Neue Narrative und verbindende Geschichten – warum Journalismus mehr Street Credibility braucht (mit Eda Öztürk)

Transkript anzeigen

00:00:00: Journalismus braucht.

00:00:00: dieses geht es nie zu den Menschen, die lernen Skurzwitching.

00:00:03: Sie müssen einfach fühlen und das kann man nicht in der Journalistin Schule lernen.

00:00:07: Edda Öztürk vom journalistischen Kollektiv Mikras macht Journalismus radikal anders und fordert dass er sich radikal ändert und vor allem für Menschen öffnet die bisher in den Redaktionen immer noch unterrepräsentiert sind.

00:00:21: wir sprechen darüber warum Journalismus mehr Street Credibility braucht, was sie mit Code-Switching genau meint und welche Narrative beerdigt gehören.

00:00:31: Wir haben bei den Medientagen München gesprochen und es war so viel kann ich sagen ein durchaus persönliches Gespräch.

00:00:37: jetzt geht's los!

00:00:55: Mein Name ist Luca Schöne und ich begrüße euch zu dieser Folge unseres Podcasts.

00:01:00: Wir kommen gleich zum Gespräch mit Edda, unbedingt anhören lohnt sich versprochen!

00:01:05: Aber vorher blicken wir noch ein bisschen darauf, was bei den Medientagen München neulich noch so über die Zukunft von Journalismus gesagt wurde.

00:01:13: Eine ganze Menge!

00:01:14: Zum Beispiel darüber warum es nicht reicht wenn nur die Tagesschau bei Social Media erfolgreich Journalismus macht?

00:01:21: Der Meinung war Ippenmedia-Chefredakteur Markus Knall und begründet hat er das so...

00:01:34: Deutschland lebt davon, dass wir eine extrem spannende und tolle Medien- und Meinungsvielfalt haben.

00:01:40: Das ist das Charakteristikum – ich finde es bis heute super!

00:01:43: Wir haben allein über dreieinhalb Verlage in Deutschland.

00:01:46: Und die sind nicht alle Tagesschau.

00:01:48: Die haben A. Nicht die Ressourcen und B. Sondern manchmal sind sie halt auch das Kreisblatt.

00:01:56: Die Frage ist, was ist der Mechanismus?

00:01:58: Damit neben Tagesschau und ZDF und Fumios Bild oder wäre da noch immer dann den Vieh dominiert, wie schafft man auch Räume für kleinere Häuser?

00:02:07: Die sagen ich muss mit weniger ressourcenrahmen kommen.

00:02:09: Aber für die Menschen in meiner Region bin ich auch extrem wichtig und wir wissen aus Jahrzehnte langer Erfahrung.

00:02:15: Wenn jemand im Baunertal wohnt, ist ihm die HNA lichtjahre näher als die Tagesschau weil sein Leben spielt im Baunal und dafür muss man auch irgendwo eine Tür öffnen damit am Ende der Vieh nicht doch nur tagesschauend irgendwie Zeit ist.

00:02:30: Der lokale Aspekt ist ein sehr zentraler, auch darüber hört ihr gleich im Gespräch mit Edda noch mehr.

00:02:36: Ein anderer ist die Frage danach wie sehr Journalisten selbst mit ihrem Gesicht nach außen gehen müssen um Nähe und Identifikation zu schaffen?

00:02:44: So blickt Melanie Ahrmann auf das Thema.

00:02:46: Ich glaube es ist gut wenn Medienhäuser einige Gesichter haben die man mit ihnen verbindet.

00:02:51: Und also ich habe vorhin schon...ich will jetzt nicht das andere Panel nochmal nach erzählen wo wir auch über das Thema Marke und persönliche Marken zu gesprochen haben.

00:02:58: Da habe ich dann gesagt, dass mich dieses Wortmarke so ein bisschen abschreckt, weil mir das irgendwie so kommerziell vorkommt.

00:03:05: Ich glaube entscheidend ist, es gibt hier auch das Gegenmodell den Chefredakteur der nicht nach außen hintritt.

00:03:10: Ich denke da muss einfach jede Redaktion ein paar Leute finden wo die Leserinnen und Leser oder das Publikum irgendwie andocken kann.

00:03:18: Und wo man das Gefühl hat, diese Person drückt besonders gut aus für wofür will dieses Medienhaus stehen?

00:03:24: Wofür wird Funke stehen oder die Süddeutsche stehen oder der Spiegel stehen?

00:03:31: Wir werden Menschen ins Schaufenster gestellt, die das besonders gut ausdrücken und das muss aber natürlich auch irgendwie zu dir passen.

00:03:36: Und ich glaube immer so dieses wir wollen jetzt auch mal Gesichter aufbauen oder so hat dann sowas plan- und zielloses.

00:03:42: Ich würde eher sagen man schaut sich seinen team an und gibt es da menschen Die dass einfach denen das liegt die können die daran Freude haben Zu denen das passt und die zu uns als haus passen und die kann man dann entsprechend entwickeln.

00:03:57: Ich finde es aber genauso, also sozusagen wenn ich habe einen Co-Chef Redakteur der sehr gut darin ist auch die Redaktion zu managen und auf Trab zu halten und zu organisieren.

00:04:07: Und dann macht er eben diese Aufgabe und das ist genau so viel wert für den Journalismus.

00:04:12: Also kann nur davor warnen irgendwie jetzt jeden Nachwuchsmenschen im Journalismus dahin zu prügeln dass deine Marke werden soll oder irgendwie so denkt daran wie ihr euch verkauft.

00:04:21: Ich meine, was ist mit den eher introvertierten Menschen die Wissenschaftsjournalistin werden wollen oder die Klimajournalisten werden wollen?

00:04:28: Da ist halt nicht jeder vielleicht auch... jemand, der sich dann mit dem Mikro dahin stellt und irgendwie was erzählt oder so.

00:04:34: Das ist... Und ich sehe auch manchmal so Videos wo ich denke von Kolleginnen und Kollegen die Armen wurden jetzt von ihrer Redaktion gezwungen noch ein Instra-Video zu machen.

00:04:43: Schreibt doch einfach eine tolle Reportage!

00:04:45: Dann lasst die Leute in Ruhe irgendwie.

00:04:48: Ich glaube es muss einfach passend zu der Person.

00:04:50: In einem Moment haben wir diesen Trend, jeder muss da ne Marke werden.

00:04:54: Manche sind viel besser in etwas anderem.

00:04:58: Das ist ja das Tolle an unserem Beruf, dass der so vielseitig ist.

00:05:00: Grundsätzlich setzt sich die Erkenntnis immer mehr durch, dass das Publikum solche Identifikationsfiguren braucht und sich eben nicht Marken zuwendet im digitalen sondern einzelnen Gesichtern.

00:05:12: Diese Erkenntnisse hatte auch Journalist Simon Berlin zur den Medientagen München mitgebracht.

00:05:17: er gründete gerade mit einigen Mitstreiterinnen einen neues Medienangebot TBD soll das heißen und betreibt dafür intensive Nutzerbefragungen, sowohl qualitativ als auch quantitativ.

00:05:29: Die Befragung sagen viel darüber aus was Menschen von Journalismus erwarten.

00:05:34: Wir haben häufig die Frage gestellt Was müsste denn ein neues Medium machen um dein Vertrauen zu gewinnen?

00:05:40: Und ganz oft war die Antwort gerade bei Jüngeren.

00:05:43: Ich vertraue keinen Medienmarken ich vertrau einzelnen Personen.

00:05:47: Ich habe meine Autorinnen und Autoren, denen ich dann in den Zeitungen folge.

00:05:50: Das kann auch eher von älteren Leuten... ...und bei Jüngeren war es so häufig, dass es diese eine Creatorin gibt oder so.

00:05:56: da glaube ich die macht wirklich gut recherchierte Inhalte.

