Süddeutsche Zeitung oder auf eine Rheidische Post.
00:22:38: Oder auf eine Stuttgarter-Zeitung.
00:22:41: also ich glaube da muss man schon unterscheiden.
00:22:44: natürlich kann man gucken ob man so biotropisch schafft wo das dann doch möglich ist.
00:22:51: zum Beispiel habe ich mich gestern interessanterweise mit dem Head of Zielgruppen, ausgetauscht Martin Lang-Eder bei der Süddeutschen Zeitung den ich schon sehr lange kenne.
00:23:02: Irgendwie seit zwanzig, fünfundzwartzig Jahren kennen wir uns und haben schon lange nicht mehr getroffen.
00:23:06: Und dann fand ich das irgendwie so lustig dass er jetzt diesen Titel trägt Head of Zielgruppen was sich irgendwie sehr smart finde weil er mir von diesem neuen Festival erzählt hat Mindpop was sie zum ersten Mal im Mai gestartet haben in München und was genau in die richtige Richtung geht.
00:23:25: Nämlich sie sagen, Sie wollen eine junge Zielgruppe erreichen zwischen fünfundzwanzig und fünfundvierzig Und wahrscheinlich werden viele von denen kein Abo abschließen.
00:23:34: aber sie haben eine positive Konnotation der süddeutschen Zeitung gegenüber und vielleicht hören sich mal unseren Podcast an der für die jungen Zielgruppen jetzt gestartet wurde und so weiter und sofort.
00:23:44: also ich glaube dass man da einfach sehr viel mehr das mitdenken muss, dass man eben nicht nur in Anführungszeichen die Zeitung vollkriegen muss oder online eben bespielen muss.
00:23:56: Sondern dass darüber hinaus eben das wirklich strategisch eine immer wichtiger werdende Rolle spielen sollte.
00:24:02: Dass man auch live Formate schafft wo man gewisse Zielgruppen erreicht, die man sonst nicht erreicht.
00:24:08: und ich finde es zum Beispiel auch grundsätzlich eine gute Idee z.B.
00:24:12: Mit Menschen in Kontakt zu kommen mit Journalismus gar nichts am Hut haben.
00:24:17: Oder die dem Journalismus den Rücken gekehrt haben, das ist ja immer eher ein bisschen schmerzhaft quasi sich damit zu beschäftigen.
00:24:23: warum haben jetzt Leute ihr Abo gekündigt?
00:24:26: Warum sind sie eigentlich unzufrieden da wirklich reinzuspüren oder auch einfach Menschen zu sprechen die man mit Journalismus vielleicht noch gar nicht erreicht hat?
00:24:34: also Wenn ich das richtig im Kopf habe, hat der Digital News Report auch zu Tage gefordert dass Menschen zwischen achtzehn und vierundzwanzig mehr ist die Hälfte nämlich sechsundfünfzig Prozent noch nie eine Zeitung in der Hand hatten.
00:24:49: Das muss man sich mal vorstellen so Und wie erreicht man den?
00:24:52: Natürlich erreicht man die auf Social Media aber eben interessanterweise auch über coole Events die ein bisschen Festival Wipe haben.
00:24:59: So und dementsprechend glaube ich schon dass es ne gute Idee ist für etablierte Medienhäuser sich da noch viel, viel mehr zu überlegen und da mehr auf die Schiene zu bringen.
00:25:12: Und eben vielleicht doch diesen Startup-Spirit den du angesprochen hast von den verschiedenen tollen Magazinen, die es da gibt, vielleicht eben doch zu übertragen?
00:25:22: Weil du hast einen so Nebensatz gesagt das kann man vielleicht nicht, würde ich vielleicht ein bisschen dagegen halten, vielleicht wäre das trotzdem so vom Denken her, kann man innerhalb von so einer Redaktion So ein Schnellboot irgendwie vielleicht aufsetzen, was sowas auf die Strecke bringt.
00:25:39: Wir sehen auch immer mehr Beispiele von traditionellen Medienhäusern in die Fußgängerzonen geben, die alte Fahrschulen besetzen wie der Weiblinger Zeitungsverlag zum Beispiel bei den Lokalmedientagen in Nürnberg Und da einfach mit den Leuten in den Austausch gehen, das sieht man ja immer mehr.
00:25:59: Immer häufiger.
00:26:00: Das ist glaube ich dann der Weg.
00:26:03: Gerade auch wenn wir über das Lokale sprechen.
00:26:05: Es geht natürlich viel um lokal vor Ort sein.
00:26:07: Auch bei der SZ ist es ein lokales Format für München gewesen und so weiter.
00:26:13: Also wirklich diesen Spirit sich überlegt... Und zwar auch, und da hast du ja auch was sehr Entscheidendes gesagt.
00:26:20: Weil oft hört man dann ja auch Ja dafür mit verdienen wir kein Geld.
00:26:23: das können wir nicht machen so ne?
00:26:25: Aber vielleicht muss man es auch irgendwie als anderes als Tool eben für Markenbindung, für marken Bekanntheit irgendwie nutzen und sich halt erst mal in anderen Zielgruppen etwas aufzubauen dass vielleicht irgendwann mal monetarisiert werden kann.
00:26:39: also man muss ja irgendwo anfangen Und das ist vielleicht einfach dieses Nah bei den Menschen sein und diese dann auch schnellen Entwicklungen auf, keine Ahnung, popkulturelle Phänomene die es ja auch immer mal wieder auftauchen schnell reagieren zu können mit einem Event oder mit einem kleinen Happening irgendwie.
00:26:56: Keine Ahnung.
00:26:57: Ich glaube das ist ja auch irgendwie wichtig dass man das strategisch so implementiert in der Redaktion, dass das auch möglich ist, dass sowaschnell kommen kann
00:27:07: Absolut.
00:27:08: Und das ist ja auch immer das Totschlagargument bei TikTok, ne?
00:27:11: Da werden wir vielleicht nachher auch drüber sprechen... Also ja aber wenn wir auf TikTok sind und da quasi Inhalte publizieren dann können wir das ja nicht monetarisieren.
00:27:19: Das ist immer das Argument was als erstes kommt!
00:27:24: Na ja, aber es ist halt ein investiert in die Zukunft.
00:27:27: Und darüber hinaus ist das halt der Aufbau von Markenbekanntheit.
00:27:30: Es ist eine Stärkung der Marke, es ist ne Bekanntheit in der Zielgruppe und es ist eine Reichweitenaufbauer.
00:27:36: Das ist quasi dieser Förderung wirklich Dialog mit der Community auf Augenhöhe.
00:27:41: Man kann das als schnelles Formatlabor nutzen.
00:27:45: Tatsächlich auch ein Recruiting Pool nutzen für zukünftige Leute, die vielleicht einen Voluntariat machen.
00:27:51: Auch
00:27:51: nicht zu unterschätzen
00:27:52: in der Redaktion.
00:27:53: Also da gibt es so viele Möglichkeiten und ich würde gar nicht ausschließen dass sich in Zukunft vielleicht tatsächlich noch mehr bei den Werbeformaten ändert.
00:28:03: oder Wann gilt das?
00:28:05: man sagt entweder damit kann man auch noch stärker Geld verdienen weil natürlich die Plattformen selber auch interessiert sind an gutem Content, an News-Content.
00:28:15: Aber das quasi als allererstes Todschlag-Augument zu bringen, das finde ich immer so ein bisschen kurz gedacht.
00:28:21: Weil es geht halt umso viel mehr und das ist auch bei Liveformaten das wo ich noch sehr, sehr viel Potenzial sehe und wo man wirklich sich dem ernsthaft... aussetzen sollte eigentlich und nicht nur sagen, ja wir machen doch zwei Wahlarenen im Jahr mit viel Publikum- und Vierhundert verkauften Tickets oder so.
00:28:45: Das reicht halt einfach nicht ne?
00:28:47: Also ich glaube schon dass Leute das sehr wertschätzen wenn man zum Beispiel das aufbricht, wenn man eine Pop-up-Redaktion macht.
00:28:54: Wenn man Out of the Box denkt und mit einem Kaffeewagen so wie es damit schraben ja auch macht, auf dem Markt vertreten ist.
00:29:02: Also da gibt es so viele gute Beispiele wo man sich was abschauen kann.
00:29:06: aber man muss es halt in die Gesamtsstrategie implementieren und nicht nur so glauben.
00:29:10: und das machen wir halt einfach noch mit.
00:29:13: Und das reicht dann schon, wenn wir irgendwie einen Werbestand haben auf irgendeinem Festival und da unsere Marke quasi sichtbar ist.
00:29:20: Das reicht einfach heutzutage nicht mehr!
00:29:27: Oft ist es ja so, apropos strukturell und Strategie.
00:29:30: Dass solche Dinge scheitern auch aus Gründen in Reaktionen.
00:29:35: Das ist ja auch ein Thema mit dem du dich viel beschäftigst wenn wir über Innovation sprechen.
00:29:40: und wie können wir denn neue Formate aufs Gleis setzen?
00:29:43: Wie können wir dann out of the box denken?
00:29:46: Es scheitert das ganz oft an Strukturen, an Hierarchien wo ihr euch... Ich hatte's am Anfang erwähnt beim Beta-Leaders Lab sehr intensiv mitbeschäftigt Thema, was ja ein wichtiges Thema ist wenn wir genau darüber sprechen.
00:29:59: Wir reden nämlich gleich auch noch über TikTok und die digitalen Plattformen und wie man da Leute erreicht und da guten Journalismus machen kann.
00:30:08: aber bis man dahin kommt ist das ja ein Weg.
00:30:11: Auch gerade in etablierten Medienhäusern der oft auch ein bisschen steinig ist.
00:30:15: Das kennt jeder der arbeitet.
00:30:16: ich habe bin da viel im Austausch auch und ihr habt einen Magazin rausgebracht Power Shift heißt dass Medien macht neu verteilen wo ich ja auch genau mit solchen Fragen beschäftigt.
00:30:27: Wie können wir denn das so aufsetzen, dass Journalismus flexibler wird?
00:30:30: Dass Journalismus halt diese neuen Wege geht!
00:30:33: Wie verteilen wir die Macht der Neue Pauline?
00:30:37: Das ist eine große Frage.
00:30:38: aber ich habe natürlich mein Magazin auch hier.
00:30:42: Sehr gut kann man sich auch online bestellen.
00:30:44: Man kann
00:30:44: sich es auch runterladen.
00:30:46: Genau man kann sich auch die Gedruckte... Wir haben gar nicht mehr so viele gedruckte.