00:05:59: Aber es sind immer die Personen, die Gesichter und ganz selten die Medien marken was für uns im Umgeschoss halt bedeutet ob wir's wollen oder nicht?

00:06:07: Und ich habe persönlich meine Probleme damit so

00:06:09: weil ich das nicht gewohnt

00:06:10: bin.

00:06:10: Wir müssen auch als Person und als Reporterinnen und Reporter in Erscheinung treten und ich glaube sehr transparent erklären wie wir arbeiten was uns vielleicht von Creators und InfluencerInnen unterscheidet.

00:06:22: Letzter Punkt Den ich auch noch sehr, sehr wichtig finde.

00:06:27: Ganz viele Redaktionen arbeiten ja mittlerweile was ich erst mal gut finde.

00:06:31: Daten

00:06:33: zumindest gestützt werden.

00:06:35: Texte ausschauen wie viel wird etwas gelesen?

00:06:39: Wie lange wird was gelesen?

00:06:40: Was führt ein Abos?

00:06:41: rein alles super diese Daten zu haben.

00:06:43: Ich glaube die können Joilismus besser machen.

00:06:45: aber eine Sache tauchten diesen Daten halt nicht auf nämlich Die Menschen die die Art und Weise wie man Joilismus macht abschreckt Und mit denen haben wir jetzt gesprochen.

00:06:58: Ein Beispiel, ziemlich viele Menschen erwähnen den Spiegel und die Startseite des Spiegels als ausdrücklich negatives Beispiel.

00:07:06: Das schreckt sie ab!

00:07:08: Gerade jüngere Frauen sagen ich finde da nichts was mich anspricht.

00:07:11: das ist an meiner Lebensrealität vorbei.

00:07:13: Ich interessiere mich nicht für die neunte Waffenlieferung in die Ukraine.

00:07:15: Ich will nicht wissen was für ein Waffensystem die Bundeswehr gerade bestellt hat.

00:07:18: es mir völlig wurscht Die Spiegelstammläserschaft, fifty-fünfzigjährige Männer finden das super.

00:07:23: Sie klicken das immer!

00:07:24: Aber wenn man halt irgendwie aus der eigenen Zielgruppe und Blase herauskommen will... Das kann ich nicht messen.

00:07:29: Ich sehe die jungen Frauen nicht, die nicht mehr auf spiel.de gehen.

00:07:32: Also ich will jetzt nicht den Spiegel hinstellen sagen, die machen irgendwas falsch, sind ja auch erfolgreich.

00:07:36: aber sowas lässt sich glaube ich auf alle Medienmarken übertragen.

00:07:39: Und dann nochmal zu hören wie viele Leute halt frustriert sind weil bestimmte Sachen erscheinen oder weil Überschriften so alarmistisch sind war für mich auch noch mal augenöffnend.

00:07:48: Simon Berlin und sein Team haben sogar ein Vorbild für ihr Vorhaben, Z-Land aus Dänemark.

00:07:53: Das digitale Angebot wurde im Jahr zwei Jahrzehnte gegründet und ist mittlerweile das zweitgrößte Angebot dieser Art in Dänemark gemessen an digitalen Abos.

00:08:02: schon nach drei Jahren war Z-land profitabel, das ist ja durchaus beeindruckend würde ich sagen.

00:08:08: Medienforscherin Alexandra Beuchhardt hat erklärt was dahinter steckt.

00:08:12: Was ist das, was Settlern so besonders macht?

00:08:14: Wenn man sich die App mal runterlegt dazu muss man gar kein Dänisch können.

00:08:17: Man sieht es sofort.

00:08:18: Es ist ein sehr ruhiges Medium.

00:08:21: Es geht darum.

00:08:22: eins der Grundprinzipien ist wir gehen respektvoll mit der Zeit unserer Nutzer um.

00:08:27: Wir sind nicht für die schnellen News.

00:08:29: Wir sind Nicht-für-Clickbait sondern wir wollen in bisschen Ruhe und Ordnung ins Nachrichtengeschehen oder ins journalistische Geschehen bringen.

00:08:38: machen lieber was gründlicher und länger.

00:08:40: Und dafür ein bisschen später als die anderen, das ist offensichtlich so ein Grundbedürfnis, was sie erkannt haben, als Sie ihre Forschung gemacht

00:08:47: haben.".

00:08:48: Ja, zweites wichtiges Prinzip ist bei den We Are Our Members.

00:08:52: Also wir sind unsere Mitglieder.

00:08:54: Jede Redakteurin jeder Redakteuer redet regelmäßig mit Nutzerinnen.

00:08:58: das gehört bei denen wirklich dazu und ich komme ja aus der ganz alten Welt des Journalismus.

00:09:03: man sieht mir an dass ich schon ein paar Jahre älter bin wo da es wirklich super lästig war.

00:09:06: oh Gott hat auch noch einen Leser geschrieben.

00:09:08: um Himmels willen muss man das wohl noch beantworten.

00:09:10: viele haben sich da gerne drum gedrückt.

00:09:12: Das ist nicht so.

00:09:13: das gehört zum Pflichtprogramm.

00:09:15: Wir versuchen immer wieder raus finden, was ist da das Ding?

00:09:22: Konstruktiv auch wirklich lösungsorientiert nicht so dieses... Nicht so dieses Negative.

00:09:28: Und was auch wichtig ist, wirklich sehr radikale Transparenz.

00:09:33: der CEO erklärt jedes Mal die Geschäftszahlen und das ist wirklich so dass die Leserinnen und Lesserinnen mitgenommen werden.

00:09:41: Das letzte Prinzip was ich noch nennen möchte ist... Die haben von Anfang an dieses Audio

00:09:46: First-Prinzip

00:09:47: gehabt.

00:09:48: also man kann sich jeden Text anhören und zwar nicht von einer Roboterstimme sondern wirklich menschlich hat damals in dem schon beschriebenen Interview gesagt, das muss so wirken als ob dir dein Freund was vom Beifahrersitz des Autos die Geschichte erzählt.

00:10:04: Also nicht irgendwie so trocken sondern ich bin dein bester Freund und ich nehme dich einfach mit

00:10:09: auf diese Reise.

00:10:10: Bester Freund auf Augenhöhe sein.

00:10:12: sowas wird oft gesagt wenn über die Zukunft von Journalismus sprechen.

00:10:18: Auch Maria Exna Tutas, die ihr in der vergangenen Folge schon gehört habt – die Intendantin von Publix.

00:10:24: Sie sagt Menschen haben feine Antennen dafür wie Medien über sie berichten zum Beispiel wenn abschätzlich über die Bauernproteste berichtet wurde.

00:10:33: Vielleicht

00:10:35: kann

00:10:37: ich dazu eine Sache sagen.

00:10:38: Ich finde das deswegen gut, also sozusagen als kleines Bonbon weil es zeigt wie sensibel die Menschen sind wenn Redaktionen sich im Ton über sie erheben.

00:10:50: und eine Sache an der ich schon lange Jahre auch in der Zeitredaktion mit verschiedenen Projekten gearbeitet habe waren Projekte wo's um Augenhöhe geht zwischen den Redaktionen und dem Publikum.

00:11:04: Und ich glaube da, so im Sinne von Own Your Responsibility.

00:11:07: Da können viele gerade die Leitmedien aber ich glaube auch insgesamt Redaktionen echt noch eine ganze Menge dazu landen Auch von Leuten wie Nina, die es schaffen den Ton zu entwickeln wo die Menschen sich ernst genommen fühlen Wo man das Gefühl hat, da guckt keiner auf mich runter.

00:11:25: Also ich glaube in dem Sinne von wir erhalten wir in Zukunft Relevanz ist das ein Punkt der wirklich in der Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist Weil wenn man mit Menschen spricht, die nicht zu den Top-Dreißigverdienenden in Deutschland gehört.