00:30:52: quasi Exemplare vorräte ich ehrlicherweise, wir hatten tausend gedruckt und es sind glaube ich nur noch hundert übrig.
00:30:57: Das freut uns sehr!
00:30:58: Wir haben's tatsächlich einfach sehr umfangreich an sämtliche Führungstöfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickt weil da einfach auch sehr viel Herzblut drin steckt.
00:31:09: Ich hatte die Redaktionsleitung und es hat das so schon gesagt Und uns war tatsächlich... Also wir hatten ja eine Un-Conference letztes Jahr in Wien, wo wir dreißig Führungskräfte zusammengebracht haben und meine Chefin Anitta Zellina, die das Beta-Gear Slap auch gegründet hat.
00:31:24: Die hat es sehr treffend als Intervention bezeichnet.
00:31:28: also an Konferenz war quasi so ein erster Schritt um zu gucken okay es gibt wohl noch mehr Leute die sich damit beschäftigen dass eigentlich Macht in Medien anders verteilt werden sollte und dann war quasi dieses Magazin der nächste Schritt wo wir einfach sehr stark den Fokus auch auf KI und auf Creator Economy, und auf Diversity gelegt haben.
00:31:50: Genau.
00:31:50: Und da habe ich letztes Jahr viel Zeit mitverbracht, auch Gastautorinnen und Autoren zu finden die zum Beispiel zum Thema Top-Sharing bei der deutschen Bälle gesprochen haben und mir ein Interview gegeben haben.
00:32:02: wie ist es eigentlich wenn man quasi eine Leitungsposition aufteilt zwischen zwei Menschen?
00:32:09: Kann das in der Möglichkeit sein, quasi macht ... sinnvoll anders zu verteilen.
00:32:14: Oder eben die Crowdreporter zum Beispiel, die seit einigen Jahren keinen Chefredakteur mehr haben so ist das eine Möglichkeit oder auch das Verantwortungseigentum von neue Narrative als Beispiel genommen haben?
00:32:26: was kann man sich da eigentlich von abschauen?
00:32:28: also da gibt es sehr viele Themen und interessanterweise habe ich tatsächlich diese Woche mir Gedanken gemacht zur nächsten Ankonferenz.
00:32:35: die findet im November in Hamburg statt.
00:32:38: Die ist tatsächlich nur auf Einladung.
00:32:40: wir haben jetzt fast alle Plätze vergeben an fünfzig Führungskräfte, wo wir eben auch nochmal sehr stark so ins Tun kommen wollen und ein bisschen Sessions geplant haben.
00:32:52: Heck des System!
00:32:54: Wie hacken wir das System?
00:32:55: Zum Beispiel auch ein Thema was Anita sehr umtreibt ist wie kriegen die es eigentlich hin dass noch mehr Frauen beispielsweise in Aufsichtsräten Vertretungen sind.
00:33:05: Weil sie ja bei Funke und bei MediaHus eine der wenigen Frauen ist, die da quasi einen Platz haben und natürlich sehr stark damit konfrontiert ist, das es eigentlich an anderen Aufsichtssräten borts wirklich eher die Ausnahme ist – wie kann das eigentlich sein?
00:33:23: Und was bedeutet das wenn wir das verändern?
00:33:27: wenn dann auch wirklich mehr Frauen da Platz haben.
00:33:30: Oder es gab ja auch diese große Recherche vom KIT-Kollektiv im Medium Magazin zum Thema Rassismus in den Redaktionen, also das hat ja auch ganz andere Implikationen darüber noch mal zu sprechen, inwiefern wirkt sich das z.B.
00:33:44: in die Strukturen aus?
00:33:45: In die Entscheidungsmacht aber eben auch in Karrieren.
00:33:49: Insofern gibt es da total viele Themen, die da quasi noch unbeackert sind und über die wir eben mit ganz vielen smarten Menschen im November sprechen werden.
00:34:01: weitere Interventionen geben wird im Nachgang.
00:34:05: Und ich glaube gerade dieses Thema Aufsichtsräte, Gesellschafta und so weiter natürlich auch viel Blick auf.
00:34:12: wer ist eigentlich Chefredakteur und wie sind die Redaktionen zusammengesetzt?
00:34:16: Natürlich auch wichtig aber diese Ebene sich anzuschauen.
00:34:19: Gerade wenn wir darüber Reden, Medien macht anders zu verteilen und wer entscheidet eigentlich am Ende dann darüber wie die grundsätzliche Ausrichtung ist.
00:34:28: Wie wir Innovation neue Ideen irgendwie implementieren können?
00:34:32: Dann ist das ja eine Ebene, die auch wirklich wichtig ist, die man dann auch in den Fokus nehmen muss.
00:34:36: Das hast du ja auch erwähnt und es ist glaube ich wichtig dass ihr das tut und euch anschaut und da den Finger ein bisschen in die Wunde dies dadurch aus an vielen Stellen gibt einfach auch legt.
00:34:48: Ich habe mir noch Gedanken gemacht über einen anderen Punkt, wenn wir so ein bisschen auf Branche und Perspektiven schauen.
00:34:55: Das hast du ja auch schon erwähnt mit den Neugründungen.
00:34:57: Also das gibt es ganz viele tolle Beispiele.
00:35:01: Es gibt ganz vielen wirklich hervorragenden Non-Profit Journalismus der wie man glaubt kann man glaube ich sagen leider unter Druck steht von verschiedenen Seiten sowohl wirtschaftlich als auch teilweise politisch Wobei es da ja vor ein paar Jahren noch irgendwie die Bemühungen zumindest gab von der Ampel damals noch als gemeinnützigen Sonnismus anerkennen zu lassen, hat dann leider nicht geklappt und ist jetzt glaube ich in weitere Ferne erstmal gerückt.
00:35:32: Wie können wir denn trotzdem vielleicht auch aus uns heraus oder was würdest du Leuten raten, die überlegen kann ich da auch irgendwie aktiv werden?
00:35:39: Wie kann ich das unterstützen diesen diese Art von Journalismus auch vielleicht noch mehr in die Breite zu tragen.
00:35:46: Hast du da ansätze Ideen die du mit uns teilen kannst weil es ja so ein Feld ist was durchaus wichtig ist aber halt unter Druck steht?
00:35:54: Aber unter Druck stehen doch alle anderen Medien
00:35:55: auch.
00:35:56: Auch, ja!
00:35:57: Deswegen ist es halt nicht exklusiv natürlich... Die Non-profits
00:36:00: stehen unter Druck und die andern nicht.
00:36:02: Also ich habe nämlich ganz
00:36:03: stark das Gefühl,
00:36:05: nee genau aber ich würde das einfach nochmal in der Stelle wirklich unterstreichen dass ... Ich hab' ja auch die letzten Jahre sehr viel mit Führungskräften auf von Lokal-und Regionalmedien zu tun gehabt Und das ist schon ziemlich eklatant wie stark die mit dem Rücken zur Wand stehen und wie wenig Spielraum die auch haben.
00:36:27: Insofern unter Druck stehen, glaube ich wir alle würde ich mal sagen, und das ist ein Thema Non-Profittionalismus.
00:36:34: Das war vielleicht noch kurz, weil das genau das war.
00:36:37: also wenn man sich den Gesetzentwurf von damals halt durchliest, es ist tatsächlich sogar der Aufhänger gewesen.
00:36:42: Also dass man hat damals genauso in der Analyse Medien steht unter Druck und gerade deswegen wäre es ja auch so wichtig, als gemeinnützig anerkennen damit man das halt noch, dass mit man Öffentlichkeit und Journalismus nur auf eine breitere Basis stellt.
00:36:56: Daher kamen tatsächlich diese Initiative auch daher ein bisschen, weil man halt weiß wie es der Medienbranche ist dem Journalismus insgesamt so geht.
00:37:07: Vor allem ging's natürlich um die Rechtssicherheit also dass man sich dann nicht immer irgendwelche komischen Konstrukte überlegen muss das man Kurse gibt damit man eigentlich Content produzieren kann weil eben Journalismus wie du gesagt hast per se nicht als gemeinnützig anerkanntes Bildung eben schon Volksbildung oder eben auch Karneval.
00:37:29: Naja, das ist ein ganz anderes Thema.
00:37:31: aber du hast recht!
00:37:32: Das Thema Non-profit Journalismus ist tatsächlich so ein bisschen unter Ferner liefen, es ist ein bisschen vom Radar verschwunden weil da auch gerade einfach gar keine Bewegung drin ist.
00:37:42: und ehrlicherweise kann man dann sagen entweder ja aber wenn das jetzt gekommen wäre mit der Rechtssicherheit ist es vielleicht auch nur einen Tropfen auf dem heißen Stein?
00:37:51: Das glaube ich nicht.
00:37:52: also ich glaube schon dass der Mut neue Medien zum Gründen größer wäre, wenn es diese Rechtsicherheit gäbe.
00:38:01: Nun ist es nicht der Fall und trotzdem würde ich sagen, ist das heutzutage so leicht wie nie was neu zu gründen.
00:38:10: So als ich mit deinem Korrespondent gestartet bin, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn da war noch Krautreporter und Korrektivmit am Start und die anderen kamen danach.
00:38:18: einige sind auch schon nicht mehr da.
00:38:20: Wie Flip beispielsweise oder auch Tag Eins ist auch schon nichts mehr da.
00:38:24: also viele sind auch quasi schon über den Jahr dann gegangen.
00:38:28: so ist das bei Startups dass immer noch deine Korrespondentin gibt, das ist manchmal auch wirklich ein Wunder.
00:38:34: Frag ich mich auch irgendwie, dass wir so lange durchgehalten haben es eigentlich auch schön zu sehen weil eigentlich habe ich ja auch deine Exponentinnen gegründet damit uns irgendwann nicht mehr braucht.
00:38:46: Dass genauso viel über Männer berichtet wird wie über Frauen.
00:38:49: Wir sind damals angetreten weil viermal mehr bei Männer berichtert wurde als über Frauen.
00:38:53: Wir wollten das ändern Wir haben auch ein bisschen was verändert, aber es war da immer noch nicht gleichmäßig verteilt.
00:39:02: Und der Non-profit Journalismus – also ich sehe da schon auch immer wieder zarte Pflänzchen, die sich auf den Weg machen und da auch wirklich viel Unterstützung bekommen.
00:39:11: Also es gibt Acceleratoren, es gibt Inkubatoren Es gibt Programme Siehtgeld bei unterschiedlichen Einrichtungen und Anlaufstellen.