00:11:40: Was ich wirklich versuche so oft es mir irgendwie gelingt zu machen, die neben ganz genau war wo die öffentliche Meinung eigentlich auf sie herunter guckt oder das was nationale Medien

00:12:07: Und welches gilt man für diese Augenhöhe braucht und wieso wir dafür unbedingt diversere Redaktionen brauchen?

00:12:14: Darum ging es im Gespräch mit Edda Öztürk.

00:12:17: Und das hört ihr jetzt!

00:12:26: Das ist das Motto, mit dem wir die Medientage München in diesem Jahr überschrieben haben.

00:12:30: und auf die Gesprächspartnerin, die jetzt hier im Podcaststudio begrüßen darf bei den Medientagen im Haus of Communication.

00:12:37: Auf die trifft das Motte sogar im doppelten Sinne zu finde ich.

00:12:41: Einmal hat sie sich in ihrem Leben ganz grundsätzlich gedacht... ...das ohne ich jetzt!

00:12:45: Und hat sich als Arbeiterkind mit Migrationsgeschichte aufgemacht in den Journalismus zu gehen und ihn dann auch zu verändern am Ende.

00:12:53: Sie hat für den ORF gearbeitet, also auch für klassische Medienhäuser, für die Zeit, für Funk... ...und hat sich dann wieder gedacht, own it!

00:13:00: Und war Co-Founderin eines No-Budget-Medien-Kollektivs in Österreich wo sie unter anderem – darüber musst du mir gleich erzählen – die erste österreichische Street Talk Show produziert hast.

00:13:10: Das klingt sehr spannend Und sie hat im Jahr mit ihrer Schwester Sarah Mikras gegründet, das journalistische Kollektiv.

00:13:17: Bei mir ist Edda Öztürk schön,

00:13:22: dass

00:13:33: du da bist!

00:13:41: Arbeiterkind, du hast Migrationsgeschichte und noch Frau.

00:13:45: Also deswegen checkst du wahrscheinlich noch ein paar mehr Sachen als ich aber lass uns doch da direkt mal anfangen.

00:13:51: wann hast Du eigentlich so das erste Mal den Gedanken gehabt?

00:13:53: Krass!

00:13:53: Ich bin jetzt Journalistin

00:13:55: Bis heute nicht.

00:13:56: Ich habe sogar eine E-Mail-Adresse mal eingerichtet ausfrustkeinejournalisten at gmail.com, weil egal wie hart du kämpfst, egal wie gut du deinen Job machst als Arbeiterkinn, als Frau, als Person mit Migrationsgeschichte ist das natürlich ne Mehrfachdiskriminierung auch in der Redaktion und das KIT-Kollektiv aus Österreich hat ja jetzt die ersten Studien dazu, die haben Menschen mit Arbeiterhintergrund, also nicht mit Arbeiterhintergründung, sondern mit Migrationgeschichte gefragt.

00:14:19: Neunzig Prozent erleben Diskriminierung und Rassismus in den Strukturen.

00:14:22: deswegen... muss dich, habe ich keine andere Wahl gesehen als meine eigenen Sachen zu machen.

00:14:26: Ob sie jetzt in Österreich waren mit dem Kollektiv oder hier in Berlin mit Mikas?

00:14:31: Es bleibt mir nichts anderes übrig!

00:14:32: Die Strukturen sind nicht von uns gemacht.

00:14:33: also bauen wir eigene Strukture und wer kann das besser als krisenerprobte Arbeiter-Kids?

00:14:37: Wer nichts hat, hat nichts zu verlieren.

00:14:40: Das ist so mein Motto.

00:14:41: Ich weiß du lachst aber ich will das auch gar nicht romantisieren an dieser Stelle.

00:14:44: Ich rede nur für mich Nicht alle Arbeiterkinder Und es geht auch gar nich um eine Romantisierung und einen Dramatisierung.

00:14:49: Wir bringen einfach andere Skills mit und dass aus der Lebenserfahrung

00:14:52: Ich glaube, das ist sowieso immer wichtig vorweg zu schicken.

00:14:55: Man kann ja auch gar nicht für alle sprechen.

00:14:57: Also ich bin ja auch Arbeiterkind.

00:14:59: Das habe ich hier in diesem Podcast auch schon einmal erwähnt mal an der einen oder anderen Stelle.

00:15:02: wenn ihr öfter zuhört wisst ihr dass kommen vom Land fernab von Großstädten Erstakademiker diese ganzen Sachen wird mir bei nie Anmaßen für alle Anderen Erster Akademika-Arbeiterkinder in den Medien zu sprechen.

00:15:14: aber es gibt natürlich so ein paar Strukturen und ein paar Dinge die uns vielleicht dann doch am Ende vereinen.

00:15:20: Ja, Dinge, warum es auch für den Journalismus gar nicht so schlecht ist.

00:15:23: Wenn's von uns ein paar mehr geben würde darüber sprechen wir.

00:15:25: aber nehmen uns doch vielleicht trotzdem auch erst mal mit auf deinen Weg in den Journalismus auf dein ganz persönlichen Weg.

00:15:31: Wie sah der so aus?

00:15:32: Wann war so der erste Gedanke ich will da irgendwie hin Ich will das machen oder bist du da reingerutscht?

00:15:38: Nimmst mal nimm uns mit auf die Reise in Den Journalismus für dich.

00:15:42: gerne danke für diese tolle Frage.

00:15:44: Auch Die Erste frage so seit wann hast Du gecheckt dass du Journalistin?

00:15:47: bis für Dich?

00:15:48: Journalismus war nie ein Berufsbild für mich.

00:15:50: Also Arbeiten hieß du, mich händeschmutzig machen.

00:15:53: Vater auf dem Baum, Mama Grundsicherung sagt man heute.

00:15:58: aber ich komme aus echt krass präkeren Verhältnissen und das war nie einen Traum.

00:16:02: also noch nicht mal ein Traum und ich glaube dass ist das was so diese Strukturen nehmen wie Du kannst noch nicht mehr träumen von diesem Beruf einfach mit Kaffee an Laptop und geile Geschichten schreiben.

00:16:14: Also es klingt bis heute habe ich das Gefühl, es reicht nicht.

00:16:17: Ich muss mehr leisten weil es halt einfach gewohnt bin in so einem Überfliegermodus zu sein.

00:16:23: also Dauerstress auch die Kehrseiten um dich mitzunehmen schon ist noch nie ein Beruf.

00:16:28: ich bin zufällig reingeschlittert.

00:16:30: mein Abi war schlecht.

00:16:31: ich bin nach Wien gezogen weil das entzählfrei ist irgendwas mit Medien zu studieren auch einfach nur random bei meine Schwester was damit gemacht hat.

00:16:37: ich hatte überhaupt keine Ahnung.

00:16:38: wie allein schon du fragst mich so fragen diesen Eine andere Dimension.

00:16:43: Allein mal so Uni zu checken, Erstakademiker sagst du musst das System checken.

00:16:47: und dann was sind ICTS diese extra Punkte die man wollt?

00:16:50: also ich hab gar nicht gecheckt warum es geht um was ich mache.

00:16:52: Ich bin zufällig reingeschlittert Und dann habe ich langsam gemerkt mit meinen ersten Erfahrungen Es macht Spaß coole Geschichten aber es fehlt etwas.

00:17:01: Und irgendwann saß ich da in der Redaktion.

00:17:02: Ich hab sehr viele Erfahrungen gesammelt, Praktika umbezahlt auch.

00:17:05: Ähm...ich konnt's mir nicht leisten!

00:17:06: Ich habe vom BAföG gelebt, ich hatte wirklich ähm am Ende.

00:17:09: ähm kennst du das wenn man so drei Euro hat am Ende des Monats und dann noch so viel Monat übrig?

00:17:13: Also wirklich, dass tut weh und das gibt dir richtig ähm.

00:17:16: also da bist du handlungsohnmächtig und handlungsunfähig.

00:17:19: Dann dachte ich so boah das muss ich jetzt was ändern, ich will Geld damit verdienen.

00:17:22: und dann hab' ich mich so reingesneaked ins System.

00:17:24: ORF hatten Praktikumstelle ausgeschrieben.

00:17:27: Ich habe mich dafür bewahren.

00:17:28: Sobald die Kamera angeht, habe ich gesagt, haha!

00:17:29: Ich will den Job da ist und die Diversität da möchte ich

00:17:31: rein.".

00:17:32: Ich hab geflet, also es ist mir peinlich zu sagen.

00:17:36: Aber ich habe wirklich am Puls Vier stand damals gesagt, bitte gib mir den Job!

00:17:39: Ich kann das nicht mehr, ich muss irgendwie auskommen.

00:17:42: Also vor zehn Jahren in Österreich sind immer andere Verhältnisse als in Deutschland.

00:17:45: Da gibt's schon sehr viel Bewegung, v.a.

00:17:47: auch durch Vereine die das fördern wie die neuen deutsche Medienmacherinnen zum Beispiel.

00:17:52: aber damals war ich halt komplett los und haben einfach das gemacht Und dann haben sie mich nicht akzeptiert in Redaktionen diversen.

00:17:57: Es geht jetzt nicht von einzeln, aber so strukturell habe ich gemerkt was eigentlich meine Themen... Also, wieso muss ich jetzt diese Themen machen?

00:18:04: Das ist doch nicht meine Lebensrealität.

00:18:06: Und so bin ich halt... hab' ich mich durch den Jungle gekämpft und was ich gedacht habe macht mein eigenes Ding und dann ist halt das erste Kollektiv wird schon...

00:18:13: Ja also auch total interessant wie man an so einer Frage dann schon merkt dass dann auch unsere Realitäten noch nicht sehr unterschiedlich sind.

00:18:21: kurz im Vorgespräch, wo die Mikros noch aus waren schon so erwähnt.

00:18:24: Ja ich hab schon irgendwie ja auch Arbeiterkind, auch irgendwie Papa-Handwerk, Mama Hausfrau oder so ne?

00:18:29: Also das ist auch nie diesen Weg vorgezeichnet gehabt aber hatte trotzdem das Vorbild Klaus Kleber in dem Fall zum Beispiel.

00:18:36: Wo ich so gedacht habe, weil ich hab dem im Fernsehen gesehen, ich war irgendwie elf zwölf keine Ahnung und so gedacht Boah ja!

00:18:41: Das will ich auch mal machen.

00:18:42: Das finde ich cool.

00:18:45: Und dann irgendwie versucht diesen Weg zu gehen hat aber auch keiner Ahnung da ist es wieder ähnlich Die Uni die ersten Monate, die waren furchtbar.

00:18:54: Ich hab gar keine Ahnung gehabt.

00:18:55: was mache ich hier eigentlich?

00:18:57: Was ist das?

00:18:58: Ich habe keinen Plan und jetzt muss ich irgendwelche Punkte sammeln.

00:19:01: wie funktioniert das denn?

00:19:03: Diese ganzen Fragen sind mir dann auch sehr vertraut aber... Das zeigt ja, du hast gerade das Wort auch schon in den Mund genommen krisenerprobt.

00:19:11: Warum ist es denn so wichtig für angehende Journalistinnen und Journalisten oder auch Journalisten die vielleicht auch schon ein paar Jahre im Job sind Krisenerprobe zu sein?

00:19:21: Was bringt das in dem Job?

00:19:36: diese Sachen haben, also Krisenunsicherheit im Alltag.

00:19:39: Und meine Erfahrung mit zwei bis drei Arbeiter-Kids, mit denen ich zusammenarbeiten durfte in Redaktion ist das wir quasi... Also nicht wie ich sage jetzt reden von mir dass wir aus wenig viel machen können weil man kennt ja auch das Sprichwort so not macht erfinderisch.

00:19:54: und wir haben damals zehn Euro gehabt und haben Österreichs erste Talkshow produziert no budget basierend auf Vertrauen.

00:20:00: Da kam da vom ORF der Tonmeister.

00:20:02: Matthias, liebe Grüße an dich!

00:20:04: Hat uns geholfen, da kamen viele Leute mit Mikrofon die zu Hause irgendwelche Gadgets hatten haben geholpen und wir haben Österreichs erste Talkshow gemacht.

00:20:09: es ging um das Thema Fleisch.

00:20:11: ein Künstlerfreund hat so eine Fleischcouch.

00:20:13: tatsächlich ist aus wie so einen riesigen Steak.

00:20:15: Wir haben's einfach in den Praterwald gestellt und die Leute kamen verwundert an.

00:20:18: Und dass ist Street Credibility für mich.

00:20:20: vor allem auch die Nähe zu den Menschen die einfach auf der Straße rum chillen spazieren gehen Das vermisse ich und ich finde das bringen Arbeiter-Kids mit diese Nähe zum Publikum oder Die Gruppe Personas, ach man ich hatte diese ganzen Floskeln und das sind Menschen.

00:20:33: Und die haben wirklich Sorgen!

00:20:35: Wenn man sich die Gesellschaft anguckt, zwanzig Prozent glaube ich mittlerweile leben in Armut.

00:20:39: es wird immer schlimmer.

00:20:40: Ich kann mir persönlich auch nichts mehr leisten wenn ich einmal auf Inrewe gehe wie Käse mich und Zucker kaufe.

00:20:45: Es ist... ...vierunddreißig Euro Was?

00:20:49: Das sind echte Krisen Echte Menschen mit echtem Problem, die werden aber zu wenig abgebildet.

00:20:53: Weil du weißt Lukas noch immer sind mir den viel zu weiß elitär männlich bla bla bla und das ändert sich ja seit Jahren nur sehr

00:20:59: wenig.".

00:20:59: Ja...

00:21:00: Das ist wahr!

00:21:01: Und diese Nähe zur Zielgruppe, das ist glaube ich ein ganz wichtiges Thema weil es ja auch so eine ganz viele verschiedene Gruppen der Gesellschaft irgendwie betrifft ne?

00:21:09: Also auch wieder zurück zu meiner Lebensrealität.

00:21:12: wir haben vorher gesagt wir spielen uns die Bälle zu, das machen wir jetzt.

00:21:17: So für mich auch oft das Gefühl habe, Journalismus ist furchtbar urban und großstädtisch geprägt.

00:21:24: Und ich komme wirklich vom Dorf.

00:21:25: Habe ich einundzwanzig Jahre meines Lebens gelebt bin nicht groß geworden.

00:21:29: Nächste Großstadt war mal mindestens eine Stunde mit dem Auto und wer hat schon einen Auto?

00:21:32: Weil kein Geld weit entfernt!

00:21:36: Die Lebensrealität dieser Menschen ist so anders, so unvorstellbar.

00:21:39: Ich glaube wenn man das nie erlebt hat... Dann weiß man das nicht.

00:21:44: So unvorstellbar anders.

00:21:45: und da die Geschichten so zu erzählen, dass es Wo juristische fast halt, wir machen jetzt mal hier die Reportage vom Land und diese sind ja alle Bauern mäßig.

00:21:54: Das sieht man bis heute leider auch immer noch sondern einfach wirklich zu erzählen wie ist das Leben von den Leuten wirklich was für Sorgen Herausforderungen haben?

00:22:01: Was sind aber auch die schönen Seiten vom Land leben und dass einfach so abzubilden wie es ist sollte auch die Aufgabe von Journalismus sein.

00:22:08: Grad in Zeiten wo Lokaljournalismus auch leider auf dem Rückzug ist.

00:22:12: dabei wäre das auch so wichtig glaube ich.

00:22:15: Das zeigt schon da diese Nähe dazu.