00:39:25: Also von daher, ich glaube wenn man eine gute Idee hat gerade auch im Lokalen dann hat man so gute Chancen wie nie So, dass es auch wirklich ein Erfolg werden kann.
00:39:38: Man kann von den Erfahrungen von alten Hasen profitieren was schon schwieriger ist es tatsächlich zu wachsen.
00:39:46: das sehe ich auch bei anderen.
00:39:48: Dass wenn man so ein paar Jahre am Markt ist, dass man dann schon Schwierigkeiten hat irgendwie auch über die bestehenden Mitglieder hinaus Leute zu erreichen Das is auf jeden Fall in Pain.
00:40:01: Und dafür gibt's ja auch jetzt seit einiger Zeit den Media Forward Fund.
00:40:06: Da könnte ich jetzt irgendwie nochmal drei Stunden zu dir sprechen, weil ich da ja auch einschlägige Erfahrungen gemacht habe mit Carla quasi im Finale gewesen bin und es da nicht bekommen hab was einfach dazu geführt hat dass das Projekt jetzt einfach nicht so erfolgreich war in den letzten Jahren, logischerweise.
00:40:23: Und es auch echt fair ist aus eigener Kraft die Durchschlagskraft zu entwickeln dann so viele Mitglieder dazu bekommen, dass man sich vor allem darüber finanziert.
00:40:35: Insofern also ich sehe das total positiv, dass es da immer wieder neue Entwicklungen gibt.
00:40:40: Ich würde mir natürlich mehr Unterstützung wünschen grundsätzlich aber auch nicht immer nur nach Geld fragen.
00:40:48: Manche sagen, eigentlich müsste man dann so einen Vore aufsetzen und die Öffentlich-Rechtlichen müssten noch was abgeben usw.
00:40:55: Das finde ich immer so ein bisschen utopische Forderungen.
00:40:58: Es klingt immer gut aber es ist halt nicht praktikabel.
00:41:01: insofern finde ich schon dass man dann gucken muss wie man sich selber hilft.
00:41:05: und dann finde ich solche Initiativen wie beispielsweise aktuell auch von Rudolf Ochstein Stiftung der Zeitbozerius Stiftungen und der Töpferstiftung zum Thema lokal stärken, wie können wir vielleicht auch sowas wie Infrastruktur gebündelt zur Verfügung stellen damit sich Gründerinnen und Gründern damit nicht beschäftigen müssen.
00:41:24: Was ja auch Steady beispielsweise macht und andere.
00:41:27: aber das finde ich eigentlich Überlegungen die genau in die richtige Richtung zielen dass man quasi den Gründeren und Gründen möglichst viel auch administratives abnimmt damit sie sich wirklich auf die Inhalte konzentrieren können weil dass der Bedarf da ist.
00:41:43: Das sehen wir ja unter anderem an dem Wüstenradar, der vor zwei Jahren rausgekommen ist wo es zwar noch keine weißen Flecken gibt in Deutschland, wo Landstriffe quasi keine Zeitung haben.
00:41:54: aber die Tendenz ist schon Richtung einen
00:41:57: Zeitungslandkreis und Steppenbildungen gibts vielleicht schon.
00:42:01: Irgendwann
00:42:02: weiße Flecken kann schon sein.
00:42:04: also von daher ich glaube das was in den USA ja schon gegangen und gebe ist nämlich ein Drittel.
00:42:09: Das Land hat quasi keine Zeitung mehr.
00:42:12: Das ist jetzt was, das uns auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren bevorstehen wird und insofern muss man natürlich schon überlegen wie kann man diese Wüsten oder auch diese Steppen, die du sie genannt hast, die Nachrichtenversteppungen stoppen oder dem etwas entgegensetzen?
00:42:27: Ich glaube ein ganz wichtiger Punkt, den du angesprochen hast, ist dieser Infrastrukturgedanke weil ich bin immer so ein bisschen skeptisch bei wenn man dann sofort nach Geld womöglich noch nach Geld vom Staat oder so irgendwie ruft, weil ein großer Vorteil oder eine Alleinstellungsmerkmal vielleicht nicht.
00:42:45: Aber das ist ja einfach die Unabhängigkeit natürlich auch von Formaten wie deine Korrespondentin zum Beispiel und viele anderen.
00:42:53: Und wenn man sich dann da klar, man braucht Geld um das zu finanzieren und wenn man in so einer Abhängigkeit finanziell begibt der Vorteil sage ich mal natürlich auch ein Stück weit wieder weg.
00:43:03: Aber wo glaube ich ein krasser Hebel ist, ist diese so eine Infrastruktur aufbauen.
00:43:07: Die es halt gründern leichter macht ihre Ideen umzusetzen, wo man gemeinsam aufsetzen kann und sich dann vielleicht auch Kosten, Entwicklungskosten spart usw.
00:43:15: Also ich glaube an der Stelle sehe ich auch noch sehr viel Potenzial, um tatsächlich dann aus solchen Neugründungen, solchen Formaten einfach zu helfen.
00:43:26: Das finde ich einen sehr, sehr wichtigen Punkt den du angesprochen hast.
00:43:30: Und ich mache jetzt auch einfach mal ein bisschen kurz Werbe... für unsere Kollegen beim Media Lab Bayern, die ja zu uns in der gleichen Firma sind wie die Medientage München.