00:22:17: Die hilft auf jeden Fall, das besser zu verstehen und authentischer auch wiedergeben zu können als wenn man da jetzt als Berlinerin oder Münchner in so ein Dorf kommt und sagt, jetzt gucke ich mir aber an wie das hier mal so läuft bei euch weil das leider oft ein bisschen die Attitude ist Darf

00:22:31: ich dich dazu gleich was fragen?

00:22:32: Ja, natürlich.

00:22:33: Oh jetzt wird der Spießer rumgetrieben!

00:22:35: Ich fand ja interessant, was du gesagt hast.

00:22:36: Was denkst du denn, wollen die Leute befragt werden in deinem... also du hast jetzt dreihundert Leute dort, das ist ja mega klein.

00:22:42: Was hast du für ein Gefühl, was wünschen sich die Leute von den Medien?

00:22:44: oder was deine Erfahrungen?

00:22:46: Ich glaube, dass es einmal einfach die Herausforderungen, die sie in ihrem alltäglichen Leben haben.

00:22:52: Die sich daraus speisen... Der Bus kommt halt nur noch zweimal am Tag und vor fünf Jahren ist er halt noch fünfmal am Tag gekommen.

00:22:58: Es war auch schon nicht viel aber immerhin konnten wir irgendwie öfter fahren.

00:23:02: Das ist was die Unterstützung im Ehrenamt.

00:23:04: weil das ist ein Riesenthema glaub ich auf dem Land und den vielen Dörfern, dass was da gesellschaft am Gesellschaftlichen Leben noch funktioniert oder passiert ist rein ehrenamtlich!

00:23:15: gestützt und getrieben.

00:23:17: Und da werden immer mehr bürokratische Auflagen zum Beispiel gemacht, da werden auch immer mehr Steine in den Weg gelegt.

00:23:23: Vorstände sind plötzlich hafbar für Dinge und wenn sie einen Fehler machen, sind sie irgendwie mit einem halben Fuß im Knast und so und dann macht das natürlich keiner mehr weil die sagen ich bin ja nicht bescheuert mich hier ehrenamtlich irgendwie auch noch irgendwelchen juristischen Risiken auszusetzen.

00:23:37: Mit dem Ehrenamt stirbt dann aber das gesellschaftliche Leben vor Ort und dass auf solche Themen mal geschaut wird.

00:23:44: Und geschaut wieder, okay was passiert da eigentlich?

00:23:48: Warum werden so viele Hürden aufgebaut für Menschen die sich noch engagieren wollen vor Ort?

00:23:53: Der Niedergang der Kirche ist vor Ort natürlich auch immer noch ein Riesenthema, weil die Kirche das gesellschaftliche Zentrum im Nach wie vor.

00:24:00: Das ist hier in Bayern wahrscheinlich nochmal stärker.

00:24:01: Ich komme aus NRW aber auch da noch teilweise... Das ist ein Thema wo auch wenig drauf geschaut wird also diese was in Strukturen auch passiert.

00:24:10: Das merkt man!

00:24:10: Weil wenn über Ehren angesprochen wird ich komme aus dem Sauerland.

00:24:13: Hallo Friedrich Merz Aber die Sauerländer feiern sehr gerne schützenfest zum Beispiel sondern machen sich Großstädter gerne drüber lustig, aber es ist nun mal für die Leute vor Ort das wichtigste Fest des Jahres und darüber denken was man will.

00:24:23: aber das ist für diese menschen einfach das wichtigste.

00:24:26: und um die feste rum passiert aber auch sozialen gesellschaftlich total viel.

00:24:30: Aber die journalistinnen, die kommen gucken sich das an und sagen ja hier der so sehr diese deutsch braucht im thymolei aber steckt soviel mehr drin.

00:24:37: und das halt zu wissen Ohne die kritischen Aspekte wegzulassen, aber auch das andere halt mit zu beachten.

00:24:43: Also solche Sachen sind denen vor Ort den Menschen davor total wichtig.

00:24:46: Ich

00:24:46: habe dir eine Frage gestellt.

00:24:47: du hast sechs Themen genannt.

00:24:48: wie geil sind diese Themen?

00:24:49: und dass sind die Demokratieherde?

00:24:51: Die überall in Deutschland stattfinden, die aber nicht sichtbar sind.

00:24:54: und dann kommen rechte Kräfte mit ihren Narrativen.

00:24:56: wir spalten die Gesellschaft ist toxisch alle lassen sich gegenseitig und dieses Stadtbild debatten.

00:25:01: Keine größer Anmerz an dieser Stelle.

00:25:03: Du checkst und genau das ist etwas, wo wir Menschen wieder würde und Anerkennung leisten für das was sie machen.

00:25:09: Das sind demokratische Herde.

00:25:10: diese Geschichten werden nicht erzählt Und dass genau das was du gesagt hast zeigt die Realität wie sie isst Kannst du nicht wenn du die Realitäten noch im fundamentalen Grund legen.

00:25:19: Nicht chext in diesen Alltagmomenten.

00:25:21: Deswegen braucht es mehr Arbeiterkitz aber nicht nur mehr Arbeitagkissen mehr Migras mehr menschenbehinderungen.

00:25:25: also das Fächert sich ja auch

00:25:27: Menschen vom Land.

00:25:31: Das ist ja auch ein Begriff, den du auch gerne verwendest.

00:25:34: die Future Skills... ...die Arbeiter-Kinder haben, die für den Journalismus wichtig sind?

00:25:39: Was sind das denn konkret für Future Skills?

00:25:41: Guck

00:25:41: mal Luca!

00:25:41: Jetzt reden alle über KI Technologie.

00:25:44: Darin haben wir viele sicherlich auch jetzt gedacht wenn wir über das Wort Skill reden als es kurz um Technologie, KI und so.

00:25:49: Genau,

00:25:49: dass KI Thema verdrängt so ein bisschen den Diversity Aspekt obwohl diversity Aspekt klingt auch wieder aus den neunzigern.

00:25:55: Wir leben in der Hüpf.

00:25:56: Das heißt Diversity.

00:25:57: Du bist jetzt Arbeiter, Kind, B, Frau – das täte nicht mehr!

00:26:01: Wir sind alle hybride Wesen und es gibt gar nichts so... Es gibt Skills, die Leute mitbringen.

00:26:06: Und ein Skill ist zum Beispiel was immer wichtiger wird wirklich es ist banal aber Journalismus muss back to the roots näher das was du gerade angesprochen hast.

00:26:14: niemand kann das kaufen was du an Erfahrung hast.

00:26:17: kein KI kann das produzieren was du in Erfahrungswissen hast.

00:26:21: da stößt sogar guter gute journalistisches Handwerk an seine Grenzen weil das kann man sich nicht einkaufen.

00:26:28: deswegen sind so Skills wie Code Switching dass man halt verschiedene Lebensrealitäten drauf hat, dass man die Sprache kennt.

00:26:35: Wenn ich sage Checker ob du verstehst was ich damit meine auch wenn mir gerade die Worte dafür fehlen.

00:26:39: also es ist etwas sehr Intimes und sehr verbindendes eigentlich so radikale Empathie.

00:26:45: Ich nenne das mal Bedingungslose-Empathy in die Menschen empathisch zu sein.

00:26:48: was die Leute machen unter welchen Umständen die in drei Hundert Dorf diese ehrenamtliche Arbeit leisten obwohl sie selber strukturelle abgeschnitten sind wahrscheinlich oder Probleme haben wie der Bus kommt nicht?

00:26:58: Und die tun das trotz dieser Sachen und diese Geschichten so zu erzählen, dass er vor der Skills die Menschen haben, die eh jahrzehntelang durch Medien diskriminiert wurden.

00:27:10: sich nicht wiedererkennen in den Bildern.

00:27:11: Du kennst ja auch diese Armutsbilder, ne?

00:27:13: Wenn man Armut immer so irgendwie Plattenbaum mit Personen von hinten und so ganz düster und so... Ey!

00:27:18: Meine Mutter hat uns drei Kinder groß erzogen ohne Deutschkenntnisse mit einem Vater der nie da war und es durchs Systeme geboxt wirklich geboxed.

00:27:26: Wir waren die ersten Öztürks an der katholischen Schule.

00:27:28: Der Lehrer hat gesagt, nee komm hier nicht rein, das ist öztürk.

00:27:30: So, wir waren mal so, nee, die kommen rein, die wollen eine Schule.

00:27:33: Also all diese Widerstände trotz Diese Sachen, diese Geschichten werden nicht gezeigt und Journalismus braucht dieses Getschnäher zu den Menschen, Resilienz, Code-Switching.

00:27:40: Sie müssen einfach fühlen!

00:27:42: Und das kann man nicht in der Journalistin Schule lernt.

00:27:45: Das ist so geil

00:27:47: was ihr Potenzial da drinsteckt.

00:27:48: Allei

00:27:49: diese Geschichten...

00:27:50: Ja also da könnte man ganze Bücher und keine Podcast rein oder TikTok Accounts mitfüllen.

00:27:57: Das auf jeden Fall allein aus diesem einen Dorf.

00:28:01: Thema Code-Switching finde ich ja ganz interessant, weil ich glaube das kennen wahrscheinlich auch viele Arbeiterkinder jetzt in dem Fall.

00:28:07: Weil ich kenne es auch dass so natürlich dieses wenn nicht Da heim bin, dreh dich anders als jetzt hier bei den Medientagen.

00:28:16: Sehr sehr anders!

00:28:18: To be fair.

00:28:19: Manchmal frage ich mich ob ich das überhaupt machen muss und warum nicht?

00:28:22: Also ich bin schon bessering geworden.

00:28:23: auch mal so hier zu reden glaube ich wie Zuhause aber man merkt schon immer noch dass man dieses Zwitschern macht.

00:28:30: Sollten wir damit vielleicht eher aufhören um eben die eine Realität in die andere Realitäten mit reinzutragen Auch so Veranstaltungen wie hier?

00:28:38: möglicherweise?

00:28:39: Guck mich an, wie ich gekleidet bin.

00:28:41: Ich hab ein Leder Mini-Rock, hab irgendwie so Tütür an oder so richtig... Also richtige Federn an meinen... Ich passe ja nicht

00:28:47: rein.

00:28:47: Man kann sagen, dass du zwischen einem sehr viel dunkelblau und schwarz auffällst hier.

00:28:50: Ja!

00:28:51: Aber das mache ich jetzt nicht um oft zu fallen sondern weil ich so bin als meine Lebensrealität ist.

00:28:55: Und wenn ich so rede wie ich liebe, wie ich arbeite dann mach' ich das auch in unseren Infopodes.

00:29:00: bei Mikras nehmen wir auch türkische Worte wie Janerain oder Tamam.

00:29:04: Das heißt okay, Janer is allso.

00:29:06: Und ich finde es wunderschön, wenn man das in einer journalistischen Arbeit anarbeiten kann.

00:29:10: natürlich wollen wir perspektivisch auch vielleicht Arabische Werte die so ein bisschen ins Deutsche über wie Habibi kennst du ja.

00:29:17: Warum nicht als journalistische Beiträge einarbeiten?

00:29:20: Die Leute fühlen sich gesehen, gehört und vor allem gefühlt – es geht um Gefühle!

00:29:23: Und wieder die Nähe der Gefühler all das unausgesprochene was zwischen den Journalisten in den Schulen, dem Workshop, den ganzen Zielgruppenanalysen und dieses ganze technische Hack-Make-Stack sind Menschen.

00:29:34: Und sie führen sich nicht gehört.

00:29:35: Sie machen großartige Arbeit, sie sind unsere Demokratie, sie arbeiten trotz Widerständes... Aber sie werden nicht abgebildet, ganz im Gegenteil.

00:29:42: Sie werden so abgebbildet wie wir sie niemals in unseren Lebensrealitäten sehen.

00:29:49: Ich will das gar nicht reproduzieren an dieser Stelle aber... Danke dass du das Thema hier behandelst und dass ich da zu sprechen darf weil es ist richtig dringend dass wir tolle Narrative, tolle Geschichten rausholen.

00:29:59: und die Leute haben sie!

00:29:59: Die Leute sind ja da Auch wenn du sagst, dass viele Geschichten aus deinem Dorf kommen.

00:30:03: Die anderen in dem Dorf werden sich genauso gehört und gefühlt sehen.

00:30:06: Das sind ja ähnliche Probleme die sie haben.

00:30:08: von daher du erreichst halt viel mehr Menschen aber erstmal musst du das Vertrauen von ihnen zurück gewinnen.

00:30:12: Und dafür

00:30:14: bräuchts uns.

00:30:14: Dafür bräucht es den Menschen diese Themen auch ernsthaft glaubwürdig halt auch tragen können weil sie von da sind und aus diesen Milieus ist ja immer so ein Wort.

00:30:26: Aber eben da herkommen wo die Geschichten passieren Und ihr macht ja genau das bei Mikras jetzt seit einem Jahr.

00:30:35: Seit einem Jahr, was genau macht ihr da?

00:30:39: Ich liebe diese Frage!

00:30:40: Was

00:30:41: machen wir eigentlich nicht?

00:30:42: Wir geben Workshops unter anderem auch zur KI.

00:30:43: also nicht denken dass ich so feindlich gegenüber KI.

00:30:45: Man muss sie gut nutzen kann man auch Ressourcen schon machen in so kleinen Kollektiven wie ich.

00:30:50: Wir geben workshops.

00:30:51: Wir sind auf Panels.

00:30:52: Ich war letzte Woche im Wien bei Re-Think Media und wir sind auf der Republik mit zwei Sessions.

00:30:55: letztes Jahr waren wir auch da.

00:30:57: Also wir prägen Debatten.

00:31:00: Also nur wenn du dir jetzt anguckst die Landschaft.

00:31:03: Rengmagazine zum Beispiel kaputt gegangen, Birbamagazinen in Österreich.

00:31:07: Chefredaktion ringt um Geld, Fallout Collective hat auch kein Geld ab also wird es langsam nicht mehr geben.

00:31:11: All diese kleinen Kollektive und Vereine, die eh schon auch Debatten prägen werden durch strukturelle Hürden wieder.

00:31:18: kein.

00:31:18: Geld im Krisen-Dauer-Krisenmodus gibt's bald nicht mehr.

00:31:22: wie sind so die einer der wenigen oder ne?

00:31:25: Eine von ganz wenigen Kollektiven, die das machen und wir prägen Diskurse und Debatten.

00:31:29: Aber es muss natürlich auch strukturell verankert werden.

00:31:31: Es heißt nicht so ich kann ja gut reden Ja cool aber ähm...es muss sich was ändern.

00:31:36: Ich bin ein bisschen pessimistisch, was das angeht?

00:31:40: Oh nein!

00:31:42: Es muss sich etwas grundlegendes ändern in Fragestellung überhaupt wie Arbeit, den wir jetzt im Medien machen.

00:31:45: Guck mal Content CreatorInnen haben so eine FollowerInnen schafft.

00:31:49: Die haben sich das alles selbst erbaut ohne großes Medienhaus.

00:31:52: Sie werden eingekauft weil sie Vorsicht, das sind meine Worte billiger sind als Formate zu bauen.

00:31:59: Das habe ich mal gehört auf einem Diskussion von einem Personen da in dem öffentlich-rechtlichen Arbeit.

00:32:04: Ich liebe die öffentlich-rechte an dieser Stelle.

00:32:06: es ist gut dass wir sie haben Demokratie und so

00:32:08: juhu

00:32:08: aber gleichzeitig man kauft keine Menschen ein.