00:43:40: Die auch Start-up Förderung machen und auch da man mit Non-profit Journalismus... Da gab es ja auch schon ein paar Beispiele in den vergangenen Jahren, die dort gefördert wurden.
00:43:49: Auch da gerne mal bei den Kollegen vom Media Lab vorbeischauen falls ihr da eine Idee habt für eine Neugründung.
00:43:54: Da kann man auch Unterstützung beantragen auf jeden Fall.
00:43:59: Und ich bin natürlich großer Fan vom Future of News Fellowship von Mediale Bayern.
00:44:02: Das habe ich ein letztes Jahr bekommen
00:44:04: und
00:44:05: das ist tatsächlich was super einzigartig ist eigentlich in Deutschland Dass man so was wie ein R&D Fellowship hat, wirklich sich sechs Monate intensiv mit einem Thema beschäftigen kann.
00:44:17: Das finde ich ein großes Privileg dass es das überhaupt gibt und dass man sich dafür bewerben kann.
00:44:22: Und ich war dann eine von fünf und habe mich eben mit dem Thema TikTok und Lokaljournismus beschäftigt also quasi News of Social Media Da ist einfach so viel Potenzial drin, wenn man an die Content-Creator-Newsfluencer, Influencer und so weiter.
00:44:42: im Umbruch und ich hatte das Thema schon, als ich bei Carla war irgendwie immer so mit auf dem Zettel.
00:44:50: Und wir haben es aber halt nicht geschafft dem Intensiver nachzugehen weil wir ein ganz kleines Team waren und irgendwie schon so komplett überlastet und deswegen war das ein großes Glück dass sich das tatsächlich ein bisschen intensiver dann auch mit User Research und auch einen eigenen kleinen TikTok Kanal den ich dann gestartet habe New Slab Constance einfach ausprobieren konnte und interessanterweise auch wirklich wieder, also mir wieder am Anfang so zurück zu den Wurzeln gekommen bin.
00:45:17: Und ja vor vielen Jahren das Handwerk quasi fürs Fernsehen gelernt habe und dann immer eben auch beim Bayerischen Rundfunk irgendwie mit Kameramann- und Tonassistent unterwegs war und dann selber wieder zu filmen mit dem Handy und dem Gimbeln und dem Mikrofon – das war irgendwie total befreiend!
00:45:36: beglückend, ehrlicherweise.
00:45:37: Auch das hätte ich gar nicht gedacht dass mir das so viel Spaß macht.
00:45:41: und dementsprechend auch nochmal da die Empfehlung wenn man ein Thema hat wo man eigentlich ja auch in der Tiefe noch mal reinspüren möchte und es im Redaktionsalltag einfach schwierig ist dass man sich auf jeden Fall für die nächste Runde der nächstes Jahr sehr gerne bewerben kann.
00:45:57: Absolut, das werden die Kollegen sicher sehr gerne hören.
00:45:59: Als hast du mir das Stichwort super präsentiert Profi absolut.
00:46:04: wir wollen zum Schluss jetzt dann noch doch nochmal ein bisschen über TikTok reden.
00:46:07: Das war Transparenz eigentlich der ursprüngliche Gedanke als ich Paulina eingeladen habe dass wir über Tiktok im Lokaljournalismus reden.
00:46:15: aber dann hab' ich mir gedacht wie letzte Folge machen wir halt das ganz große Fass auf.
00:46:19: für die letzte Folge vor der Sommermause hat bisher auch super geklappt bis jetzt vollfindig Aber Urteil selbst da draußen gerne Rückmeldung geben, aber wir wollen auch noch ein bisschen jetzt so zum als Rausschmeißer über TikTok sprechen.
00:46:35: Du hast bei den Lokalmedientagen die jetzt auch schon wieder ja über einen Monat vorbei sind.
00:46:39: Die Zeit rast!
00:46:41: Wir nehmen am vierundzwanzigsten Juli auf.
00:46:42: übrigens Hast du eine Masterclass zu dem Thema TikTok im Lokaljournalismus gegeben?
00:46:48: Das sind ja zwei Themen, die auf den ersten Blick jetzt vielleicht noch nicht in vielen Köpfen noch nicht so richtig gut zusammenwachsen.
00:46:55: Warum ist TikTok denn so gut geeignet für Lokal-Journalismus oder für lokaljournalistische Inhalte?
00:47:01: Ist es das
00:47:02: überhaupt?!
00:47:03: Absolut.
00:47:04: Jeder Inhalt ist auf TikTok gut geeignet, ich verfolge ja die Maxime, dass man da sein sollte wo die Zielgruppe ist und man spricht ja so viel in den letzten Jahren auch bei etablierten Medienhäusern über die junge Zielgruppen die man erreichen möchte, die man mit der gedruckten Zeitung nicht erreicht usw.
00:47:22: Und tatsächlich ist es ja so das die meisten zwischen eighteen und zwanzig sich über Social Media informieren.
00:47:31: Natürlich ist es so, dass die auch sehr viel sich berieseln lassen und sehr viel unterhaltenen Content konsumieren logischerweise.
00:47:38: Aber ich würde schon sagen das ein gewisser Anteil auch News-Content ist den sie sich zu Gemüte führen.