00:32:10: Da ist ein grundlegendes Fehler in den menschenbild was medien haben Und die Nähe fehlt komplett.

00:32:16: und

00:32:17: sorry falsche Motivation Sorry aber sich falsche motivation glaube ich.

00:32:21: Ja, der ist billiger für uns.

00:32:22: Deswegen kaufen wir jetzt diesen Creator und bauen nicht mehr aufwendige Formate.

00:32:27: Also das ist ja auch irgendwie die falsche Motivation Weil die Motivations sollte da sein.

00:32:31: Wir holen uns jemanden rein, der eine bestimmte Expertise hat Der wieder aus einer Zielgruppe kommt Und die besser ansprechen kann.

00:32:38: Das hilft uns am Ende Am besten Fall damit auch diese Zielgruppen an uns heran zu holen.

00:32:43: Das müsste ja irgendwie die Idee sein Und er ist in der Produktion billiger

00:32:49: Und das ist ja traurig, also es braucht eine strukturelle Verankerung von CreatorInnen in den Journalismus.

00:32:56: Es gibt da so ein Bootcamp in UK.

00:32:58: die haben so drei Monate.

00:33:00: holen sie CreatorInnern, die schon gute Fellowschaft haben und zeigen ihnen journalistisches Handwerk in drei Monaten Express, so Crashkurs!

00:33:08: Und lassen Sie wieder raus in Ihr Branche.

00:33:11: aber mit den Skills?

00:33:13: Das ist richtig toll weil die werden dann angebaut im journalistischen Kontext können recherchieren, wissen was Fanchecks und Fakten checken.

00:33:20: Wo finde ich was?

00:33:21: Und solche neuen Modelle vom Journalismus mit CreatorInnen wäre cool!

00:33:26: Aber heutzutage bekomme ich ja immer noch die Frage ist Creator Journalismus Journalismus?

00:33:30: Digger, ja is

00:33:31: es?!

00:33:32: Und ihr habt bald mehr Follower innen als ihr so weil eure Zielgruppe steht aus sie wird immer älter.

00:33:36: und früher hatten wir die Identitätskrise durch die Medienbilder jetzt haben's die Medien.

00:33:40: wer sind wir als Marke?

00:33:41: Was wollen wir?

00:33:42: Ja die habt die gesellschaftliche Transformation irgendwie nicht ganz mitbekommen Weil ihr nicht in dieser Lebensqualität lebt, es gibt so geile Geschichten.

00:33:48: Ich will wieder positiv enden!

00:33:50: Es gibt so neiste Geschichten und ich bin wirklich gespannt ob ich's vielleicht schaffe, in der Hand aufzukommen diese Geschichte mit Mikras auch zu fragen, weil ich da richtig Bock...

00:33:57: So wir können gerne nachher reden.

00:33:59: nochmal.

00:34:00: Ein wichtiges Stichwort und wir haben das ja auch schon ein bisschen gestreift vorhin.

00:34:04: Das ist der Narrative.

00:34:06: du hast ein paar genannt wenns um Armut geht usw.. Und da setzt ihr ja auch an und wollt neue Narrative erzählen die quasi das einmal rumdrehen, diese negativen Narrative die wir oft über bestimmte Themen finden.

00:34:18: Kannst du uns vielleicht so mal Beispiele für neue Narrative geben wie es besser mit den Leuten mehr gehen kann als diese düsteren negative Narrative zu verbreiten?

00:34:29: Voll

00:34:29: gerne!

00:34:30: Neue Narrative sind gar nicht neu.

00:34:31: Spoiler alert Die Geschichten sind da.

00:34:34: Sie waren schon immer da zum Beispiel Gastarbeiterinnen sogenannten man nennt sie ja heutzutage Gastarbeiterin.

00:34:39: Ich war gestern auf einer Veranstaltung der Gastarbeit in Deutschland.

00:34:42: Genau, da wollte ich gerade sagen.

00:34:44: Da habe ich gesehen bei Instagram glaube ich.

00:34:48: Wie wurde das dargestellt?

00:34:50: Medial?

00:34:50: Du kennst wahrscheinlich die Spiegelcover mit den Booten, die voll sind, mit Türkenchaos, Türkenclans.

00:34:56: Es wurde immer sehr negativ so mit fremd und unintegrierbar bla bla.

00:35:00: du kennst das weiß nicht reproduzieren.

00:35:02: Was für Debatten hätten wir heute Lukas wenn wir damals die Gastarbeiterinnen also die Menschen einfach als Pionierenden der Globalisierung angesehen haben?

00:35:11: mit nichts haben wir alles geschaffen.

00:35:13: Wahrscheinlich das Haus in dem wir wohnen zu Hause hat irgendeinen Mensch gemacht, der damals als Gast hier eingekommen sind?

00:35:19: Was für geile Debatten hätten wir wenn wir so ein Fame-Shift halten und die Leute so darstellen würden wie sie sind!

00:35:25: Die Realität ich bin wieder da bei den Basics.

00:35:27: Realität zeigen was ist.

00:35:28: Ist das nicht kein journalistischer Leitsatz?

00:35:29: Ist es nicht das A und O was man

00:35:30: lernt?!

00:35:31: Und die neuen Narrative, wie gesagt Sie sind da, Sie müssen erzählt werden von Leuten, Vertrauen haben.

00:35:36: Vertrauens sind ein großes Ding, große Medienhäuser.

00:35:42: Die erleiden ja gerade Vertrauen und Relevanzverlust.

00:35:44: Und es gibt Menschen die sie haben, also strukturiert... Also packt sie in eure Strukturen, gibt ihnen Geldverträge, die wirklich nicht nur sechs Monate oder ein Jahr, sondern länger.

00:35:52: Und da habt ihr auf langer Sicht eigentlich eine tolle, tolle Redaktion angebordet mit vielen neuen Wissenschaften.

00:35:58: Eine neue Narrative hat sehr viel mit neuem Wissen zu tun, neue Debatten und neue Fragen!

00:36:02: Kennst du das, Lukas?

00:36:02: So, Redaktion suchen wir mal.

00:36:03: Boah, Leute!

00:36:04: Wir brauchen neue Themen, neue Themen... Nein, bräuchte nicht!

00:36:06: Die Themen die wir als Arbeiterkind Mikra haben sind ja die ähnlichen.

00:36:09: Wir haben Wohnungsnoten, Essen wird teuer, bleibt... Also es ist ja keine neuen Themen.

00:36:12: Es sind nur neue Perspektiven, neue Fragen, neue Debatten und... Was ganz wichtig ist, ich hab ja gleich den Vortrag, es gibt schon das Wissen.

00:36:19: Communities erarbeiten sich gerade alternative Konzepte zu Polizeigewalt

00:36:23: z.B.,

00:36:23: Community Care.

00:36:24: arbeiten Sie sich das?

00:36:25: Es gibt Alternativen wo Frauen sich zusammentun und zusammen irgendwie Alten genannt man das auf Türkisch so ein Goldstag machen, wo sie ihre Finanzen zusammen versuchen zu größerzumachen.

00:36:35: Es gibt Community basierte konstruktive coole Ansätze aber die werden nicht erzählt!

00:36:40: Und neue Narrative ... Narrativ ist ja so ein übergestübtes Wort über Geschichten, d.h.

00:36:43: wenn wir diese Geschichten bauen Direction haben, das heißt was wollen wir als Journalisten?

00:36:47: Was steht in dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Grundfunks?

00:36:51: demokratischer Zusammenhalt.

00:36:52: Wenn wir den Zusammenhalt wollen, brauchen wir keine Spalte.

00:36:54: Wir brauchen verbindende Geschichten.

00:36:56: und das kommen wieder zu dem Punkt wenn du dein Geschichte von deinen drei Hundert Dorf erzählt sind andere Dörfer auch auch cool und das zeigt dann der Gesellschaft es gibt Demokratie her.