00:47:46: und ich finde ganz persönlich zum Beispiel der Erfolg von der Hochkantredaktion bei der Zeit zeigt es sehr eindrücklich dass man auch mit kurzen Videos nämlich sechzig Sekunden durchaus Informationen rüberbringen kann.
00:48:00: Und das habe ich ja auch schon festgestellt, als ich mal wieder eine Zeit für die Deutsche Welle gearbeitet hab in Innovationslabor und wir quasi zwei neue Kanäle mit aus der Taufe gehoben haben für Mexiko und die Türkei.
00:48:16: Und es ist einfach so faszinierend zu sehen, wie schnell solche Kanäle dann auch wirklich aus den Kinderschulen wachsen und eine große Gefolgschaft auch sicher arbeiten können.
00:48:27: Wenn sie das ernst nehmen oder wenn Sie wirklich gute Inhalte da publizieren insofern man hat dann immer gesagt naja man kann quasi auf TikTok nicht so targetten wie auf Instagram.
00:48:37: deswegen sollte vielleicht lokaljournismus gar nicht so eine große Rolle spielen aber ich glaube dass es total Verkehr hat.
00:48:45: Also die junge Zielgruppe informiert sich oder ist eben vor allem auch auf Instagram und auf TikTok und YouTube unterwegs.
00:48:52: Und natürlich muss man, finde ich als Publisher da stattfinden so.
00:48:57: Ich glaube es ist eher hinderlich wenn man das dann an die Volontäre auslagert oder so halbherzig betreibt weil das merkt natürlich die Leute, dass man das eigentlich nicht ernst nimmt und dass man da nicht wirklich dahinter ist.
00:49:12: Und ich glaube nicht daran was lange auch die Maxime war naja!
00:49:16: Es wäre schon gut wenn man auf den unterschiedlichen Plattformen unterschiedlichen Content produziert und das quasi plattformgerecht dann ausspielt.
00:49:25: Ich glaube, dass ist gar nicht machbar erstens.
00:49:27: Und zweitens ist es auch nicht notwendig.
00:49:29: Das habe ich auch bei der deutschen Melle gesehen, dass im Prinzip der Content, den man eben für TikTok produziert halt genauso bei Instagram gelaufen ist, unterschiedliche Abrufzahlen hatte aber trotzdem funktioniert hat so.
00:49:40: Und das würde ich natürlich auch kleineren Medienräusern immer empfehlen die ja meistens schon heutzutage auf Instagram unterwegs sind, dass sie das eben einfach nutzen um eben auch auf TikTok stattzufinden.
00:49:51: Und noch mal speziell lokaljournalistische Inhalte, weil man hat ja so die Vorstellung es ist dann für eine bestimmte Zielgruppe halt vor Ort irgendwie interessant aber für den Rest vielleicht nicht so.
00:50:02: warum funktioniert das auf TikTok?
00:50:05: Also es kann funktionieren, das heißt nicht dass es funktioniert.
00:50:08: Also warum kann das möglicherweise funktionieren?
00:50:10: Es gibt gute
00:50:10: Beispiele.
00:50:11: ne also ich will mal sagen es gibt gute beispiele wie zum Beispiel Stuttgarter Zeitung die fast hundertfünfzigtausend Follower hat auf TikTok.
00:50:19: es gibt die reinische Post die so ein Early Bird war Mehr als Achtzigtausend Follower.
00:50:24: Eigentlich ist Follauer gar nicht so die Metrik, die wirklich relevant ist für TikTok ehrlicherweise sondern die Aufrufe.
00:50:32: beziehungsweise ja gibt es einen Dreiklang nämlich die Interaktion, die Kommentare und die Shares.
00:50:38: Also dementsprechend davon hängt natürlich ab, wie so ein Video viral geht und im Prinzip kann man ja auch mit Nullfollowern einen viralen Hit landen.
00:50:45: Das ist ja das Schöne finde ich auch!
00:50:47: This is the beauty of the platform dass man eigentlich... Man ist nicht zu spät noch dran und die manche denken so I'm too late to the party.
00:50:57: Und im Prinzip würde ich sagen, auch wenn ihr bisher noch nicht auf TikTok stattgefunden habt, könnt ihr da immer noch drauf gehen und immer noch eure junge Zielgruppe, die ihr unbedingt erreichen wollt, quasi für euch gewinnen.
00:51:08: Insofern würde ich es sagen go for it!
00:51:14: Überlegt euch natürlich im Vorfeld was könnte eine Strategie sein?
00:51:18: Was für uns als Redaktion die komplette Überforderung ist, sondern lasst uns einfach mal... Smart starten entweder mit zwei Videos pro Woche und gucken, wie sich das entwickelt.
00:51:31: Und dass ich schon auch spannend finde ... intensiver damit beschäftigt habe ist, das muss ja auch nicht immer nur Wegbild-Content sein.
00:51:39: Zum Beispiel diese deutsche Zeitung in München macht sehr viel Carousel auf TikTok und versucht darüber quasi Informationen zu vermitteln was ja auch möglich ist.
00:51:49: also es ist ja nicht so dass man dann immer mit Reportern vor dem Green Screen oder vor Ort gute Inhalte erstellen kann sondern Zum Beispiel gab es einen viralen Hit bei der Rheinischen Post, kann ich mich erinnern.
00:52:04: Wo sie einfach nur ein Autokorps gefilmt haben, vierzig Sekunden oder so und dann noch ein paar Infos eingeblendet haben und der hatte von heute auf morgen fünfhundert Tausend Views.
00:52:15: Und dementsprechend also muss nicht immer die großes große Storytelling sein oder die Liveberichterstattung, die ja auch groß Potenzial quasi in sich trägt was immer noch nicht gehoben wurde meiner Meinung nach.
00:52:28: aber Es geht auch mit weniger mithängen und ich glaube wichtig ist einfach diese strategische Entscheidung.
00:52:33: Wir wollen da stattfinden, wir wollen das nicht an die volontäre Auslagern und dass es irgendwie immer mal wieder bespielt wird und dann wieder nicht sondern dass man da wirklich auch Mein-und-Womanpower drauf setzt und sich einfach traut auch Dinge auszuprobieren.
00:52:48: Das ist nämlich auch was, womit sich glaube ich viele Legacy Media schwer tun, dass man sagt naja wenn wir da jetzt ein kleines Snippet haben mit dreißig Sekunden reicht.
00:52:59: es ist dann ausreichend, um Leute zu erreichen.
00:53:03: Es
00:53:03: sind erstmals vier Redaktionskonferenzen?
00:53:05: Ja, probiert sie einfach aus!
00:53:07: Macht's einfach.
00:53:09: Das kann nichts passieren.
00:53:10: Einfach machen... Außer
00:53:11: dass man natürlich die Plattform quasi mit dem Content füttert, das ist auch so ein Problem.
00:53:16: Aber wenn du es nicht machst, also ich meine muss sich ja auch einfach klarmachen, es ist ja einfach trugschluss zu glauben, dass die junge Zielgruppe die Nachrichten-Webseite ansteuert und sich darüber informiert, dann in die Paywall stößt.
00:53:28: Und dann entweder einmal in die paywall stüsseln irgendwann das Abo abschließt.
00:53:31: so funktioniert es ja nicht.
00:53:32: verstehe
00:53:33: den einwand aber ich glaube dass ist fast also euch bin da auch bei dir alternativ los ist da strategisch wie du auch da wieder gesagt hast finde ich auch immer wichtig zwar viel ausprobieren ja aber trotzdem auch sie strategisch grundsätzlich zumindest irgendwie im klaren darüber sein wie man diese plattform nutzen will.
00:53:52: von einzelnen Videos, du hast es ja auch gesagt auf TikTok vor allem ist ja auch dann schwer planbar.
00:53:57: Also was da irgendwie viral geht, was nicht muss man ausprobieren und dann wird irgendwann vielleicht passieren und das ist auf jeden Fall der Appell dar.
00:54:08: Und ich fand auch weil Du grad die Hochkant-Redaktion der Zeit auch mal erwähnt hast und da sind wir vielleicht wieder am Anfang beim goldenen Zeiter des Journalismus, weil Du hast auf der einen Seite von einer Medienmarke die vierzig bis sechzig Sekunden Videos Redaktion und aus der Podcast-Redaktion kommt dann der neun Stunden alles gesagt Podcast.
00:54:26: Beides ist Journalismus, beides kann funktionieren und ich glaube das fasst irgendwie ganz gut zusammen was du glaub' ich meinst mit diesen goldenen Zeitalten.
00:54:33: es kann irgendwie, es kann alles irgendwie funktionieren wenn man's richtig angeht und strategisch angeht Und weiß wo meine Zielgruppen sind und was sie haben wollen.
00:54:43: Ich glaube dass is doch ein ganz guter konstruktiver Appell am Ende und so können wir doch in die Sommerpause gehen.
00:54:49: hier an unserer Stelle Habe
00:54:50: ich auch.
00:54:51: Hast du sehr gut zusammengefasst, kann mich gar nicht weiter ergänzen!
00:54:55: Vielen vielen Dank dass du dir Zeit genommen hast für unseren Podcast.
00:54:58: das war ein sehr interessantes Gespräch.
00:55:00: wir haben die großen Fragen sind wir durchgeritten jetzt in den letzten fifty vier Minuten Und ich wünsche dir einen schönen Sommer, wie man an der Stelle immer sagt.
00:55:10: Wir verabschieden uns hier von This Is Media Now aber natürlich nicht für immer.
00:55:14: wir sind im Anfang September schon wieder da und sind auch nicht untätig in der Zeit.
00:55:19: es gilt ein Programm für die Medientage München im Oktober aufzustellen.
00:55:23: Es gibt's schon die ersten Speaker und ein Motto haben wir auch schon heißt es dieses Jahr.
00:55:30: Wir feiern ein vierzigjähriges Jubiläum, schaut da gerne auf unserer Homepage mal vorbei!
00:55:33: Da gibt's schon die ersten Highlights, die angekündigt sind und dann sehen wir uns in München im Oktober und hören uns nach der Sommerpause wieder.
00:55:41: Und dir liebe Pauline vielen Dank nochmal und machs gut!
00:55:45: Sehr gerne, vielen Dank
00:55:46: Tschüss!
00:55:49: Ja und ihr da draußen ich wünsche euch wie man so schön sagt, mehr hab' ich gerade schon gesagt an dieser Stelle einen schönen Sommer.
00:55:55: macht´s gut bleibt stabil Bis zum nächsten
00:56:04: Mal.
Neuer Kommentar