00:37:05: die arbeiten jeden Tag an der Demokratie also das ist nicht so schwer ich erzähle nichts Neues

00:37:10: aber die nennen das halt da nicht so ne?

00:37:12: Die sagen nicht wie arbeiten hier für die Demokratie?

00:37:14: die organisieren halt einfach das Leben fort und dass ist glaube ich dann auch.

00:37:21: Also ich selber sehr viel Kommentar heute vom Moderator, egal.

00:37:24: Ich glaube es ist voll okay.

00:37:26: Wir sind ja ein Podcast und wir sind ja hier frei in dem was wir machen.

00:37:32: Auch viele auch dann wieder so akademisch vorgeprägte Journalistinnen und Journalisten immer den Fehler machen das direkt zu nennen.

00:37:39: Ja wir müssen Demokratie und Demokratie.

00:37:41: Natürlich ist Demokratie wichtig aber ich glaube viele Leute wollen Die wollen das konkreter haben.

00:37:46: Genau wie du sagst, sie wollen konkreta... Okay, was heißt denn da jetzt für mich?

00:37:50: Was heißt jetzt irgendwie warum...?

00:37:53: Und dann halt auch den Leuten zu erzählen und das abzubilden.

00:37:56: Es ist auch Demokratie, sich wenn sich vor Ort irgendwie zehn Leute treffen und den Dorfplatz schöner machen.

00:38:01: natürlich ist es Demokratie.

00:38:02: Aber man muss es nicht unbedingt so nennen!

00:38:04: Man kann's einfach abbilden und sagen ey guck mal was hier passiert.

00:38:06: super schön und es total geworden.

00:38:08: danach gab's irgendwie noch eine Grillwurst und eine Flasche Bier.

00:38:10: Geil!

00:38:11: Ist doch super!

00:38:13: Ja oder ein Einland?

00:38:16: Das eigentlich ist es so einfach wenn man wenn man so darüber redet aber ja... ein langer Weg zu gehen, etwas den Kulturwandel von unten irgendwie angesprochen.

00:38:27: Der geht nur von unten wahrscheinlich ja.

00:38:30: Aber du klingst gar nicht so pessimistisch als weil du gerade vorhin kurz gesagt hast Ich bin ein bisschen pessimistisch.

00:38:38: Was die

00:38:38: Entwicklung in den großen Medienhäusern geht,

00:38:39: das geht zu langsam!

00:38:41: Sonst habe ich ja

00:38:41: richtig Bock auf alles.

00:38:44: Wenn wir uns eine ideale Welt vorstellen könnten... was müsste denn in diesen Häusern passieren, dass es schneller geht?

00:38:48: Schatz, es gibt keine ideale Welte.

00:38:51: Aber wir können doch von uns die vorstellen.

00:38:54: Ja, das können wir machen aber nicht in dem System Medienhäuser.

00:38:57: Weil das System ist ja von vornherein so gemacht, dass wir das nicht mitgemacht haben.

00:39:01: Das System ist für uns nicht gemacht, die Räume sind nicht für uns errichtet.

00:39:04: D. h., wir müssen erst erstmal so totmachen Johnnismus muss sterben, damit wir eine neue Form von Journalist.

00:39:09: Und allein das Wort Journalist, Jean-Jean sind wir Garagé!

00:39:12: Die Journalismus ist so

00:39:13: ehlisch herrlich... Es wird sich lange bei mich lustig gemacht weil ich offensichtlich ganz lange Journalist gesagt habe mit D so ein Journalist und nicht Journalist so dieses französische

00:39:22: Schiff.

00:39:24: Du hast

00:39:25: die erste Frage über Edda, wann hast du gecheckt, dass du Journaliste bist?

00:39:27: Ich hab mich noch nie mit dem Wort identifiziert.

00:39:29: Content Graterin auch nicht aber...

00:39:52: Das ist ein riesen Thema.

00:39:54: Da müssen wir uns die alten Erfolgsmessungen, die wir im Journalismus haben, so reichweite und... Und keine Ahnung, Quote und diese ganzen Geschichtenklicks.

00:40:07: Das hat uns ja auch nicht gerettet.

00:40:10: Wir sind ja weiter auf dem Weg nach unten immer noch trotz dass wir irgendwie Reichweitequote und Klicks seit zehn Jahren irgendwie sagen wie kriegen wir davon mehr?

00:40:18: Vielleicht ist das auch gar nicht die richtige Frage wahrscheinlich... Sondern wir müssen andere Fragen stellen und du hast einige davon heute gestellt.

00:40:27: Und auf deine Art und Weise beantwortet wie ihr das bei Mikras, und du das in deiner journalistischen Karriere die es ja schon ist.

00:40:36: Auch wenn du gerade gesagt hast also siehst dich selber ist es immer noch schwer so zu sagen was bin ich eigentlich?

00:40:41: Ich habe einfach meinen Weg gemacht.

00:40:43: aber ja das ist glaube ich ein Thema was uns jetzt noch länger begleiten wird weil die Strukturen... schwer nur aufzubrechen sind, aber wir müssen weiter daran arbeiten.

00:40:56: Ja, wir arbeiten eh schon viel zuviel Lukas.

00:40:57: Wir sind Arbeiter-Kinder!

00:40:59: Die nicht so viel arbeiten sollen.

00:41:00: mal ein bisschen mehr von uns arbeiten...

00:41:01: Der viel gearbeitet das wir jetzt hier im Haus of Communication sitzen und uns über diese Themen unterhalten können mit einem Mieksinn und uns sogar ein paar Leute zuhören dabei dann am Ende ist doch super.

00:41:12: Ich werde jetzt zum Ende gekommen.

00:41:13: Seilin du hast noch unbedingt willst du nur was loswerden?

00:41:16: Was

00:41:16: antwortest Du auf die Frage?

00:41:17: werden dir Leute auf Panels oder so oder so Freundeskreis einfach an die Frage stellen Lukas wie bekommen wir mehr Arbeiterkinder?

00:41:23: Hast Du Deine Antwort?

00:41:23: weil es ist.

00:41:25: Also ich kann diese Frage nicht mehr, ich gehe einfach.

00:41:28: Ich kann sie auch nicht beantworten!

00:41:30: Mehr Geld wäre eins... Ich glaube viel scheitert auch daran dass wir halt das diese Jobs in denen wir unterwegs sind also wir sind da auch dann auf dem Weg dahin des Medien schaffende um es mal ein bisschen breiter aufzustellen, dass das ein neues Präkariat wird einfach.

00:41:47: Weil immer weniger Bereitschaft da ist, Journalistinnen und Journalisten aber auch andere kreative Berufe angemessen zu bezahlen.

00:41:54: Und ich glaube wenn man als Arbeiterkind groß wird, ist man sehr bedacht darauf bedacht irgendwie einen sicheren Job zu haben und ein regelmäßiges Einkommen.

00:42:04: Also weil man das halt so irgendwie gelernt hat und weiß, was mich vielleicht über Wasser hält, dass es gerade reicht im Monat Und selbst das können ja viele Berufe im Journalismus in der Medienbranche nicht mehr gewährleisten.

00:42:20: Das ist der Hebel und alles andere ist davon abhängig, das ist die Base einfach.

00:42:25: Wenn sie nicht stimmt, können wir uns noch so tolle Programme überlegen.

00:42:28: Können wir diesen sehr schönen Talk den wir hier führen auch noch zwei Stunden weiterführen?

00:42:33: aber wenn die Base nicht stimmt fürchte ich wird es wirklich schwer.

00:42:37: Ja guter Schlusswort ist es the Reality?

00:42:40: Ja, also bezahlt mehr und investiert in eure Zukunft.

00:42:44: Und die liegt in neuen Perspektiven und Narrantiven.

00:42:48: Yes!

00:42:48: Herr Öztürk vielen Dank.

00:42:50: Danke dir Lukas war

00:42:57: cool.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.